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Britische Konversionstherapien Gleichstellungsministerin verspricht zeitnahes Verbot

Von ms - 27.02.2026 - 10:00 Uhr
Britische Konversionstherapien
Foto: iStock / TWPhotography
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Was lange währt, wird endlich gut? Die britische Regierung will noch in dieser Parlamentsperiode ein Gesetz gegen Konversionstherapien einbringen. Das kündigte Gleichstellungsministerin Olivia Bailey bei einer Veranstaltung der LGBTIQ+-Organisation Stonewall im House of Commons jetzt an. Mehrere britische Regierungen bekundeten seit über acht Jahren ein solches Vorhaben, bisher scheiterte dies allerdings stets an rechtlichen Detailfragen. 

Jahrelange Debatten um Details 

Die britische Regierung hatte erstmals 2018 ein Verbot bekräftigt, konnte es aber bis heute nicht umsetzen. Anfangs sollte ein Schutz vor den unseriösen Methoden für Homosexuelle und Bisexuelle umgesetzt werden, queere Organisationen forderten indes die Einbeziehung auch von trans* und nicht-binären Menschen. Bei der juristischen Umsetzung scheiterte der Gesetzgeber dann stets bei Detailfragen, Ärzte befürchteten so beispielsweise, mögliche Eigendiagnosen von betroffenen Patienten nicht mehr hinterfragen beziehungsweise medizinisch abklären lassen zu dürfen. Nach dem Wahlsieg von Labour unter Keir Starmer im Juli 2024 bestätigte die Partei dann ihr Ziel eines vollständigen, transinkludierenden Verbots.

„Wir werden handeln!“

Bailey betonte bei der Stonewall-Veranstaltung nun: „Die Geschichte von LGBTIQ+-Menschen ist eine Geschichte des Mutes und der Beharrlichkeit Einzelner, und es ist unsere kollektive Stärke, die es uns ermöglicht hat, dieses Land zum Besseren zu verändern. Wir sind entschlossen, so schnell wie möglich ein transinkludierendes Verbot von Konversionstherapien einzubringen. Diese Praktiken basieren auf der falschen und schädlichen Vorstellung, dass LGBTIQ+-Identitäten korrigiert oder ausgelöscht werden müssten – und wir werden handeln!“

Bailey wies zudem darauf hin, dass Fortschritt nicht nur durch Gesetzgebung erreicht werde: „Es geht um die Umsetzung, um Kulturwandel und darum, dass alle Menschen Würde und Freiheit erfahren, sie selbst zu sein. Fortschritt verläuft nie linear, aber unsere Bewegung hat immer Widerstandskraft gezeigt und Kraft aus Solidarität gezogen.“ Weitere Details oder einen konkreten Zeitplan bezüglich einer möglichen Umsetzung nannte die Ministerin nicht. 

Dramatische Lage 

Die Lage in Großbritannien ist indes ernst, rund jeder dritte LGBTIQ+-Mensch im Land wurde inzwischen einer Konversionstherapie unterzogen. Zudem erleben die umgangssprachlichen „Homo-Heilungen“ gerade ein gefährliches Revival im Vereinigten Königreich, insbesondere im Umfeld von christlichen Einrichtungen. Zu den Praktiken zählen dabei sowohl körperliche wie auch psychische Misshandlungen, das Erzwingen von Gebeten als „Heilung“ sowie „korrigierende Vergewaltigungen“. Alle großen Gesundheits- und psychologischen Organisationen im Land haben diese Methoden bereits mit deutlichen Worten als schädlich verworfen, die Vereinten Nationen sprechen in diesem Zusammenhang von Folter. 

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