Direkt zum Inhalt
Kleinkrieg der Kleingeister
ANZEIGE

Kleinkrieg eines Kleingeistes Der Privatkrieg von Floridas Gouverneur gegen Farbenvielfalt

ms - 08.10.2025 - 15:00 Uhr
Loading audio player...

Kommentar von Michael Schmucker

Floridas Gouverneur Ron DeSantis ist kein Freund der Community – das hat er in den letzten Jahren jenseits jeglicher Würde immer wieder gerne bewiesen. Aktuell kämpft der Hardliner ganz offenbar gegen Regenbögen, zumindest gegen jene, die als Zebrastreifen das Straßenbild verschönern sollen. Erst im August schockte die Meldung die Community im Sunshine State, dass ausgerechnet vor der Pulse-Gedenkstätte in Orlando ein solcher Übergang in einer Nacht-und-Nebelaktion übermalt worden war, jenem Ort, an dem 49 LGBTIQ+-Menschen ermordet worden waren. Es folgten weiterte Aktionen dieser Art, der Kleinkrieg der Kleingeister scheint kein Ende zu nehmen. 

Harte Kante, kleiner Kerl  

Der jüngste Fall nun: Auch in Miami Beach wurde jetzt ein LGBTIQ+-Regenbogen-Zebrastreifen überpinselt, also dort, wo schwule Männer die Bevölkerungsmehrheit stellen dürften. Die Stadtkommission legte einstimmig und tatkräftig Berufung gegen den Beschluss zur Entfernung ein – vergebens. Das Verkehrsministerium setzte auch dort die Richtlinien von DeSantis um, der sich selbst gerne mit Cowboyhut als großen Macher präsentiert. Mit echter Größe scheint der 47-Jährige so seine Probleme zu haben, mit seinen 1,72 Meter Körpergröße trägt der Gouverneur gerne Spezialschuhe, um größer zu wirken. Was mag er wohl kompensieren müssen, dass er ausgerechnet schwule Männer so gar nicht mag? Vielleicht scheitert es deswegen auch an einem Perspektivwechsel, sodass an seiner staatlichen Anweisung stur festgehalten wird: Kunstwerke sind von Zebrastreifen und Kreuzungen zu entfernen, wenn sie als „politisch” oder „ideologisch” eingestuft werden. 

Wertschätzung von Mitmenschen?

Ähnlich wie in Orlando war auch in Miami Beach der bunte Zebrastreifen seit 2018 zum Symbol für die Sichtbarkeit und Geschichte der LGBTIQ+-Community geworden. Stadtrat Alex Fernandez betonte daher nun wehmütig: „Diese lebendigen Installationen sind mehr als nur Farbe auf dem Bürgersteig, sie spiegeln die Werte wider, die uns wichtig sind: Respekt, Wertschätzung der Mitmenschen und das Grundrecht, offen zu leben und zu lieben.“ Werte? Grundrechte? Damit hat Cowboy Ron sicherlich nichts am Hut. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry als Fan-Treiber

Viele Frauen entdecken Eishockey

Die Zahl weiblicher Zuschauer bei den Eishockey-NHL-Playoffs hat sich fast verdreifacht. Der Grund dafür lautet wohl „Heated Rivalry“.
Too Hot to Handle

Lieber Pool statt Perfektion

Die Sommerhitze bringt an diesem Wochenende selbst die größten schwulen Klischees wieder ins Schwitzen – und macht sie dabei erstaunlich sympathisch.
Schwule Witze

Homosexuelle als Lachnummer

Eine neue YouGov-Studie zeigt: In Großbritannien wächst die Zahl der Menschen, die Witze über Homosexuelle akzeptabel finden.
Kai Wegner zieht Konsequenzen

Rückzug als CDU-Spitzenkandidat

Kai Wegner gibt die CDU-Spitzenkandidatur ab, während Stefan Evers als möglicher Nachfolger den Berliner Wahlkampf übernehmen soll.
Sex bei Heartstopper

Neuer Mut zu mehr Realität

Mit einem finalen Film endet in einer Woche „Heartstopper“ – und die Stars sprechen über Abschied, Sexszenen und die Bedeutung queerer Sichtbarkeit.
Generation Z verändert sich

Mehr Frauen queer als Männer

Eine neue Studie zeigt: Frauen der Generation Z identifizieren sich deutlich häufiger als LGBTIQ+ als Männer derselben Altersgruppe.
Klatsche für Ron DeSantis

US-Gericht stoppt "Woke"-Verbot

Ein US-Berufungsgericht stoppte jetzt Floridas „Stop Woke Act“ an Hochschulen und sieht darin eine unzulässige Machtüberschreitung.
Schadensersatz für Verleumdung

Schwuler US-Lehrer wehrte sich

Ein US-Gericht hat einem schwulen Lehrer und einer LGBTIQ+-Unterstützerin wegen Verleumdung mehr als eine Million Dollar Schadenersatz zugesprochen.