Direkt zum Inhalt

Ermittlungen gegen Disney US-Regierung startet Untersuchung wegen „Förderung von Diversity-Maßnahmen“

Von ms - 01.04.2025 - 14:30 Uhr
Ermittlungen gegen Disney
Foto: IMAGO / Everett Collection
ANZEIGE
Loading audio player...

Die Trump-Regierung hat jetzt offiziell Ermittlungen gegen die Walt Disney Company eingeleitet – der Vorwurf lautet auf „Förderung von DEI-Maßnahmen“ (Vielfalt, Gleichberechtigung, Integration) bei der Einstellung von Mitarbeitern sowie im internen Umgang. 

Bevorteilung von queeren Bewerbern? 

Über die jüngsten Untersuchungen informierte Brendan Carr, Vorsitzender der Federal Communications Commission (FCC), in einem Brief Disney-Geschäftsführer Bob Iger. Darin betonte Carr nach Informationen von Business Insider unter anderem: „Insbesondere möchte ich sicherstellen, dass Disney und ABC nicht gegen die FCC-Bestimmungen zur Chancengleichheit bei der Beschäftigung verstoßen haben, indem sie unlautere Formen der DEI-Diskriminierung gefördert haben.“ Zum Unternehmen gehört neben den Disney Studios auch der Fernsehsender ABC.  

Weiter betonte Carr demnach, dass das Kommunikationsgesetz und die Vorschriften der Kommission Medienunternehmen verbieten, „auf der Grundlage von Ethnie, Hautfarbe, Religion, nationaler Herkunft, Alter oder Geschlecht zu diskriminieren.“ Disney soll so beispielsweise LGBTIQ+-Bewerber möglicherweise bevorzugt haben. Carr sprach dabei von Initiativen, die „auf segregierte Affinitätsgruppen und -räume hinauslaufen würden.“ 

Disneys Kampf an vielen Fronten 

Im Gegensatz zu vielen anderen großen US-Firmen wie zuletzt Google weigerte sich der Disney-Konzern bisher, die von Trump verordnete Kehrtwende im Bereich Diversity gänzlich mitzugehen. Anfang März dieses Jahres lehnten es die Disney-Aktionäre mit überwältigender Mehrheit ab, die Teilnahme an der jährlichen Umfrage der queeren Organisation Human Rights Campaign zur Unternehmensgleichstellung zurückziehen. Auf der anderen Seite hat die Chefetage von Disney allerdings auch veranlasst, dass bei Film- und Serienproduktionen zuletzt queere Handlungsstränge oder Figuren gestrichen wurden, um Rechtsstreitigkeiten mit der US-Regierung zu vermeiden. Erstmals 2022 hatte das Mäuseimperium in einem Animationsfilm („Strange World“) einen eindeutig schwulen Hauptcharakter präsentiert. 

Im Bereich Diversity hat der Konzern Aspekte wie Vielfalt und Integration umbenannt und laut eigenen Angaben umgestaltet, sodass es jetzt Schwerpunkte wie „Zugehörigkeit“ oder „Talentstrategie“ gibt. Für Carr sind solche und weitere Initiativen nichts weniger als ein „Mechanismus zur Förderung der DEI-Mission“. Auch bei ABC seien „verbindliche Inklusionsstandards“ eingeführt worden, um „auf allen Ebenen der Produktion Quoten für Rasse und Identität erzwingen zu wollen.“

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

NDR"Haltet euch fest": Frischer Roman über die Kraft des ZusammenhaltsWiener ZeitungTroye Sivan: Er ist gay! Gay! Gay! Gay!BILDKnutsch-Szenen auf dem Court - Wen küsst der Beckham-Spross hier?WDRQueere Bühnendiva Conchita Wurst in "Romeo und Julia"Alle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Romeo Beckham liebt Männer

Tennisrivalität und Leidenschaft

Romeo Beckham und Paul Kircher spielen in „Forty Love“ rivalisierende Tennistalente. Der erste Trailer zeigt Liebe, Eifersucht und blutigen Horror.
NFL-Star starb an Aids

Ein Held ohne Ruhmeshalle

Vor 40 Jahren starb die schwule NFL-Legende Jerry Smith mit nur 43 Jahren an Aids. Sein sportliches Vermächtnis und sein Mut wirken bis heute nach.
US-Schule stoppt Musical

Hauptrolle sorgt für Streit

Eine Schülerin erhält die männliche Hauptrolle in „Der kleine Horrorladen“. Kurz darauf sagt ihre US-Schule das Musical aus seltsamen Gründen ab.
Machtkampf in Polen

Präsident blockiert Ehe-Reformen

Polens Präsident Nawrocki blockiert Reformen für homosexuelle Paare. Nun eskaliert der Machtkampf mit Premier Tusk um Polens Verfassungsgericht.
Grindr nutzt Daten für KI

Neue Warnung vor Risiken

Grindr nutzt bestimmte Nutzerdaten standardmäßig für das KI-Training. Pulitzer-Preisträger Ronan Farrow kritisiert jetzt die Datenschutzpraxis.
Senegal verschärft Verfolgung

Minderjährige Schüler inhaftiert

Im Senegal sind 35 weitere Menschen wegen mutmaßlicher Homosexualität festgenommen worden, darunter auch minderjährige Schüler sowie HIV-Positive.
Russland bestraft Autorin

Hohe Geldstrafe für „queere Freude“

Die russische Autorin Sasha Kazantseva muss 300.000 Rubel, rund 3.200 Euro, zahlen, weil sie eine Diskussion über „queere Freude“ angekündigt hat.
Kickls Immunität bleibt

Verhetzungsverdacht nach Rede

Kickl attackierte queere Aufklärungsarbeit, die Staatsanwaltschaft wollte ermitteln. Nun stellt sich der Nationalrat einstimmig gegen eine Verfolgung.
Beziehungsängste bei Schwulen

Neue Studie zeigt Unterschiede

Eine neue Studie zeigt: Junge schwule Männer zweifeln häufiger an der Stabilität ihrer Partnerschaft als gleichaltrige heterosexuelle Männer.