Direkt zum Inhalt
Ende der Diversität

Ende der Diversität Die Bank Goldman Sachs streicht alle DEI-Kriterien

ms - 18.02.2026 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Goldman Sachs wird künftig bei der Auswahl von Kandidaten für sein Führungsgremium auf Kriterien wie Rasse, Geschlecht und sexuelle Orientierung verzichten. Dies folgt auf Druck einer Aktionärsgruppe, die die Bank dazu aufgefordert hatte, die sogenannten DEI-Kriterien (Diversity, Equity, Inclusion) zu streichen.

Umstellung noch in diesem Monat

Das National Legal and Policy Center (NLPC), ein kleiner Aktionär von Goldman Sachs, hatte bereits im September letzten Jahres eine Anfrage gestellt, um die DEI-Bewertungskriterien für Vorstandskandidaten zu eliminieren. Das Unternehmen informierte das NLPC kürzlich, dass es plane, diese Kriterien zu entfernen. In der Folge unterzeichneten beide Parteien ein Abkommen, das vorsieht, dass das NLPC seine Forderung zurückzieht.

Laut Berichten wird der Goldman Sachs-Vorstand die Änderungen in diesem Monat voraussichtlich bestätigen. Aktuell bewertet das Governance-Komitee des Unternehmens Kandidaten für den Vorstand anhand von vier Hauptfaktoren, wobei auch eine breite Beschreibung von Vielfalt berücksichtigt wird, darunter unter anderem „andere demografische Merkmale“ wie Rasse, Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung. Diese Kriterien sollen nun entfernt werden.

Das NLPC hatte kürzlich auch ähnliche Vereinbarungen mit American Express und John Deere getroffen, um DEI-Bewertungskriterien für Vorstandspositionen zu eliminieren. Im Rahmen ihrer Initiative reichte die Gruppe Aktionärsanträge bei elf Fortune-500-Unternehmen ein, um deren DEI-Programme zu hinterfragen.

Keine Diversität bei den Vorständen

Die Entscheidung, die DEI-Kriterien zu streichen, folgt auf andere kürzliche Änderungen bei Goldman Sachs. So hatte die Bank im vergangenen Jahr bereits eine Richtlinie abgeschafft, die Diversität in den Vorständen von Unternehmen fördern sollte, die an die Börse gebracht werden.

Die Entscheidung spiegelt einen breiteren Trend wider, bei dem seit der Rückkehr von Donald Trump ins Amt eine zunehmende Zurückhaltung gegenüber DEI-Initiativen in der US-Wirtschaft zu beobachten ist. Direkt nach seiner Amtsübernahme im Januar 2025 unterzeichnete Trump eine Executive Order, die die Bundesbehörden aufforderte, DEI-Politiken und -Bemühungen zu überprüfen und in vielen Fällen abzubauen.

Mehrere große Unternehmen haben seitdem ihre DEI-Initiativen zurückgefahren. So wies Deloitte 2025 Mitarbeiter, die an Bundesaufträgen arbeiten, an, Pronomen aus ihren E-Mail-Signaturen zu entfernen. Auch Google und Target reduzierten ihre DEI-Initiativen, während Barclays seine Ziele für Geschlecht und Ethnizität für US-Mitarbeiter strich.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Signal für Verfassungstreue

Polizeianwärter zu Recht entlassen

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat entschieden, dass zwei Polizeikommissaranwärter wegen Homphopie zu Recht entlassen wurden.
Umsetzung von „Queer leben“

Verunsicherung in der Community

Die Umsetzung des Aktionsplans „Queer leben“ der Bundesregierung bleibt trotz gegenteiliger Behauptungen auf Kurs, so Queerbeauftragte Sophie Koch.
Krise der US-Filmstudios

Prüderie bei schwulen Produktionen

"Heated Rivalry" ist ein Serienhit, auch aufgrund seiner schwulen Sex-Szenen. In den USA wäre die Serie so nie entstanden, kritisieren Filmexperten.
Umfassender Aktionsplan

Strategie stärkt queere Rechte

Die Stadt Erlangen stärkt erstmals mit einem umfassenden Strategieplan gezielt die Rechte von queeren Menschen auf kommunaler Ebene.
Krieg im Regenbogenland

Festnahme wegen Zebrastreifen

In Dallas wurde ein schwuler Mann verhaftet, weil er einen regenbogenfarbenen Zebrastreifen wieder herstellte.
Ende einer Institution

Britischer LGBTIQ+-Verband schließt

Schock in der Community: Englands ältester LGBTIQ+-Wohltätigkeitsverein METRO muss nach über 40 Jahren aufgrund fehlender Gelder schließen.
Kurzes Aufatmen in Florida

Zuschüsse für HIV-Medikamente

Nach Stopp von Finanzhilfen für einkommensschwache Menschen mit HIV hat Floridas Gouverneur DeSantis nun doch neue Geldmittel für drei Monate zugesagt
Offline in Russland

Neue Angriffe auf LGBTIQ+

Russland sperrt gerade im Großraum Moskau wesentliche digitale Angebote, ein weiterer Angriff auf Kritiker und LGBTIQ+-Menschen.
Geldstrafe in Finnland

Homophobes Statement in der Politik

Die finnische Abgeordnete Päivi Räsänen muss eine Geldstrafe zahlen, nachdem sie Homosexualität als "Entwicklungsstörung" bezeichnete.