Streit am Gartenzaun Floridas Kampf gegen die bunte Farbenvielfalt
Ein lesbisches Ehepaar aus Key West im US-Bundesstaat Florida geht jetzt juristisch gegen die Stadt vor. Grund ist ein in Regenbogenfarben gestrichener Gartenzaun, wegen dessen Gestaltung den beiden Frauen Geldstrafen angedroht worden waren.
Das Wichtigste im Überblick
- Lesbisches Paar aus Key West klagt gegen Stadtverwaltung wegen Regenbogen-Zaun
- Behörden hatten tägliche Geldstrafen von bis zu 250 Dollar angedroht
- Hintergrund ist Streit um Pride-Symbole im öffentlichen Raum in Florida
- Bürgerrechtsorganisation ACLU unterstützt die Klage
Coley Sohn und Linda Bagley-Sohn hatten mehrere Zaunlatten vor ihrem Wohnhaus bunt bemalt. Die Aktion verstand das Paar als Protest gegen die Entfernung von Pride-Zebrastreifen und farbig gestalteten Gehwegen in Florida. Die Stadt hatte entsprechende Vorgaben umgesetzt, nachdem Gouverneur Ron DeSantis Ende Juni 2025 die Beseitigung solcher Markierungen gefordert hatte. Als Begründung wurden Sicherheitsbedenken angeführt.
Nach Angaben der zwei Klägerinnen beteiligten sich mehr als 50 Menschen in der Nachbarschaft an ähnlichen Solidaritätsaktionen. Gegen die Familie Bagley-Sohn sei jedoch gezielt vorgegangen worden, nachdem sich ein Nachbar beschwert habe. Die Stadt habe dem Paar Strafen von bis zu 250 US-Dollar pro Tag angedroht, falls der Zaun nicht wieder weiß gestrichen werde. Ein Antrag auf Genehmigung der Farbgestaltung war zuvor abgelehnt worden. Nach Darstellung der Behörden entsprach die Gestaltung nicht den geltenden Vorschriften zu zulässigen Farben. Um weitere Sanktionen zu vermeiden, ließ das Paar den Zaun Ende März wieder weiß streichen.
Klage gegen farbenkritische Stadt
Unterstützt wird die Klage nun von der Bürgerrechtsorganisation ACLU of Florida. Die Klägerinnen werfen der Stadt vor, Vorschriften gezielt gegen sie angewendet zu haben, weil die Regenbogenfarben mit der LGBTIQ+-Community in Verbindung stünden. „Niemand sollte das Recht verlieren, seine Meinung zu äußern, nur weil die Mächtigen mit der Botschaft nicht einverstanden sind“, erklärte Coley Sohn. „Genau davor schützt uns der erste Verfassungszusatz.“ Auch der Anwalt Nicholas Warren kritisierte das Vorgehen der Stadtverwaltung. „Der Staat kann Gesetze nicht nur gegen Menschen durchsetzen, die bestimmte Botschaften oder Ansichten vertreten, während andere Verstöße mit anderem Inhalt ignoriert werden“, sagte er. Die Klage wirft der Stadt unter anderem politische Zensur und eine verfassungswidrige Benachteiligung bestimmter Meinungsäußerungen vor.