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Ehe für alle in Kambodscha Wird das Land der fünfte asiatische Staat mit Homo-Ehe?

Von ms - 18.02.2026 - 11:00 Uhr
Ehe für alle in Kambodscha
Foto: iStock / Youngoldman
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Das Komitee für Menschenrechte Kambodschas (CHRC) setzt sich aktuell dafür ein, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare im Land einzuführen. Während eines Vortrags in der Hauptstadt Phnom Penh bekräftigte die Behörde ihren Appell, Kambodscha als vierten asiatischen Staat nach Taiwan, Nepal und Thailand in die Reihe der Länder einzuführen, die homosexuelle Ehen anerkennen.

Appell an Regierung 

Die CHRC hob hervor, dass soziale Vorurteile und Stigmatisierungen zunehmend abgebaut würden und homosexuelle Menschen immer selbstbewusster aufträten. Dies sei dem Engagement der vergangenen und aktuellen Regierung zu verdanken, die sich konsequent für die Freiheiten aller Bürger stark gemacht hätten. „Die Regierung hat sich klar für Inklusion auf allen Ebenen ausgesprochen, und wir als Komitee setzen uns für den landesweiten Schutz sowie die Förderung der Rechte der LGBTIQ+ Community ein“, sagte ein Vertreter des CHRC. Die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften gehöre zu den wichtigsten Forderungen, denn Schwule und Lesben dürften nicht benachteiligt werden.

Allerdings betonte das Komitee auch, dass die Einführung der Ehe für alle mehrere Schritte erfordere. Zunächst müsse die Verfassung geändert werden, bevor ein Gesetzesentwurf zur Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Ehe eingebracht werden könne. Hierfür sei die Einrichtung einer Rechtskommission notwendig, die alle rechtlichen Aspekte sorgfältig prüfe.

Wirtschaftliche Vorteile

Die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare bringe laut dem CHRC nicht nur soziale und wirtschaftliche Vorteile. Es sei zu erwarten, dass Diskriminierung verringert, Erbansprüche und Adoptionen vereinfacht, das Justizsystem gestärkt und Investitionen gefördert würden. Darüber hinaus könnte sich Kambodschas internationales Ansehen verbessern. Das Komitee zeigte sich zuversichtlich, dass die Einführung der Ehe für alle einen bedeutenden Schritt in der Förderung der Rechte von LGBTIQ+ Personen insgesamt darstellen würde.

Lage der Community 

Kambodscha gilt im Vergleich zu vielen anderen asiatischen Ländern als relativ aufgeschlossen gegenüber der Community, Homosexualität ist legal und wurde historisch nie kriminalisiert. Die Verfassung definiert die Ehe jedoch als Verbindung zwischen Mann und Frau. Dennoch gibt es erste Fortschritte: In über 60 Gemeinden in 20 Provinzen können gleichgeschlechtliche Paare inzwischen eine „Erklärung über familiäre Beziehungen“ unterzeichnen, die ihnen begrenzte Rechte wie beispielsweise gemeinsames Eigentum einräumt. Wie vielerorts zeigt sich auch in Kambodscha die Gesellschaft gespalten – während in Städten wie Phnom Penh oder Siem Reap eine höhere Akzeptanz gegenüber LGBTIQ+-Menschen existiert, nimmt diese in ländlichen Gegenden ab. 

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