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Hoffnung für die Helpline

Hoffnung für LGBTIQ+-Helpline Demokraten und Republikaner Hand in Hand

ms - 19.09.2025 - 13:00 Uhr
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Im Sommer dieses Jahres stoppte die US-Regierung kurzerhand die Finanzierung der LGBTIQ+-Helpline, dem einzigen Krisen-Hilfs-Angebot für queere Jugendliche in den USA. Der Bundesstaat Kalifornien und der queere Jugendverein Trevor Project versuchen seitdem, so gut es geht, die Lücke zu füllen. Nun schlossen sich die ersten demokratischen sowie auch republikanischen Senatoren zusammen, um die lebenswichtige Hotline wieder einzurichten. 

Neuer Gesetzentwurf für Helpline

Bemerkenswert dabei: Die Befürworter kommen aus dem gesamten politischen Spektrum – sie haben nun gemeinsam einen Gesetzentwurf vorgelegt, um das Angebot für suizidgefährdete queere Jugendliche zu reaktivieren. Federführend agieren dabei die Demokratin Tammy Baldwin aus Wisconsin und die Republikanerin Lisa Murkowski aus Arkansas. Der Beschluss von Präsident Trump, die Finanzierung der speziellen Hotline (988 Suicide & Crisis Lifeline) zu streichen, bezeichnen beide als „tödliche Entscheidung“. 

Mit dem neuen Gesetz, dem „988 LGBTIQ+ Youth Access Act“, soll nicht nur der Dienst wieder hergestellt werden, sondern auch das Existenzrecht dieses Angebots in einem Bundesgesetz verankert werden. „Die Regierung hat absolut keinen triftigen Grund für die Schließung des spezialisierten Dienstes genannt, daher fordern wir alle Senatoren, Demokraten wie Republikaner, dazu auf, dessen Wiedereinführung zu unterstützen. Wir befinden uns mitten in einer Krise der psychischen Gesundheit, und die 988-Hotline rettet Leben, ganz einfach. Es gibt absolut keinen guten Grund dafür, dass Donald Trump unseren LGBTIQ+-Jugendlichen diese spezialisierte Hilfe genommen hat“, so die lesbische Senatorin Baldwin. 

Hilfe jenseits aller Parteigrenzen 

Und Kollegin Murkowski ergänzte: „Psychische Gesundheit kennt keine Parteigrenzen oder geografischen Grenzen, und ich bin stolz darauf, mit Demokraten und Republikanern zusammenzuarbeiten, um das Richtige zu tun und sicherzustellen, dass alle Kinder Zugang zu der Hilfe haben, die sie brauchen – unabhängig davon, wer Präsident ist.“ Der Dienst existierte von September 2022 bis Juli 2025 – in dieser Zeit kam es zu 12 Millionen Anrufen, 3,1 Millionen SMS-Nachrichten und 2,6 Millionen Chats mit betroffenen queeren Jugendlichen. Insgesamt wurden 17,7 Millionen Kontakte verzeichnet. 

Auch über einhundert Mitglieder des US-Kongresses aus beiden politischen Parteien haben inzwischen in einem offenen Brief Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. dazu aufgefordert, diese „kurzsichtige” und „gefährliche” Maßnahme zu überdenken. „Sie stimmen sicherlich zu, dass jeder Amerikaner die notwendigen Ressourcen zur Prävention von Selbstmord und Selbstverletzung verdient, unabhängig von seiner sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität”, hieß es in dem Schreiben. 

Suizid bei queeren Jugendlichen 

Die queere Jugendorganisation mit Schwerpunkt Suizidprävention, das Trevor Project, erklärte zudem: „Angesichts der Tatsache, dass LGBTIQ+-Jugendliche mehr als viermal häufiger Selbstmordversuche unternehmen als ihre Altersgenossen, besteht weiterhin dringender Bedarf an diesen Diensten. Wir sind den Mitgliedern des Kongresses – sowohl Republikanern als auch Demokraten – sehr dankbar, die sich dafür einsetzen, diese wichtige Finanzierung für die Suizidprävention durch neue Gesetze wiederherzustellen“, so Geschäftsführer Jaymes Black. 

Und Laurel Stine, Vize-Präsident der American Foundation for Suicide Prevention, wies darauf hin, dass eine spezialisierte Versorgung, die LGBTIQ+-Jugendliche versteht, „lebensrettend“ sein kann. Nun müsse bezüglich des neuen Gesetzes rasch gehandelt werden. 

 

Hier gibt es Hilfe

Die Berichterstattung über Suizid ist ein überaus sensibles Thema. Wir möchten es in KEINSTER Weise glorifizieren oder romantisieren. Viele Menschen, die durch Suizid sterben, leiden an einer psychischen Erkrankung. Wenn es dir nicht gut geht oder du daran denkst, dir das Leben zu nehmen, versuche mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen du dich melden kannst. Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222.

Mit Beratung steht dir auch der Coming Out Day Verein via Messenger oder E-Mail unter www.coming-out-day.de zur Seite. Weiterhin gibt es von der Telefonseelsorge das Angebot eines Hilfe-Chats. Außerdem gibt es die Möglichkeit einer E-Mail-Beratung. Die Anmeldung erfolgt – ebenfalls anonym und kostenlos – auf der Webseite. Informationen findest du unter: www.telefonseelsorge.de

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