Syphilis-Fälle sinken deutlich Britische Gesundheitsbehörden mahnen dennoch zur Vorsicht
Die Zahl der Syphilis-Diagnosen bei schwulen und bisexuellen Männern in Großbritannien ist laut einem neuen Bericht der britischen Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency (UKHSA) auf den niedrigsten Stand seit 2016 gefallen. Auch bei anderen Geschlechtskrankheiten (STI) gingen die Fallzahlen in dieser Risikogruppe zurück, bleiben aber auf einem hohen Niveau.
Das Wichtigste im Überblick
- Syphilis-Diagnosen bei schwulen und bisexuellen Männern sinken 2025 um 18,7 Prozent.
- Niedrigster Stand seit 2016 nach jahrelangem Anstieg.
- Insgesamt gehen sexuell übertragbare Infektionen (STI) um 8,3 Prozent zurück.
- Gesundheitsbehörde UKHSA sieht darin einen Erfolg von Präventions- und Beratungsangeboten.
- STI-Fälle bleiben dennoch insbesondere bei jungen Menschen sowie schwulen und bisexuellen Männern auf hohem Niveau.
Syphilis-Fälle auf Zehnjahrestief
Demnach gingen die Diagnosen im Jahr 2025 um 18,7 Prozent zurück und durchbrachen damit einen über Jahre anhaltenden Aufwärtstrend. Insgesamt sank die Zahl der sexuell übertragbaren Infektionen (STI) im Vereinigten Königreich um 8,3 Prozent. Während 2015 noch 4.126 Syphilis-Fälle bei schwulen und bisexuellen Männern registriert wurden, stieg die Zahl bis 2024 auf 6.330 an. Im Jahr 2025 fiel sie nun deutlich auf 5.164 Fälle.
Über alle Bevölkerungsgruppen hinweg verringerte sich die Zahl der infektiösen Syphilis-Diagnosen um 13,5 Prozent. Allerdings verzeichnete die Gesundheitsbehörde bei heterosexuellen Frauen einen Anstieg um 4,8 Prozent. Auch bei anderen sexuell übertragbaren Infektionen wurden bei Männern, die Sex mit Männern haben, rückläufige Zahlen registriert. Die Gonorrhoe-Diagnosen sanken zwischen 2024 und 2025 um 5,9 Prozent – von 39.156 auf 36.833 Fälle. Die Zahl der Chlamydien-Diagnosen ging im selben Zeitraum um 14,4 Prozent zurück, von 17.631 auf 15.100 Fälle.
Gesundheitsbehörde begrüßt Entwicklung
Der Epidemiologe Dr. Hamish Mohammed von der UKHSA wertete die Entwicklung positiv, mahnte jedoch zugleich zu weiteren Anstrengungen. „Es ist wirklich ermutigend zu sehen, dass die Zahl der STI-Diagnosen sinkt, und der Rückgang der Syphilis-Fälle bei schwulen und bisexuellen Männern auf den niedrigsten Stand seit 2016 ist eine positive Entwicklung, die die harte Arbeit der Sexualgesundheitsdienste und gemeinschaftsbasierter Organisationen widerspiegelt“, erklärte Mohammed.
Gleichzeitig warnte er davor, die Lage zu unterschätzen: „Aber die Zahl der STI-Fälle bleibt hoch, insbesondere bei jungen Menschen sowie bei schwulen und bisexuellen Männern. Wir müssen alle zusammenarbeiten, um diese Infektionen weiter zu reduzieren, denn sie können schwere gesundheitliche Schäden verursachen.“
Höchste Belastung bei schwulen Männern
Nach Angaben der UKHSA weisen schwule und bisexuelle Männer weiterhin die höchsten Raten bakterieller sexuell übertragbarer Infektionen auf, insbesondere bei Syphilis und Gonorrhoe. Besonders betroffen seien außerdem junge Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren sowie Personen, die in sozial benachteiligten Regionen leben. Mohammed appellierte daher an regelmäßige Tests: „Wenn Sie bei neuen oder gelegentlichen Partnern keine Kondome verwendet haben, lassen Sie sich bitte auf STI und HIV testen – auch wenn Sie keine Symptome haben. Tests schützen sowohl Sie selbst als auch Ihre Partner.“