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Australiens Volkszählung
Foto: iStock / bubaone
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Australiens Volkszählung Homosexuelle, Queers und Regenbogenfamilien werden sichtbar

ms - 27.07.2026 - 12:00 Uhr
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Australiens Volkszählung wird 2026 erstmals Fragen zu sexueller Orientierung sowie zu Geschlecht und dem bei der Geburt eingetragenen Geschlecht enthalten. Für viele LGBTIQ+-Menschen ist die Änderung ein bedeutender Schritt, weil ihre Lebensrealitäten künftig besser in offiziellen Daten sichtbar werden sollen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Australien nimmt erstmals Fragen zu sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität in die Volkszählung auf.
  • Die Änderung folgt jahrelangem Einsatz von LGBTIQ+-Organisationen und Betroffenen.
  • Frühere Erhebungen hatten Regenbogenfamilien und homosexuelle Menschen nur unzureichend erfasst.
  • Experten erwarten bessere Grundlagen für Politik, Forschung und öffentliche Dienstleistungen.
  • Fragen zu intergeschlechtlichen Variationen werden nicht aufgenommen.

LGBTIQ+-Menschen im Fokus

Die selbst ernannte „Daten-Nerdin“ April Long hatte bei der Volkszählung 2021 festgestellt, dass die Erhebung ihre Familie nicht abbildete. Der Fragebogen fragte unter anderem nach Mutter und Vater ihres Sohnes Kai – obwohl er zwei Mütter hat. „Als mein Sohn eingeschult wurde, wollte ich, dass er aufwachsen kann und weiß, dass es Familien wie unsere gibt und dass wir Teil der Geschichte dieses Landes sind“, sagte Long, die sich daraufhin zu eine der führenden Aktivistinnen für eine neue Ermittlung der Datenlage entwickelte. Mit der Volkszählung am 11. August dieses Jahres können Australierinnen und Australier nun nach 16 Jahren erstmals nun ihre sexuelle Orientierung angeben. Zusätzlich werden getrennte Angaben zum bei der Geburt eingetragenen Geschlecht und zur Geschlechtsidentität möglich. „Das ist wahrscheinlich die fortschrittlichste Volkszählung, die Australien jemals gesehen hat“, sagte Dr. Liz Allen, Demografin an der Australian National University.

Jahrelanger Streit um die Erfassung

Das australische Statistikamt (ABS) hatte bereits seit Jahren geprüft, ob Fragen zu Geschlecht und Sexualität aufgenommen werden sollten. Nach dem Referendum zur Ehe für gleichgeschlechtliche Paare 2017 verstärkten sich die Forderungen nach einer Änderung. Nach der Wahl der Labor-Regierung 2022 reichten Long und die LGBTIQ+-Organisation Equality Australia eine Beschwerde bei der australischen Menschenrechtskommission ein. Sie argumentierten, LGBTIQ+-Menschen seien in der Volkszählung 2021 nicht angemessen berücksichtigt worden.

Long berichtete von persönlichen Angriffen während der Kampagne. „Es hatte einen persönlichen Preis, aber die Alternative wäre gewesen, nichts zu tun und darauf zu hoffen, dass sich etwas verändert – die Geschichte zeigt uns, dass das einfach nicht funktioniert.“ 2023 entschuldigte sich das Statistikamt und kündigte unter anderem einen LGBTIQ+-Expertenbeirat für die Volkszählung 2026 an. Die Regierung änderte ihre Pläne jedoch später mehrfach. Zunächst hieß es, Fragen zur sexuellen Orientierung und zu intergeschlechtlichen Variationen würden nicht aufgenommen. Nach öffentlicher Kritik entschied die Regierung schließlich, einen eigenen Themenbereich zu schaffen, der Fragen zu sexueller Orientierung und Geschlecht ermöglicht. Fragen zu Variationen der Geschlechtsmerkmale werden allerdings nicht gestellt. Der Intersex-Status wird damit nicht erfasst.

Daten als Grundlage für Politik

Experten betonen die Bedeutung genauer Bevölkerungsdaten. Fehlende Informationen über LGBTIQ+-Gemeinschaften hätten in der Vergangenheit dazu geführt, dass deren Bedürfnisse in politischen Entscheidungen nicht ausreichend berücksichtigt wurden. „Was zählt, ist wichtig, weil das, was wichtig ist, gezählt wird“, sagte Allen. Die Organisation LGBTIQ+ Health Australia erklärte, die neuen Daten könnten Politik, Forschung, Planung und Dienstleistungen verbessern. „Diese Möglichkeit, die australische Gemeinschaft abzubilden, wird einen sehr wichtigen Teil des Wertes ausmachen, den die Volkszählung bringt“, sagte Emily Walter, nationale Sprecherin des Statistikamts für die Volkszählung. Long und ihre Familie planen bereits eine gemeinsame Volkszählungsparty. Besonders freut sie sich darauf, dass ihr Sohn Kai eines Tages selbst eine Volkszählung ausfüllen kann. „Es wird ein weiterer Meilenstein sein, weil er sich nicht fragen muss, ob seine Familie dazugehört. Es wird einfach normal sein.“

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