Neue Warnung vor Mpox WHO betont mögliche Lebensgefahr für Menschen mit HIV
Bereits Ende Dezember warnte das Berliner Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) vor einer erneuten Ausbreitung der Affenpocken in der Regenbogenhauptstadt; 2025 haben sich die Fälle von Neu-Infektionen im Vergleich zu den beiden Vorjahren verdoppelt. Jetzt sind nach Angaben der Behörde auch mehrere Fälle der deutlich gefährlicheren Mpox-Variante Klade 1b registriert worden.
Betonung auf Impfung
Betroffen sind einmal mehr fast ausschließlich schwule und bisexuelle Männer. Lageso-Präsident Alexander Straßmeir erklärte dazu: „Die Klade 1b des Mpox-Virus ist nun in Berlin angekommen. Die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung schwerer Erkrankungen ist die Impfung.“ Abermals betonte die Behörde weiter, dass die Zweifach-Impfung vor allem für die Risikogruppe der Männer mit gleichgeschlechtlichen Kontakten besonders wichtig ist, insbesondere, wenn mehrere verschiedene Sexualpartner bestehen. Auch für männliche Sexarbeiter sei ein Impfschutz wichtig. Die Kosten der Impfung werden vollständig von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Mehrere Infektionsfälle mit Klade 1b
Seit Mitte Dezember 2025 sind in Berlin drei Fälle der Klade 1b bestätigt worden, wobei zwei der Betroffenen sich vermutlich lokal infiziert haben. Alle drei Männer im Alter von 30 bis 50 Jahren wiesen dabei typische Symptome wie Fieber, Hautläsionen und geschwollene Lymphknoten auf. Zwei der Erkrankten waren ungeimpft und erlebten einen schwereren Verlauf, während ein einmal geimpfter Mann nur leichte Beschwerden hatte. Auch international wurden Fälle der Klade 1b gemeldet, bei denen der Infektionsort möglicherweise Berlin gewesen war.
Lebensgefahr für Menschen mit HIV
Die Klade 1b ist eine Mutation der bekannten Klade 2b, die 2022 zu einer weltweiten Pandemie von Affenpocken führte, wobei größtenteils auch hier außerhalb Afrikas vor allem schwule und bisexuelle Männer betroffen waren. In Deutschland erkrankten seitdem rund 4.300 Menschen daran, rund die Hälfte davon allein in Berlin. Im letzten Jahr traten dann erstmals Fälle der neuen Variante 1b in der Bundesrepublik auf. Die Virusversion ist aggressiver, deutlich leichter übertragbar und zeichnet sich durch schwerere Krankheitsverläufe aus. Zudem besteht laut der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC ein deutlich höheres Risiko von Todesfällen bei Menschen mit HIV.
Zu einer ähnlichen Einschätzung kam Ende Dezember nun auch die Weltgesundheitsorganisation WHO: „Menschen mit immunsuppressiven Erkrankungen bleiben einem hohen Risiko ausgesetzt, eine schwerere Form von Mpox zu entwickeln und daran zu sterben, insbesondere Menschen mit unentdecktem und/oder unbehandeltem, unkontrolliertem HIV. Männer, die Sex mit Männern haben und neue und/oder mehrere Partner haben, sind weiterhin einem erhöhten Risiko ausgesetzt, sich mit der Klade 1b und auch der Klade 2b des MPXV zu infizieren.“ Laut dem Robert Koch-Institut gibt es in Deutschland bis zu 13.000 Menschen, die HIV positiv sind und nichts von ihrer Diagnose wissen – auch sie sind einem besonders hohen Risiko ausgesetzt.