Direkt zum Inhalt
Verbot von Homosexualität

Verbot von Homosexualität Georgiens Parlament beschließt nach zweiter Lesung homophobes Gesetzespaket

ms - 10.09.2024 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Das Parlament in Georgien stimmte jetzt auch in zweiter Lesung für das neue Gesetzespaket gegen die „LGBT-Propaganda“. Bereits im März dieses Jahres hatte die Regierung angekündigt, angelehnt an das russische Vorbild, allumfassende Gesetze gegen Homosexuelle und queere Menschen umsetzen zu wollen. Mit der zweiten Abstimmung scheint nun nichts mehr das Vorhaben aufhalten zu können. Die politische Opposition nahm aus Protest gar nicht erst an der Sitzung teil. LGBTI*-Verbände erklärten, dass Homosexualität damit weitestgehend verboten wird, LGBTI*-Menschen werden in die Unsichtbarkeit getrieben.

Homosexualität wird komplett verboten

Deckungsgleich mit Russland wird das neue Gesetzespaket alle Themen rund um Homosexualität sowie gleichgeschlechtliche Beziehungen und weitere LGBTI*-Themen in allen Bildungseinrichtungen, Schulen sowie in allen Medien und der Werbung verbieten. Weitere Änderungen sind auch im Arbeits- und Zivilrecht festgeschrieben. LGBTI* darf nicht mehr auf öffentlichen Veranstaltungen thematisiert werden, das bedingt auch ein Komplettverbot aller CSDs und Pride-Paraden, die bereits jetzt schon im Land nur unter schwierigsten Bedingungen stattfinden haben können.  

Angst um Georgiens Identität

In der Verfassung wird dabei ebenso verankert, dass gleichgeschlechtliche Ehen illegal sind und eine Eheschließung nur zwischen Mann und Frau stattfinden darf. Darüber hinaus ist homosexuellen sowie auch queeren Paaren die Adoption von Kindern untersagt. Operative Geschlechtsänderungen bei Trans-Menschen stehen ebenso ab sofort auf der roten Liste.  Begründet werden alle Schritte mit dem Schutz der Kinder und der Annahme, dass anderenfalls durch die „LGBT-Propaganda“ ansonsten in zwei bis drei Generationen die Identität Georgiens ausgelöscht werden würde. 

 Georgien geht damit strikt seinen neuen Anti-Homosexuellen-Kurs weiter, erst im Juni trat auch das umstrittene Gesetz zur „ausländischen Einflussnahme“ in Kraft, das eine besondere Bedrohung gerade auch für LGBTI*-Verbände darstellt – es gibt der Regierung so unter anderem die Möglichkeit, Organisationen zu verbieten. Das Parlament scheint auch unberührt von der internationalen Kritik an dem extrem homophoben Kurs im Land zu sein – ob unter diese Umständen der Beitritt zur EU sowie zur NATO weiter vorangetrieben werden kann, ist äußerst fraglich. Im Oktober finden im Land zudem die nächsten Parlamentswahlen statt, eine weitere politische Extremisierung ist möglich. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Ende einer Cruising-Kultstätte

Park in Brooklyn wird neu gestaltet

Einst der Märchenpark für Schwule, wird der Cruising-Bereich im Brooklyner Prospect Park nun komplett umgestaltet. Die Community blick wehmütig darauf
Skandal in Australien

Gemeine Attacke auf Community

Die Polizei in Westaustralien untersucht Flugblätter gegen LGBTIQ+-Menschen, die darin fälschlicherweise der Pädophilie beschuldigt werden.
Streit an Boston University

Entfernung von Pride-Fahnen

An der Boston University wird derzeit heftig um LGBTIQ+ und Sichtbarkeit gestritten nach dem Entfernen von Pride-Flaggen.
Glückliche schwule Männer

Was macht uns wirklich happy?

Heute feiern wir den Tag des Glücks, doch was genau macht Schwule wirklich glücklich? Und wie können wir unser Glück steigern?
Meilenstein für "Evil Gay"

Aaron Rourke wird Singles-Champion

Historischer Sieg: Wrestler Aaron Rourke alias "Evil Gay" ist der erste offen schwule Singles-Champion in der WWE-Geschichte.
Sicherheitskonzept für den ESC

Hohes Security-Konzept bleibt

Der ORF hat das hohe Sicherheitskonzept für den ESC noch einmal bekräftigt, man sei gewappnet auch angesichts diverser politischer Spannungen weltweit
Urteil in London

Betrug durch Dating-Apps

Ein 26-Jähriger wurde in London jetzt zu drei Jahren Haft verurteilt, er hatte schwule Männer mittels Dating-Apps um viel Geld betrogen.
Kindesmissbrauch im Fußball

Jugendtrainer in Verdacht

Die Polizei ermittelt gegen einen 43-jährigen Ex-Jugendtrainer des 1. FC Köln, der mehrere Kinder sexuell missbraucht haben soll.