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Dating-Masche in Australien

Dating-Masche in Australien Schwule werden immer wieder Opfer von Kriminellen

ms - 18.02.2026 - 14:00 Uhr
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In Australien sind in den letzten zwei Jahren hunderte Schwule Opfer der sogenannten Dating-Masche geworden, bei der die ahnungslosen Opfer mit einer Dating-App in eine Falle gelockt und dann ausgeraubt werden. Ob Melbourne, Perth oder Sydney, keine Großstadt in Down Under ist vor der kriminellen Masche sicher. Das Parlament von Victoria hat jetzt erstmals eine breit angelegte Untersuchung der Thematik in Auftrag gegeben. 

Untersuchung der Überfälle 

Die Studie soll dabei untersuchen, welche Rolle vor allem rechtsradikale „Manosphären-Influencer“ bei der Anstiftung zu homophoben Angriffen auf Männer spielen, die über gefälschte Dating-Profile auf Apps gelockt und anschließend angegriffen wurden. Die „Manosphäre“ bezeichnet dabei eine lose vernetzte Online-Subkultur, die vor allem aus Männern besteht und sich auf Themen rund um Männlichkeit, Beziehungen, Sexismus und Feminismus konzentriert. Die Täter prahlen auch gerne online mit ihren Attacken und sprechen von einer „Pädo-Jagd auf Homosexuelle“.

Der grüne Gleichstellungssprecher Aiv Puglielli stellte jetzt einen Antrag, in dem er den rechtlichen und sozialen Ausschuss des Oberhauses aufforderte, das Ausmaß solcher Straftaten zu ermitteln sowie die Reaktion der Staatsregierung und die Unterstützungsmöglichkeiten für die Opfer zu prüfen. Puglielli bezieht sich dabei explizit auf eine „beunruhigende“ Serie von Angriffen auf schwule Männer, die seit 2024 in mehreren Bundesstaaten und Territorien verübt wurden. In einigen Fällen wurden Videos der Angriffe aufgenommen und auf sozialen Medien veröffentlicht.

Täter sind fast immer sehr jung

Im Bundesstaat Victoria gelang zuletzt im Oktober 2024 die Festnahme von 35 Tatverdächtigen, die in verschiedenen Vorstädten von Melbourne homosexuelle Männer überfielen. Wie in fast allen Fällen war auch hier die mutmaßlichen Täter sehr jung, im konkreten Fall sind die Angeklagten zwischen 13 und 20 Jahre alt. Immer wieder wurden die Opfer dabei mit gefälschten Profilen auf Dating-Apps angelockt. „Die Opfer wurden dann anschließend angegriffen, beraubt, bedroht und homophoben Kommentaren ausgesetzt“, so ein Polizeisprecher.

Radikalisierung online 

Puglielli erklärte, die Untersuchung solle aufzeigen, wie Influencer, die rechtsradikale und homophobe Inhalte verbreiten, insbesondere junge Menschen radikalisieren. „Dies ist die dunkle Ecke des Internets, die größtenteils im Schatten agiert“, so der Abgeordnete. Er warf zudem die Frage auf, wie diese Radikalisierung stattfinde und welche Inhalte die Täter konsumierten, die schließlich zu solchen Straftaten führten. „Wir müssen diese Themen wirklich aufklären“, betonte er.

Puglielli bekräftigte dabei, dass solche Online-Netzwerke schneller wachsen als die Gesetzgebung mitkomme. „Komplexität darf keine Entschuldigung sein, das Problem zu ignorieren.“ Es wird erwartet, dass auch Dating-Apps sowie Politiker und Polizeibehörden im Rahmen der Untersuchung Stellung nehmen müssen. Puglielli schloss nicht aus, dass die Untersuchung auch Empfehlungen an die Bundesregierung richtet. Der Antrag wurde mit 22 zu 15 Stimmen angenommen. Zudem wurde extra in den Antrag aufgenommen, dass auch die Verantwortung von sozialen Medien und digitalen Plattformen für die Verhinderung von Hassverbrechen gegen die LGBTIQ+ Gemeinschaft umfassen soll. In Australien existiert seit drei Monaten ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren

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