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Asyl für schwulen Türken Verein spricht von Meilenstein für LGBTIQ+ in Österreich

Von ms - 08.06.2026 - 12:00 Uhr
Asyl für schwulen Türken
Foto: Instagram / queerbasevienna / Bearbeitung FASH Medien
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Einem schwulen Flüchtling aus der Türkei ist in Österreich Asyl zugesprochen worden. Nach Angaben der queeren Unterstützungsorganisation Queer Base aus Wien handelt es sich dabei um den ersten Fall dieser Art seit Bestehen des Vereins. Die Organisation wertet die Entscheidung als „Sensation“ und spricht von einem „Riesenerfolg“ sowie einen „Meilenstein“. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Einem schwulen Mann aus der Türkei wurde in Österreich erstmals Asyl gewährt.
  • Die queere Wiener Hilfs-Organisation spricht von einem historischen Erfolg.
  • Der 40-jährige Mustafa Barlas lebt seit zwei Jahren in Wien.
  • Queer Base begleitete ihn während seines Asylverfahrens.
  • Die Lage in der Türkei verschlechtert sich indes für LGBTIQ+-Menschen immer mehr. 

Neues Leben in Freiheit 

Der Asylberechtigte heißt Mustafa Barlas, ist 40 Jahre alt und lebt seit rund zwei Jahren in Wien. Nach Abschluss seines Verfahrens äußerte er sich in einem auf Facebook und Instagram veröffentlichten Video erleichtert über die Entscheidung der Behörden. Das Video trägt den Titel „Imagine Freedom“. Darin schildert Barlas die schwierige Situation nach seiner Ankunft in Österreich. „Als ich Queer Base traf, wurde mir klar, dass ich nicht alleine war“, sagt er. Nach eigenen Angaben habe er zunächst keine Unterstützung gehabt. Die Mitarbeiter der Organisation hätten ihn während dieser Zeit begleitet und umfassend unterstützt. Der 40-Jährige betont in dem Video, dass ihm die positive Entscheidung nun ermögliche, ein Leben in Freiheit zu führen. Die Organisation Queer Base mit Sitz in Wien wurde 2015 gegründet und setzt sich für die Belange queerer Flüchtlinge ein. Nach Angaben der Organisation erhielten im vergangenen Jahr 87 LGBTIQ+-Menschen mit Unterstützung von Queer Base einen positiven Asylbescheid in Österreich. 

Menschenrechtslage in der Türkei 

Menschenrechtsorganisationen weisen seit Jahren auf die schwierige Situation von homosexuellen und queeren Menschen in der Türkei hin. Die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan betrachtet die LGBTIQ+-Community als Bedrohung für „traditionelle Familienwerte“. Besonders sichtbar wird die Auseinandersetzung rund um die jährlichen Pride-Veranstaltungen in Istanbul. Der Christopher Street Day wird dort seit 2015 von den Behörden untersagt. Zur Begründung führen die Verantwortlichen immer wieder an, die Veranstaltungen gefährdeten den „Schutz der Familien“ und stünden im Widerspruch zu den moralischen Werten der Gesellschaft.

Trotz der Verbote versammeln sich regelmäßig Aktivisten, um friedlich für die Rechte sexueller und geschlechtlicher Minderheiten zu demonstrieren. Dabei kommt es immer wieder zu Polizeieinsätzen, Festnahmen und Berichten über harte Maßnahmen der Sicherheitskräfte. Aktuell arbeitet die türkische Regierung auch an einem umfassenden Anti-LGBTIQ+-Gesetz, dass final noch im Juni beschlossen werden könnte. Dabei könnte die LGBTIQ+-Identität eines Menschen bereits strafbar werden, zudem sind extrem strenge weitere Richtlinien für queere Menschen und eine Einschränkung der Meinungsfreiheit angedacht. Vor dem Hintergrund staatlicher Repressionen und gesellschaftlicher Ausgrenzung entscheiden sich zunehmend mehr queere und homosexuelle Menschen daher dazu, das Land zu verlassen und im Ausland Schutz zu suchen. Der nun positiv entschiedene Asylbescheid von Mustafa Barlas gilt deshalb für viele Betroffene als wichtiges Signal. 

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