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Eklat am Theater Zwei Zuschauer stürmen nach homophober Ansprache die Bühne

Von ms - 18.02.2026 - 07:50 Uhr
Eklat am Theater
Foto: Schauspielhaus Bochum / Armin Smailovic
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Bei der Premiere des Stücks „Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten“ am Schauspielhaus Bochum ist es zu einem gewaltsamen Zwischenfall gekommen. Zwei Zuschauer stürmten während der Aufführung die Bühne und griffen einen Darsteller körperlich an. 

Schwulenhass auf der Bühne 

Der Vorfall ereignete sich am Samstag bei der deutschsprachigen Erstaufführung des Werks des portugiesischen Autors Tiago Rodrigues. Das Stück war zuvor bereits in anderen Ländern gezeigt worden und hatte dort teils heftige Reaktionen ausgelöst. „Aber es ist noch nie vorgekommen, dass Zuschauer den Schauspieler tatsächlich körperlich angegangen sind“, sagte ein Sprecher des Theaters. 

Auslöser der Tumulte war nach Theaterangaben ein rund zehnminütiger Monolog am Ende der Inszenierung. Darin erhält die Figur des entführten Politikers Romeu das Wort. Der von Ole Lagerpusch gespielte Faschist äußert sich zunächst konservativ, im weiteren Verlauf zunehmend radikal. Themen wie Fremdenhass, Schwulenhass und Frauenfeindlichkeit werden angesprochen.

Das Stück erzählt von einer portugiesischen Familie, in der jedes Jahr am Jahrestag der Ermordung der Landarbeiterin Catarina Eufémia im Jahr 1954 durch die Diktatur ein Familienmitglied einen Faschisten tötet. In der Handlung soll die Figur Sara den Politiker Romeu töten.

Inakzeptable Übergriffe 

Nach Angaben der WAZ reagierte das Publikum zunächst mit Buhrufen. „Halt die Fresse“, habe ein Zuschauer gerufen. Ein anderer habe entgegnet: „Das gehört zum Spiel dazu, du Idiot.“ Kurz darauf eskalierte die Situation. Zwei Männer stürmten auf die Bühne und attackierten den Schauspieler. Ein Kollege griff ein und beruhigte die Lage. Der Darsteller blieb unverletzt. Die zwei Zuschauer waren dabei offensichtlich nicht mehr in der Lage gewesen, Fiktion von Realität zu unterscheiden.

Das Schauspielhaus Bochum erklärte in einer Stellungnahme: „Das Schauspielhaus Bochum versteht sich als Ort der künstlerischen Auseinandersetzung, an dem kontroverse Themen und ästhetische Zumutungen verhandelt werden.“ Weiter heißt es: „Dass ein Schauspieler in Ausübung seiner künstlerischen Arbeit körperliche Angriffe erfahren musste, hat uns zutiefst erschreckt. Wir erachten diese Übergriffigkeit als vollkommen inakzeptabel.“

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