Drama um Amber Glenn Patzer auf dem Eis – Madonna meldet sich mit Videobotschaft
Bei den Olympischen Winterspielen in Italien hat die pansexuelle US-Eiskunstläuferin Amber Glenn mit einem Patzer auf dem Eis im Kurzprogramm einen herben Rückschlag erlitten. Die 26-Jährige liegt nach einem missglückten Auftritt bei einem geplanten dreifachen Rittberger nur noch auf Rang 13, ihre Medaillenchancen dürfte damit dahin sein. Die 26-Jährige zeigte sich nach ihrem Auftritt am Dienstag tief enttäuscht und kämpfte mit den Tränen. Vorab hatte sich noch Popstar Madonna mit einer Videobotschaft bei Glenn gemeldet.
Tränen auf dem Eis
Zunächst fand Glenn gut in ihr Programm. Beim letzten Element, einem Dreifach-Rittberger, unterlief ihr jedoch ein entscheidender Fehler: Statt der geplanten dreifachen Rotation gelang nur ein doppelter Sprung. Zwar beendete sie ihre Kür ohne weitere Patzer, doch unmittelbar nach dem Ende der Musik war ihr die Enttäuschung deutlich anzusehen. Noch im Auslaufbereich schossen ihr die Tränen in die Augen, auch bei der Bekanntgabe der Wertung konnte sie ihre Emotionen nicht verbergen. Mit 67,39 Punkten blieb sie deutlich hinter den eigenen Ansprüchen zurück.
Für die US-Eiskunstläuferinnen steht bei diesen Spielen viel auf dem Spiel: Seit 2006 hat keine Athletin aus den Vereinigten Staaten eine Einzelmedaille gewonnen. In Italien tritt das Team mit Amber Glenn, Alysa Liu und Isabeau Levito an. Vor der Kür am Donnerstag ist die Ausgangslage schwierig. Alysa Liu liegt nach dem Kurzprogramm auf Rang drei, Isabeau Levito auf Platz acht, Amber Glenn belegt Position 13. In Führung liegen die Japanerinnen Ami Nakai und Kaori Sakamoto. Glenn sicherte sich allerdings vorab bereits Gold im Teamwettbewerb im Eiskunstlauf.
Auffällige Persönlichkeit
Glenn zählt zu den auffälligsten Persönlichkeiten dieser Winterspiele, auch wegen ihrer persönlichen Geschichte. Nach eigenen Angaben musste sie als Teenager aufgrund von Depressionen und Angstzuständen in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Als einen Auslöser nannte sie die aus ihrer Sicht toxische Vergleichskultur im Eiskunstlauf. Zudem litt sie an einer Essstörung. „Ich dachte, ich komme nirgendwo hin, und rutschte in eine schwere Depression, in der ich nicht mehr weiterleben wollte - ich wollte gar nichts mehr“, sagte Glenn in einem Porträt des Time-Magazine. 2019 machte sie öffentlich, dass sie bisexuell sowie pansexuell ist.
Madonna meldet sich zu Wort
Vor dem Kurzprogramm erhielt Glenn eine Videobotschaft von Popstar Madonna, zu deren Lied „Like a Prayer“ sie lief. Auch ihr Wettkampf-Kostüm ist eine direkte Hommage an die Sängerin und steht für Stärke, Authentizität und Mut. „Ich habe dich gerade zu meinem Song ‚Like A Prayer‘ tanzen sehen und war völlig überwältigt. Du bist eine unglaubliche Eiskunstläuferin. So stark, so schön, so mutig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du nicht gewinnen wirst, deshalb möchte ich dir einfach viel Glück wünschen. Geh raus und hol dir Gold!“, so Madonna vorab mittels Videobotschaft. Sichtlich gerührt hatte sich Amber für die Unterstützung und für die Wertschätzung bei der Sängerin bedankt.