Marvel Rivals und LGBTIQ+ Wie steht es um queere Charaktere in der Superheldenwelt?
Die Spielreihe „Marvel Rivals“ startete gestern zur Freude der Fans in Season 5, auch viele queere und homosexuelle Spieler begeistern sich seit Jahren an der Superhelden-Spielwelt. Während das Game erneut mit einer Vielzahl von Charakteren und Kämpfen zahlreiche Fans begeistert, wird die queere Repräsentation innerhalb des Spiels von Aktivisten aus der LGBTIQ+-Community kritisiert.
Mobiles Spiel aus dem Marvel Universum
„Marvel Rivals“ ist ein kostenloses, taktisches Mobile-Spiel, das Helden und Schurken aus den Marvel-Comics vereint. Spieler können ihre eigenen Teams aus bekannten Marvel-Helden zusammenstellen, um in strategischen Kämpfen gegen andere Spieler oder KI-gesteuerte Gegner anzutreten.
Das Spiel kombiniert Elemente von Rollenspielen und Sammelkartenspielen und ermöglicht es, Charaktere zu leveln, Fähigkeiten zu verbessern und spezielle Events zu erleben, die die Hintergrundgeschichten der Marvel-Comics aufgreifen. Seit der Veröffentlichung wurden ikonische Figuren wie Daredevil, Blade und Mitglieder der Fantastic Four eingeführt und deren Geschichten und Verbindungen aus den Comics in die Spielhandlung integriert.
Vage Andeutungen bei LGBTIQ+
Doch obwohl das Spiel versucht, eine tiefere Erzählung anzubieten, bemerken offenbar viele Spieler eine unzureichende Behandlung von LGBTIQ+-Beziehungen. Die Interaktionen und Dialoge im Spiel konzentrieren sich wenig auf diese Themen. In der fünften Staffel des Spiels, die seit gestern unter dem Titel „Love is a Battlefield“ angelaufen ist, wird das Thema Liebe ins Zentrum gerückt, etwa mit Paaren wie Mantis und Loki oder Storm und Black Panther. Doch homosexuelle oder queere Beziehungen, wie die von Loki und Magik, tauchen lediglich in dezenten Anspielungen auf.
Ein weiteres Beispiel ist die Figur Angela. In den Comics ist sie mit Sera verheiratet, doch im Spiel wird diese Beziehung nur vage angedeutet, ohne die romantische Bindung explizit zu benennen. Diese subtile Herangehensweise führt derzeit online zu Diskussionen darüber, ob die Darstellung von queeren Charakteren und deren Beziehungen im Spiel künftig nicht doch klarer und wertvoller gestaltet werden sollte.
Statement der Entwickler
Die Entwickler von NetEase Games, die hinter „Marvel Rivals“ stehen, erklärten daraufhin in einem Interview, dass die Auswahl der Charaktere und Paare für jede Staffel auf den Originalgeschichten der Marvel-Comics basiere. Laut den Entwicklern war es nie ihre Absicht, queere Beziehungen zu minimieren. Stattdessen konzentrierten sie sich darauf, die bekanntesten Paare zu integrieren, wie etwa Rogue und Gambit, die in der aktuellen Staffel im Mittelpunkt stehen. Zudem versicherten die Macher, dass das Spiel weiterhin regelmäßig aktualisiert werde und neue Charaktere wie Deadpool in Staffel 6 hinzukommen sollen. Dabei betonten sie auch, dass sie überdies die Vielfalt des Spiels weiter ausbauen wollen.
Ein positiver Schritt in diese Richtung war die Einführung einer Skin für Lady Loki, die ihre fluide Geschlechtsidentität betont. Dies soll ein wachsendes Bewusstsein für die Bedeutung der LGBTIQ+-Repräsentation im Spiel signalisieren. Trotzdem erhofft sich die Community online, dass zukünftige Staffeln die queeren Narrativen weiter vertiefen und den LGBTIQ+-Charakteren eine klarere und sichtbarere Rolle zukommen lassen werden.
Bedeutung der Repräsentation
Für die queere Community sind Superhelden, die LGBTIQ+-Menschen repräsentieren, weit mehr als nur Unterhaltung. Sie sind oftmals ein Symbol der Anerkennung und ein Mutmacher. Der Superheldenschöpfer Stan Lee betonte dies immer wieder bei der Schaffung seiner Figuren, allen voran der X-Men, die in den letzten Jahrzehnten viele homosexuelle Fans bestärkten. Die Hoffnungen sind daher groß, dass sich durch die zunehmende Sichtbarkeit von queeren Charakteren in Spielen wie „Marvel Rivals“ die Welt der Superhelden weiter öffnet und die Community darin stärker und sichtbarer vertreten sein wird als bisher.