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World Pride startet in Amsterdam
Foto: IMAGO / PPE
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World Pride in Amsterdam Königin Máxima eröffnet freudig Pride-Festival

ms - 27.07.2026 - 10:00 Uhr
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Mit einem königlichen Auftakt hat in Amsterdam der World Pride 2026 begonnen. Königin Máxima eröffnete das internationale LGBTIQ+-Festival am Samstag offiziell vor Dragqueens und Aktivisten – sie ist damit die erste Königin weltweit, die jemals einen World Pride eröffnet hat. Gleichzeitig warnten Vertreter der Community und der Stadt vor zunehmendem Widerstand gegen queere Menschen in verschiedenen Teilen der Welt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Königin Máxima eröffnete den World Pride 2026 in Amsterdam offiziell.
  • Bis zum 8. August sind rund 300 Pride- und LGBTIQ+-Veranstaltungen geplant.
  • Bürgermeisterin Femke Halsema warnte vor einer zunehmenden Gegenbewegung gegen queere Rechte.
  • Die Veranstalter verbinden Feierlichkeiten mit politischem Einsatz für Menschenrechte.
  • Eine Ausstellung im Amsterdamer Stadtarchiv widmet sich der Geschichte der Drag-Kultur.

Königlicher Empfang 

„Eure Majestät, heute sind Sie nicht allein“, sagte Amsterdams Bürgermeisterin Femke Halsema bei der Eröffnungszeremonie. „Sie sind hier in Gesellschaft von Queens aus allen Bereichen. Willkommen zu den Queens!“ Königin Máxima und Halsema standen auf einer Bühne, auf der Schilder mit den Botschaften „Gay Rights = Human Rights“ („Schwulenrechte = Menschenrechte“) und „Stronger Together“ („Gemeinsam stärker“) zu sehen waren. Bis zum 8. August veranstaltet Amsterdam insgesamt 300 Events. Die Organisatoren verbinden die traditionellen Feierlichkeiten einer Pride mit politischem Engagement. Viele LGBTIQ+-Vertreter betonen, dass dieser Einsatz weiterhin notwendig sei. Zum Beginn des Festivals fand eine Pride-Parade statt. Zudem erneuerte Dragqueen Lady Heineken auf einer Fähre das Eheversprechen mehrerer Paare. Die Niederlande feiern in diesem Jahr 25 Jahre gleichgeschlechtliche Ehe – das Land öffnete als erstes weltweit die Ehe für schwule und lesbische Paare. 

Schutz queerer Rechte

In ihrer Eröffnungsrede sprach sich Halsema gegen eine Trennung von politischem Protest und Feier aus. „Oft heißt es, wir müssen zwischen Protest und Feier wählen. Das glaube ich nicht. Eine seelenlose Feier ist nichts. Ein Protest ohne Freude ist viel weniger kraftvoll“, sagte die Bürgermeisterin. Sie verwies auf Länder wie Uganda, in denen Homosexualität strafrechtlich verfolgt wird, sowie auf Staaten, in denen trans* Menschen Angriffen ausgesetzt seien. Die erworbenen Rechte der LGBTIQ+-Community müssten weiterhin geschützt werden, forderte Halsema. Die Bürgermeisterin rief außerdem dazu auf, die gesellschaftliche Entwicklung aufmerksam zu beobachten. „Schauen wir auf uns selbst, denn ja, die Toleranz nimmt ab. Die queere Community wird sichtbarer, fröhlicher und ist überall präsent. Aber es gibt auch eine Gegenbewegung!“ Mit Blick auf das CSD-Attentat am vergangenen Wochenende beim Pride in Berlin ordneten die niederländischen Behörden nun auch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen an. 

Wachsender Druck

Auch Teilnehmer des World Pride berichteten von einer schwierigeren Lage für LGBTIQ+-Menschen. Patrick Simones, ein 58-jähriger Zugführer, der einen Hut mit Regenbogenfedern trug und unter dem Drag-Namen „Miss Spunt“ auftritt, sagte, die Situation für queere Menschen in den Niederlanden habe sich verschlechtert. Die Einschätzung deckt sich mit Daten aus dem Jahr 2024, binnen eines Jahres viel die Akzeptanz von Homosexuellen unter niederländischen Jugendlichen von einst 69 auf 43 Prozent. „Menschen werden verprügelt, fertiggemacht und beschimpft“, resümierte so Simones gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Er rief dazu auf, die Gay Pride zu unterstützen, damit das Land wieder „ein großartiges Gay-Land“ werden könne. „Wir dürfen nicht vergessen, dass es immer noch Orte gibt, an denen man nicht man selbst sein kann“, sagte auch Vicente Rios Rios. Der 57-jährige Mexikaner nahm ebenso an der Parade teil.

Geschichte der Drag-Kultur

Anlässlich des World Pride zeigt das Stadtarchiv Amsterdam die Ausstellung „Drag in Amsterdam“. Sie beschäftigt sich mit der Geschichte und dem Einfluss der Drag-Kultur in der niederländischen Hauptstadt – vor wenigen Tag war zudem erst der Internationale Drag-Tag gefeiert worden. „In den 1980er- und 1990er-Jahren, auf dem Höhepunkt der AIDS-Epidemie, spielte die Drag-Community eine wirklich entscheidende Rolle dabei, das öffentliche Bewusstsein für Safer-Sex-Praktiken zu stärken. Außerdem organisierte sie zahlreiche Benefizveranstaltungen, um Geld für bestimmte Krankenhäuser zu sammeln“, sagte Ausstellungskuratorin Kadja Bijlmakers und betonte weiter: „Als Stadtrat möchten wir zeigen, dass wir an der Seite der queeren Community stehen und sie uneingeschränkt unterstützen.“

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