Direkt zum Inhalt
Das Ende von Diversity?
ANZEIGE

Das Ende von Diversity? Ist LGBTI*-Diversität für einige große Firmen nicht mehr wichtig?

ms - 24.07.2024 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Jedes Jahr werden zur Pride-Saison erneut die Debatten darüber geführt, ob Unternehmen sich rein aus Imagegründen in den Farben des Regenbogens präsentierten oder ob der Einsatz für die LGBTI*-Community tatsächlich ganzjährig ein wichtiger Punkt in der Firmenphilosophie ist. Dabei zeigt sich jetzt eine gänzlich neue Entwicklung – Unternehmen beenden ihre Diversity-Maßnahmen freiwillig und bewusst. 

Diversity nicht mehr geschäftsrelevant

Zu den großen Firmen, die aktuell offenbar nicht mehr verstärkt auf Diversity setzen wollen, gehören Microsoft, Zoom oder auch Meta (Instagram, WhatsApp, Facebook). Nach Angaben von Business Insider kündigte Microsoft jetzt dem gesamten Team für Vielfalt, Gleichberechtigung und Integration (kurz DEI für Diversity, Equity, Inclusion). 

Das Medienmagazin zitiert dabei aus einer internen Mail von Microsoft: „Echte Systemveränderungsarbeit, die mit DEI-Programmen überall verbunden ist, ist nicht mehr so geschäftsrelevant oder schlau wie im Jahr 2020.“ Aus ähnlichen Gründen entließ zuvor bereits das Unternehmen Zoom sein Diversity-Team. Google, Meta und Microsoft minimierten außerdem maßgeblich Diversity-Programme in den Unternehmen. Microsoft betonte auf Rückfrage zwar, dass der „Fokus auf Vielfalt und Inklusion unerschütterlich“ bestehen bleibe – nur offenbar finanziell wolle man Diversity trotzdem nicht mehr in dem Maße wie bisher unterstützen. 

Regenbogenfarben als Marketingtool

Und auch deutsche Unternehmen wie BMW scheinen immer mehr Abstand von Diversity-Projekten zu nehmen. Auf Rückfrage erklärte der Automobilkonzern online in diesen Tagen via X, dass eine Färbung des Logos in Regenbogenfarben zur Pride-Saison schlicht unter die Rubrik Marketingaktivitäten fallen würde und diese Vorgehensweise sei im Ermessen der jeweiligen Vertriebsgesellschaften in den Ländern – ein wesentlicher Grund, warum BMW die Logofärbung in Ländern im Nahen Osten bewusst nicht vornimmt. BMW dazu: „Dies ist eine etablierte Praxis bei der BMW Group, die auch marktspezifische gesetzliche Regelungen und länderspezifische kulturelle Aspekte berücksichtigt.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Die Jugend altert schneller

Studie über queere Gen-Z

Eine neue Studie deutet darauf hin, dass beschleunigtes biologisches Altern das steigende Krebsrisiko bei jüngeren Menschen mit erklären könnte.
Attacke von Hunter Biden

Debatte um homophobe Heuchelei

Hunter Biden wirft führenden Republikanern vor, ihre Homosexualität zu verbergen und daraus Hass gegen Minderheiten abzuleiten.
Grindr wächst weiter

Viel Kritik ohne Folgen

Trotz anhaltender Kritik gewinnt Grindr weiter zahlende Nutzer – und baut seine Marktführerschaft im Dating für schwule Männer 2026 deutlich aus.
Flucht aus Nigeria

Leben in ständiger Angst

Ein 17-jähriger Schwuler aus Nigeria hofft auf Flucht – weil ihm in seiner Heimat wegen seiner sexuellen Orientierung Haft, Gewalt oder sogar der Tod drohen.
Nachbarschaftskrieg in Florida

Sieben Jahre Haft für Angreifer

Nach wiederholten queerfeindlichen Belästigungen schoss ein Mann in Florida seinen trans* Nachbarn nieder und muss nun sieben Jahre ins Gefängnis.
Neue Angriffe auf DJ Butch

Attacke von Linksextremisten

Nach dem Abbruch eines Auftritts von DJ Barbara Butch in Grenoble wächst die Kritik an der Aktion von linksextremen Aktivisten.
Ein Jahr ohne Helpline

LGBTIQ+-Jugendliche in den USA

Ein Jahr nach dem Ende der US-Krisenhilfe für LGBTIQ-Jugendliche bleibt die Zukunft des Angebots unklar – Experten warnen vor Risiken.
Flucht vor Putins Armee

Homosexuelle Russen in Angst

Russische Deserteure und homosexuelle Menschen fürchten bei einer Rückkehr Verfolgung. Deutschland bietet dabei derzeit nur begrenzten Schutz.
China verschärft Kontrollen

Druck auf Aktivisten wächst

In China werden queere Organisationen und Veranstaltungen zunehmend eingeschränkt. Menschenrechtler warnen vor wachsender Repression.