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Sorge in Kanada
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Sorge in Kanada Wie steht der neue Premierminister zu LGBTIQ+?

ms - 11.03.2025 - 10:00 Uhr
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Mit einem eindeutigen Votum sprachen sich bei der Abstimmung rund 86 Prozent der Liberalen Partei in Kanada für den früheren Zentralbankchef Mark Carney als Nachfolger von Justin Trudeau zum neuen Premierminister aus – der Finanzfachmann gilt damit als sicher für das Amt. Mit leichter Sorge blickt indes die queere Community auf den bald neuen Landeschef, der am kommenden Sonntag 60 Jahre alt wird. Wie steht Carney wirklich zu LGBTIQ+?

Ein Kanada für Jedermann?

Trudeau war ein starker Unterstützer der Community und setzte sich in seiner zehnjährigen Amtszeit immer wieder für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und queeren Menschen ein. Er war auch gern gesehener Gast bei vielen Prides im Land. Carney gilt zwar als gute Wahl, um US-Präsident Donald Trump bei den derzeitigen Zoll-Kriegen die Stirn zu bieten und auch, um die Wirtschaft wieder zu stärken, doch äußerte er sich bisher nie konkret zu LGBTIQ+. Er wolle den „kanadischen Lebensstil“ verteidigen und ein „starkes Kanada für Jedermann“ schaffen, so Carney in seiner Rede. Konkreter wurde er nicht. 

Sorge über das Schweigen

Genau darin sehen immer mehr Kanadier aus der Community derzeit ein Problem – es mutet seltsam an, dass sich der künftige Premierminister des Landes in einer Zeit, in der LGBTIQ+ weltweit verstärkt angegriffen wird und insbesondere im Nachbarland USA derzeit unter juristischem Dauerfeuer steht, nicht ein einziges Mal dazu geäußert hat. Auch online betont Carney auf seiner Homepage zwar Themen wie Wirtschaft, Klima und Kultur, verliert aber kein Wort zur Community. Inzwischen fordern die ersten bekannten Stimmen aus der kanadischen LGBTIQ+-Szene, dass Carney öffentlich auch zu diesem Thema endlich Stellung bezieht. Das eiserne Schweigen verbreitet zusehends Sorgen. 

Neuwahlen im Oktober 

Wann genau Trudeau seine Amtsgeschäfte an Carney übergibt, steht indes noch nicht fest. Offiziell zuständig für die Ernennung des neuen Premierministers ist die Regionalgouverneurin Mary Simon, die offizielle Repräsentantin von König Charles III., dem Staatsoberhaupt des Commonwealth-Landes. Wie lange Carney tatsächlich dann im Amt bleibt, werden die nächsten Parlamentswahlen im Oktober dieses Jahres entscheiden. Zuletzt verlor die Liberale Partei an Zustimmung in der Bevölkerung – gewinnen die oppositionellen Konservativen die Wahl, stellen sie einen neuen Premierminister. 

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