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Homo-Heilungen in den USA

Homo-Heilungen in den USA Der Supreme Court befasst sich mit den bestehenden Verbote von Konversionstherapien in den USA - queere Vereine befürchten Schlimmes

ms - 11.03.2025 - 09:00 Uhr
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Erneuter Angriff auf die LGBTIQ+-Community in den USA: Werden Konversionstherapien im ganzen Land wieder legal? Darüber haben nun die neun Richter am Obersten Gerichtshof zu entscheiden, die den Fall jetzt offiziell angenommen haben. 

Legale Folter an Jugendlichen?

Die Gefahr ist durchaus realistisch, dass der Supreme Court die bisher bestehenden Verbote der unseriösen, umgangssprachlichen „Homo-Heilungen“, die zumeist von christlichen Einrichtungen angeboten werden, in den 28 US-Bundesstaaten aufheben, wo sie bisher beschlossen worden waren. Insbesondere sollen damit eigentlich Jugendliche vor den menschenverachtenden Umpolungs-Projekten bewahrt werden, die die Vereinten Nationen bereits seit geraumer Zeit mit deutlichen Worten als Folter brandmarkten.  

Verbot vs. Meinungsfreiheit 

Durch mehrere Instanzen gelangte der Fall Chiles vs. Salazar dabei bis zum Obersten Gerichtshof, vorangetragen von der christlich-nationalistischen Anti-LGBTIQ+-Rechtsgruppe Alliance Defending Freedom (ADF). Ursprünglich geklagt hatte die christliche lizenzierte Berufsberaterin Kaley Chiles aus Colorado Springs im Bundesstaat Colorado. Sie behauptete, das staatliche Verbot verbiete es ihr, Klienten mit „unerwünschten gleichgeschlechtlichen Anziehungen oder Geschlechtsidentitätsverwirrungen“ zu beraten, die „ihren Glauben über ihre Gefühle stellen“. Damit verstoße das Verbot gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung nach dem Ersten Verfassungszusatz. In vorangegangenen Urteilen, zuletzt vom US-Berufungsgericht des 10. Gerichtsbezirks, wurde ihre Klage stets abgeschmettert. 

Werden die Richter von Extremisten getrieben?

Kelley Robinson, Präsidentin der queeren Organisation Human Rights Campaign, erklärte zum Fall: „Bei der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, sich mit diesem Fall zu befassen, geht es nicht nur um die sogenannte Konversionstherapie – es geht darum, ob Extremisten unsere Gerichte benutzen können, um ihre gefährliche Agenda voranzutreiben, in dem Bemühen, LGBTIQ+-Menschen auszulöschen und Schutzmaßnahmen, die unsere Kinder schützen, auszuhöhlen. Es gibt keine Debatte: Die Konversionstherapie ist eine gefährliche Praxis, keine Therapie, und sie hat keinen Platz in unseren Gemeinschaften. Diese Verbote existieren, um LGBTIQ+-Kinder vor Schaden zu bewahren – Punkt!“

Des Weiteren rief Robinson die Community dazu auf, sich gemeinsam gegen die jüngsten Angriffe zur Wehr zu setzen: „Angriffe auf LGBTIQ+-Rechte sind der Ausgangspunkt für Angriffe auf all unsere Rechte. Die gleichen Leute, die versuchen, Missbrauch unter dem Deckmantel der ´Therapie´ zu legalisieren, sind diejenigen, die Bücher verbieten, reproduktive Rechte abschaffen und unsere Demokratie untergraben. Der Oberste Gerichtshof muss die Entscheidung des 10. Gerichtsbezirks bestätigen, die besagt, dass diese Gesetze verfassungsgemäß sind.“

Die ADF ihrerseits geht von einem Erfolg vor dem Supreme Court aus – die extreme Gruppierung war zuletzt an mehreren Siegen vor dem Obersten Gerichtshof beteiligt, darunter die Aufhebung der Abtreibungsrechte sowie die Stärkung von religiösen Unternehmen, die keine Medikamente im Bereich Empfängnisverhütung für ihre Angestellten übernehmen wollen oder sich weigern, Steuergelder für LGBTIQ+-freundliche Organisationen bereitzustellen.  

Langfristige Schäden durch Heilungsversuche 

Trotz der geltenden Verbote gibt es laut einem Bericht des queeren Jugendberatungsvereins Trevor Project landesweit derzeit über 1.300 Konversionstherapeuten, die ihre Dienste oft diskret in geschlossenen Online-Foren, privaten Social-Media-Gruppen und über mündliche Empfehlungen anbieten. Rund 13 Prozent aller LGBTIQ+-Jugendlichen in den USA wurden bereits einer Konversionstherapie unterzogen – bei 84 Prozent der Betroffenen haben die „Homo-Heilungsversuche“ bleibende Schäden verursacht und zu psychischen Erkrankungen geführt. 

Jaymes Black, Geschäftsführerin des Trevor Projects, betonte dazu: „Eine Konversionstherapie ist keine wirkliche Therapie. Sie ist eine schädliche, entlarvte Praxis, die nachweislich die Wahrscheinlichkeit eines Selbstmordversuchs bei LGBTQ+-Jugendlichen im letzten Jahr mehr als verdoppelt. Die Konversionstherapie wird von allen großen medizinischen und psychiatrischen Verbänden in den Vereinigten Staaten verurteilt. Bis heute haben fast 30 Staaten Gesetze verabschiedet, um junge Menschen vor den Schäden zu schützen, viele mit starker parteiübergreifender Unterstützung. Bei der Beendigung der Konversionstherapie geht es nicht um Parteipolitik, und es geht auch nicht um ´Meinungsfreiheit´. Bei der Beendigung der Konversionstherapie geht es darum, junge Menschen vor eindeutigen und nachgewiesenen psychologischen Schäden zu schützen und junge Leben zu retten.“ Der Fall wird in der nächsten Amtszeit des Obersten Gerichtshofs verhandelt, die im Oktober dieses Jahres beginnt.

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