Direkt zum Inhalt
Angriffsserie in Australien
ANZEIGE

Angriffsserie in Australien Das Land hat ein massives Problem mit Überfällen von Jugendbanden auf schwule Männer – nun gelang eine Reihe von Festnahmen

ms - 13.05.2025 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Die berüchtigte Dating-Masche nimmt in Australien seit letztem Jahr immer mehr überhand – immer öfter locken Jugendliche und junge Erwachsene schwule Männer in eine Falle, prügeln daraufhin brutal auf sie ein und rauben sie anschließend gewaltsam aus. Die Meldungen kommen aus fast allen größeren Städten, im letzten Jahr sorgten besonders Fälle aus Perth und Melbourne für Schlagzeilen. 

Die Täter prahlen auch immer wieder gerne mit ihren Attacken und sprechen von einer „Pädo-Jagd auf Homosexuelle“. Nun konnte die australische Polizei eine weitere Jugendgang im Bundesstaat Victoria zerschlagen – insgesamt wurden 35 mutmaßliche Täter festgenommen. Die Vorfälle ereigneten sich in verschiedenen Vorstädten von Melbourne und Gemeinden wie Moorabbin, Manningham, Hume Casey und Knox 

Sehr junge Tatverdächtige 

Erschreckend ist einmal mehr das Alter der Tatverdächtigen – die Mitglieder der Jugendgang sind zwischen 13 und 20 Jahren alt. Laut dem australischen Star Observer sind die Kriminellen fast durchwegs männlich und auch die Herangehensweise war stets gleich: Die Jugendlichen lockten schwule Männer zu einem vermeintlichen Date an eine abgelegene Stelle, wo dann die Gruppe auf ihre wehrlosen Opfer einschlug und diese ausraubte. Für viele der Täter offenbar ein großer Spaß, denn immer öfter filmten sie ihre Überfälle auch und stellten die Videos inklusive ihrer homophoben Beschimpfungen ins Internet. 

Die Verhaftungen führten inzwischen zu ersten Anklagen wegen bewaffneten Raubüberfalls, Freiheitsberaubung, gewalttätiger Störung, Körperverletzung und weiterer Straftaten. Carolyn Deer, die stellvertretende Polizeipräsidentin von Victoria, erklärte: „Es gibt absolut keinen Platz für diese Art von fragwürdigem Verhalten in unserer Gesellschaft. Es wird nicht toleriert. Jeder hat das Recht, sein Leben zu leben, neue Leute kennenzulernen und in Sicherheit eine Beziehung einzugehen.“ 

Enge Zusammenarbeit mit Grindr und Scruff

Die australische Polizei arbeitet inzwischen eng mit den Betreibern der Apps zusammen und stellt zudem auch mehr Sicherheitsinformationen für die Nutzer bereit. Im Zentrum steht dabei Grindr sowie allerdings auch Scruff und Snapchat. Zudem bitten die Behörden einmal mehr, dass sich Opfer direkt an die Polizei wenden sollten. Dabei betonten die Ermittler auch die besondere Dreistigkeit der Täter, die sich gezielt deswegen schwule Männer als Opfer aussuchen, weil sie darauf spekulieren, dass diese aus Scham oder einfach aus der Tatsache heraus, weil sie nicht geoutet sind, keine Anzeige erstatten. 

Aufruf zu erhöhter Wachsamkeit

Der Queer-Beauftragte des Bundesstaates Joe Ball stellte nun klar: „Diese Angriffe sind vorsätzlich, organisiert und hasserfüllt. Ich weiß, wie erschütternd das ist. Viele von uns erinnern sich an die Zeit, als Gewalt gegen schwule Männer normal war, übersehen wurde und sogar erwartet wurde. Wir werden nicht dahin zurückkehren!“ Inzwischen hat sich auch das Ministerium für Gleichberechtigung mit der viktorianischen Kommission für Chancengleichheit und Menschenrechte zusammengeschlossen mit dem Ziel, eine Meldestelle speziell für Opfer aus der Community aufzubauen und so Täter besser verfolgen zu können. Die Polizei ruft trotzdem erneut darüber hinaus zu erhöhter Wachsamkeit und Vorsicht bei der Nutzung von schwulen Dating Apps auf.  

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Gay for Pay bei OnlyFans

Zwischen Geld, Sex und Identität

Eine wachsende Gruppe heterosexueller Männer produziert auf OnlyFans explizite Inhalte für ein schwules Publikum und ändert Debatten über Männlichkeit
Schwules Vampir-Märchen

Sexy Fischer trifft Walfänger

Ein umjubelter schwuler Horrorfilm erzählt von einer verbotenen Liebe zwischen einem Fischer und einem Walfänger auf den Färöer-Inseln.
„Benedictwink“ geht viral

Vom Papst zum Internet-Schwarm

Ein Jugendfoto von Benedikt XVI. sorgt online für schwule Begeisterung – und lenkt den Blick auf seine umstrittene Vergangenheit.
Pride als UNESCO-Kulturerbe

Petition soll Idee vorantreiben

Die Pride-Bewegung soll als immaterielles Kulturerbe anerkannt werden, fordert jetzt auch eine Petition, nominiert von den Niederlanden.
Jetten warnt vor Rückschritten

Niederlande sehen neue Spannungen

Der niederländische Premierminister Rob Jetten warnt vor schwindender LGBTIQ+-Akzeptanz unter jungen Menschen und fordert mehr Engagement.
HIV-Wissen für die Polizei

Aktion in Großbritannien

Ein Londoner Polizist will mit HIV-Schulungen Vorurteile abbauen und setzt sich für verpflichtende Aufklärung bei der britischen Polizei ein.
Spaltung der Community

Kritik an Log Cabin Republicans

Der einstige LGBTIQ+-Verein Log Cabin Republicans in den USA will künftig nur noch LGB-Interessen vertreten und stößt damit auf scharfe Kritik.
Gesetzvorschlag in Indonesien

LGBTIQ+-Menschen unter Druck

Ein Dekret der indonesischen Regierung sorgt für scharfe Kritik, während LGBTIQ+-Menschen zunehmend Gewalt und Verfolgung ausgesetzt sind.
Entsetzen in Kamerun

Mord an schwulem Mann

Fassungslosigkeit in Kamerun: Nach dem Mord an Paul Gérard in Douala prallen tiefe Trauer und homophober Spott aufeinander.