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Scharfe Kritik vor Fußball-WM Human Rights Watch spricht von „Menschenrechtskatastrophe“

Von ms - 12.05.2026 - 10:00 Uhr
Scharfe Kritik vor Fußball-WM
Foto: iStock / sezer ozger
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Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada ab Mitte Juni vor erheblichen Risiken für die Menschenrechte gewarnt. Minky Worden, Direktorin der Organisation, sprach im Interview mit ntv.de von „einer potenziellen Menschenrechtskatastrophe“.

Das Wichtigste im Überblick

  • Human Rights Watch warnt vor Menschenrechtsproblemen bei der Fußball-WM 2026
  • Kritik richtet sich insbesondere gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE
  • Menschenrechtlerin sieht Defizite beim Schutz von Minderheiten und LGBTIQ+-Personen
  • FIFA und Präsident Infantino stehen wegen ihrer Rolle im Vorfeld des Turniers erneut in der Kritik

Unsicherheit im Umfeld der Spiele

Die WM hätte nach Einschätzung der Aktivistin eigentlich einen Neuanfang markieren sollen. „Aber ich kann definitiv sagen, dass die WM zwar immer noch die größte sein mag, aber sie wird nicht die Beste in Bezug auf die Menschenrechte werden“, erklärte Worden. Besonders kritisch äußerte sie sich zur Rolle der US-Einwanderungsbehörde ICE. Nach ihren Angaben herrsche rund um das Turnier große Unsicherheit, auch weil die Behörde möglicherweise an Sicherheitsmaßnahmen beteiligt sein könnte. „ICE, eine Art paramilitärische Polizei, betreibt eine brutale, menschenverachtende Politik, selbst bei Menschen, die das Recht haben, in den Vereinigten Staaten zu bleiben“, sagte Worden. 

Welche Aufgaben ICE während der Weltmeisterschaft tatsächlich übernehmen wird, ist bislang offen. Rodney Barreto, stellvertretender Organisationschef in Miami, hatte zuletzt erklärt, US-Außenminister Marco Rubio habe zugesichert, dass sich bei WM-Spielen keine ICE-Beamten in den Stadien aufhalten würden. „Einen Monat vor der Weltmeisterschaft hat niemand eine Ahnung, was passieren wird. Da man kein effektives System für Menschenrechte und keine Aktionspläne hat, sondern nur den einen Mann im Weißen Haus, könnte alles Mögliche passieren“, so Worden.

Kein Fokus auf LGBTIQ+

Nach Ansicht von Worden spiegele sich der politische und gesellschaftliche Konflikt in den USA auch im Umfeld des Turniers wider. Sie kritisierte insbesondere die aus ihrer Sicht unzureichenden Schutzmaßnahmen für Minderheiten in mehreren Austragungsorten. „Etwa bei den fehlenden Menschenrechtsmaßnahmen der Ausrichterstädte. Sie sollten eigentlich den Schutz von Minderheiten und schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen, einschließlich LGBTIQ+-Personen, gewährleisten. Aber von den vier veröffentlichten Aktionsplänen erwähnt in den USA nur der von Atlanta LGBTIQ+-Rechte“, sagte die Menschenrechtlerin.

Scharfe Kritik erneut an der FIFA

Zugleich warf Worden dem Fußball-Weltverband FIFA Versäumnisse vor. Besonders kritisch bewertete sie einen bei der WM-Auslosung vergebenen Friedenspreis an US-Präsident Donald Trump. „Hierbei handelt es sich um eine Form der Korruption. Das ist eine erfundene Sache, um einem Mann zu schmeicheln, der nicht für Frieden, sondern für die gewaltsame Unterdrückung der Amerikaner, Bombardierungen außerhalb des Staatsgebiets und Kriege im Ausland steht“, erklärte Worden.

Die FIFA verweist dagegen darauf, dass Menschenrechtsstandards inzwischen Teil der Bewerbungsverfahren für internationale Wettbewerbe seien. Zudem nennt der Verband Menschenrechte als eines seiner strategischen Ziele. Human Rights Watch indes bekräftigt, dass die FIFA bei der Vorbereitung des Turniers im Bereich Menschenrechte versagt habe. Worden erklärte, der Weltverband habe sogar „auf unvorstellbarer Ebene“ versagt. Nach ihrer Einschätzung könne das Turnier „eine potenzielle Menschenrechtskatastrophe“ werden.

Auch die Rolle des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino wird kritisch bewertet. Nach Einschätzung von Worden habe sich die Führung des Weltverbands in besonderem Maße auf eine Annäherung an Trump eingelassen. Dies sei „auf die unglaublichste und peinlichste Art und Weise“ geschehen und basiere auf einem „völlig falschen Verständnis“ für die Anforderungen eines solchen Turniers. Die FIFA wie auch Infantino selbst stehen in den letzten Jahren immer wieder scharf in der Kritik, beispielsweise wegen ihrer Zusammenarbeit mit Despoten oder auch der Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2034 nach Saudi-Arabien – einem Land, in dem bis heute die Todesstrafe auf Homosexualität steht. 

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