Direkt zum Inhalt
Millionenstrafe für Grindr
Foto: IMAGO / Levine-Roberts
ANZEIGE

Millionenstrafe für Grindr 5,8 Millionen Euro Bußgeld in Norwegen für Verstoß gegen den Datenschutz

ms - 04.07.2024 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Jetzt scheint es amtlich: Der schwule Dating-App-Anbieter Grindr muss in Norwegen eine Millionenstrafe von umgerechnet rund 5,8 Millionen Euro bezahlen. Auch der Einspruch des US-Unternehmens letztes Jahr nützte nichts, die Richter des Bezirksgerichts in Oslo blieben nun final bei Ihrer Entscheidung.

Sensible Daten in Umlauf

Grindr hat demnach gegen die Datenschutzgrundverordnung verstoßen und in einem Zeitraum von gut zwei Jahren zwischen 2018 und 2020 sensible Daten der Nutzer an Werbefirmen weitergegeben. Laut der Untersuchung der norwegischen Datenschutzbehörde Datatilsynet hatte Grindr dabei konkret Alter, Geschlecht, GPS-Standort, IP-Adresse und Werbe-ID der Betroffenen weitergeleitet. Besonders gravierend sei überdies, dass die App-Betreiber auch Daten weitergaben, die Personen als Grindr-Nutzer identifizierten, was einem Zwangsouting gleichkommen kann. 

Ein Sieg für Verbraucherschutz

Bereits im Jahr 2020 hatte Datatilsynet das Bußgeld daraufhin erstmals verhängt, Grindr hatte allerdings Einspruch eingelegt, sodass der Fall vor Gericht landete. Die Richter betonten nun im Urteilsschluss einmal mehr, dass das Unternehmen mit besonders schützenswerten Daten arbeite, die einen direkten Rückschluss auf die sexuelle Orientierung gibt – nahezu alle Nutzer sind schwule oder bisexuelle Männer. Nach dem jetzt erfolgten Urteil erklärte der norwegische Verbraucherrat: „Das ist ein bedeutender Sieg im Kampf um den Schutz von Verbraucherdaten und Sicherheit online.”

Klagen in weiteren Ländern

Die Rechtsanwälte von Grindr hatten bis zuletzt erklärt, die Nutzer hätten durch das Klicken von Buttons wie „Fortfahren“ der Datenweitergabe zugestimmt. Ob das US-Unternehmen nun erneut vor Gericht ziehen wird, ist noch unklar. Inzwischen gibt es außerdem weitere Klagen bezüglich des Datenschutzes gegen Grindr, aktuell in Großbritannien. Hier wird Grindr ebenso vorgeworfen, sensible Daten wie beispielsweise auch den HIV-Status der Nutzer an Werbefirmen weitergegeben zu haben. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Trey Cunningham selbstbewusst

Hürdenläufer mit Starpotenzial

Der schwule Sportstar Trey Cunningham beendet seine Saison mit Rekord, Modeljobs und viel Selbstbewusstsein – und hat bereits Olympia 2028 im Blick.
Kerle in besonderer Tracht

Lederhose, Lust und Lebensfreude

September ist Oktoberfestzeit. Für schwule Jungs liegt dabei eine besondere Faszination bei Männern in Lederhosen. Doch warum eigentlich?
Netflix und LGBTIQ+

Die zehn erfolgreichsten Serien

Netflix' meistgesehene Serien zeigen viele LGBTIQ+-Figuren und Geschichten – an der Spitze steht ein sexy Werwolf mit rund 252 Millionen Aufrufen.
Mordversuch mit Bierflasche

Junger Mann in Minnesota attackiert

Ein Mann aus Minnesota wurde mit einer zerbrochenen Bierflasche attackiert und schwer verletzt, weil sein Angreifer ihn fälschlich für schwul hielt.
Nationale Krise auf Fidschi

Massiv steigende HIV-Zahlen

Der Staat Fidschi reagiert auf stark steigende HIV-Zahlen mit einem nationalen Notstand und will Tests, Prävention und Behandlung ausweiten.
Suizide in der EU

Männer deutlich häufiger betroffen

Die Suizidrate in der EU sinkt langsam, doch Männer und sexuelle Minderheiten bleiben besonders stark betroffen, insbesondere in Deutschland.
Kritik an Bundesregierung

LSVD+ betont fehlenden Schutz

Der LSVD+ kritisiert fehlende Maßnahmen der Bundesregierung gegen Queerfeindlichkeit und fordert mehr Beteiligung der queeren Zivilgesellschaft.
Demonstrationen für LGBTIQ+

Proteste vor türkischen Botschaften

Proteste heute vor Botschaften: Internationale Organisationen und Regierungsvertreter kritisieren die Einschränkungen gegen LGBTIQ+ in der Türkei.
Brutaler Überfall in Berlin

Junger Schwuler attackiert

Ein 26-jähriger schwuler Mann wurde in Berlin angegriffen und beraubt, nachdem ein Unbekannter nach seiner sexuellen Orientierung gefragt hatte.