Direkt zum Inhalt
Steinmeier für Social-Media-Verbot

Social-Media-Verbot Nach Bundeskanzler Merz bekräftigt auch Steinmeier ein Verbot

ms - 13.03.2026 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterstützt die Forderung nach einer Altersgrenze für soziale Netzwerke. Er sprach sich dafür aus, die Nutzung entsprechender Plattformen erst ab 14 Jahren zu erlauben. Zuletzt hatte auch Bundeskanzler Friedrich Merz sowie Vertreter von CDU und SPD das Vorhaben befürwortet, Kritik am von Unions-Partner CSU

Empfehlung von Experten „überzeugen nicht“

In einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ erklärte Steinmeier, ihm sei bewusst, dass viele Fachleute aus der Digitalbranche von einem solchen Verbot abraten. „Ich weiß, dass viele Digitalexperten meinen, man solle bloß die Finger von einem Verbot lassen“, sagte er. „Aber diese Empfehlung überzeugt mich nicht mehr.“ Die Risiken für Kinder und Jugendliche seien aus seiner Sicht zu groß. „Regellosigkeit führt zu Gefährdungen für das soziale Miteinander und für die Demokratie“, warnte der Bundespräsident. Eltern und Lehrkräfte dürften mit der Verantwortung im Umgang mit sozialen Netzwerken nicht allein gelassen werden.

Kritik mehrerer Verbände 

Mehrere Organisationen aus dem Bereich Kinder- und Jugendschutz sehen ein Verbot dagegen sehr kritisch. Der Deutsche Kinderschutzbund sprach sich gegen eine solche Regelung aus. Kinder und Jugendliche müssten vielmehr befähigt werden, digitale Angebote verantwortungsvoll zu nutzen. Zudem hätten soziale Medien auch zahlreiche positive Seiten. Ähnlich äußerten sich das Deutsche Kinderhilfswerk sowie der AWO-Bundesverband. Auch UNICEF Deutschland betonte, entscheidend sei vor allem, den digitalen Raum für junge Menschen sicher zu gestalten und gleichzeitig die Medienkompetenz in allen Altersgruppen gezielt zu stärken.

Mehrfach betonten auch queere Vereine wie das Jugendnetzwerk Lambda die Gefahren eines solchen Verbots, das queere junge Menschen weiter in die Isolation treiben werde und wichtige Kontakte, Teilhabe und Informationsgewinn über LGBTIQ+ gerade auch rund um das Coming-Out unterdrücken würde. Besonders dramatisch würde sich dadurch die Lage von schwulen, lesbischen und queeren Minderjährigen im ländlichen Raum gestalten. 

Expertenkommission rät zur Ruhe 

Zurückhaltend äußerte sich auch die Co-Vorsitzende der Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“, Nadine Schön. Sie rief die Politik dazu auf, zunächst die Arbeit der Kommission abzuwarten. Deren Auftrag sei deutlich umfassender als nur die Frage nach einem Mindestalter für soziale Netzwerke, sagte sie dem „Tagesspiegel“. Es gehe vielmehr insgesamt um Schutz, Befähigung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum. Sie empfehle der Politik daher dringend, die Kommission zunächst in Ruhe arbeiten zu lassen. Schön war bis zum vergangenen Jahr Bundestagsabgeordnete der CDU. Der Abschlussbericht des Gremiums wird für den Sommer erwartet.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Schuldspruch in Belgien

15 Jahre Haft für grausame Bluttat

Urteilsspruch: 15 Jahre Haft für drei junge Männer, die 2021 in Belgien einen schwulen 42-Jährigen mittels Grindr in eine Falle lockten und töteten.
Vorfreude auf den ESC 2026

Songs und Bühnenshow stehen fest

Kribbeln im Bauch dank ESC? Jetzt stehen die 35 Songs für 2026 fest und auch die Bühnenshow verspricht ein einmaliges Erlebnis in Wien zu werden.
Urteilsspruch in Augsburg

Haftstrafe für homophobe Schläger

Vier Männer wurden in Augsburg jetzt zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, weil sie brutal auf ein schwules Paar eingeschlagen hatten.
Missbrauch in der Kirche

93 Millionen Euro für die Opfer

Die katholische Kirche in Deutschland hat in den letzten fünf Jahren rund 93 Millionen Euro an die Opfer von sexuellem Missbrauch bezahlt.
"Homosexuelle oft Mutigste"

Starke Rede von Ex-Bundespräsident

Ex-Bundespräsident Christian Wulff ruft dazu auf, dass sich die Mehrheit der Gesellschaft aktiver für Rechte der queeren Community, engagieren müsse.
Juristischer Wendepunkt

Deutliche Worte für Grundrechte

Der EuGH hat entschieden, alle Mitgliedsstaaten müssen die Geschlechtsidentität von trans* Bürgerinnen und Bürgern rechtlich anerkennen.
Hass wegen Fingernagellack

Fußballprofi massiv beschimpft

Borja Iglesias, Stürmer von Celta Vigo mit bunten Fingernägeln, sah sich erneut massiven homofeindlichen Anfeindungen ausgesetzt,
Preissegen für Heated Rivalry

Gewinner bei den Queerties Awards

Die schwule Hit-Serie "Heated Rivalry" wurde bei den Queerties Awards als Bestes Drama ausgezeichnet. Einen zweiten Preis gab es für François Arnaud.
Schwule und bisexuelle Wähler

Trotz diskriminierender Politik

Nigel Farages Reform UK ist laut einer aktuellen Umfrage die bevorzugte Partei unter schwulen und bisexuellen Männern im Vereinigten Königreich.