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Risse durch die USA Kluft zwischen Bundesstaaten wächst beim Thema LGBTIQ+

Von ms - 08.06.2026 - 10:30 Uhr
Risse durch die USA
Foto: iStock / badvviser
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Die Unterstützung für die LGBTIQ+-Community in den USA nimmt nach Einschätzung einer der führenden Wirtschaftsorganisationen weiter ab. Zu diesem Ergebnis kommt der achte jährliche „State LGBTQ+ Business Climate Index“, der die Lage in den einzelnen Bundesstaaten anhand verschiedener gesellschaftlicher, rechtlicher und wirtschaftlicher Faktoren bewertet. Dabei zeigt sich, wie heftig inzwischen ein Riss durch die USA geht, zwischen jenen Bundesstaaten, die LGBTIQ+ unterstützen und jene, die es nicht tun. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Der State LGBTQ+ Business Climate Index verzeichnet den vierten jährlichen Rückgang in Folge.
  • Besonders schlecht schneiden Arkansas, Tennessee, Idaho, South Carolina und Florida ab.
  • Mehr als 530 Anti-LGBTIQ+-Gesetzentwürfe wurden 2026 in US-Bundesstaaten eingebracht.
  • Verschärfungen betreffen unter anderem trans* Menschen, Diversitätsprogramme und Gesundheitsversorgung.
  • Die bestplatzierten Bundesstaaten bauen ihre Schutzmaßnahmen für LGBTIQ+-Menschen dagegen weiter aus.

Die Werte sacken ab

Der aktuelle Bericht untersuchte die Bundesstaaten in fünf Hauptkategorien: rechtlicher Schutz, Unterstützung von Familien, politische und religiöse Einstellungen, Gesundheitsversorgung sowie Beschäftigung. Herausgegeben wird der Index von dem LGBTQ+-Wirtschaftsnetzwerk Out Leadership. Der diesjährige Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Situation in den am schlechtesten bewerteten Bundesstaaten gegenüber dem Vorjahr weiter verschlechtert hat. Gleichzeitig erreichen immer weniger Staaten Werte im Mittelfeld der 100-Punkte-Skala. Die niedrigsten Bewertungen erhielten in diesem Jahr Arkansas, Tennessee, Idaho, South Carolina und Florida.

Über 530 Anti-LGBTIQ+-Gesetzentwürfe

Die Rechte von LGBTIQ+-Menschen stehen in den Vereinigten Staaten zunehmend unter Druck, insbesondere in republikanisch regierten Bundesstaaten. Umfragen deuten laut dem Bericht darauf hin, dass die Unterstützung für LGBTIQ+-Rechten landesweit zurückgeht. Die American Civil Liberties Union verfolgt nach eigenen Angaben mehr als 530 Anti-LGBTIQ+-Gesetzentwürfe, die allein bisher im Jahr 2026 in den Parlamenten der Bundesstaaten eingebracht wurden.

Als Hauptgründe für die weitere Verschlechterung des Index nennt der Bericht Gesetze und politische Maßnahmen gegen trans* Menschen. Dazu zählen Einschränkungen bei der Nutzung von Toiletten, bei der Teilnahme am Sport, beim Gebrauch von Pronomen sowie beim Zugang zu geschlechtsangleichender medizinischer Versorgung. Hinzu kommen Bemühungen, Programme zu Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion (DEI) auf Bundes- und Landesebene einzuschränken.

Unternehmen sehen steigende Risiken

„Die Kluft zwischen inklusiven und feindseligen Bundesstaaten ist größer als je zuvor – und sie wächst weiter“, schreibt Out-Leadership-CEO Todd Sears in der Einleitung des diesjährigen Berichts. „Für Unternehmen bedeutet das, dass die Kosten für Geschäfte in einer zersplitterten Regulierungslandschaft so hoch sind wie nie zuvor. Gleichzeitig war der Nutzen, mit gutem Beispiel voranzugehen, noch nie größer.“

Der Bericht soll Unternehmensführungen dabei unterstützen, Entscheidungen zu treffen und wirtschaftliche Entwicklungen im Zusammenhang mit der queeren Community besser einzuschätzen. „Multinationale Unternehmen sind betrieblichen und reputationsbezogenen Risiken ausgesetzt, wenn sie in Regionen tätig sind, in denen das rechtliche und gesellschaftliche Umfeld es LGBTIQ+-Menschen erschwert, offen zu leben“, heißt es in dem Bericht weiter. 

Spitzenreiter bauen Schutzmaßnahmen aus

In diesem Jahr hat Out Leadership die Kriterien des Index erweitert. Neu berücksichtigt werden unter anderem Gesetze zur Toilettennutzung, der Zugang zu Büchern, die rechtliche Situation von Drag-Auftritten sowie die Erfassung LGBTIQ+-bezogener Daten durch staatliche Stellen. „Hätten wir den Index in seiner ursprünglichen Form unverändert gelassen, würden wir ein Land messen, das nicht mehr existiert“, heißt es in dem Bericht.

Trotz der insgesamt negativen Entwicklung zeigt die Untersuchung auch, dass die bestplatzierten Bundesstaaten ihre Schutzmaßnahmen für homosexuelle und queere Menschen weiter stärken. Zu den zehn bestbewerteten Staaten zählen in diesem Jahr Massachusetts, New York, Connecticut, New Jersey und Illinois auf den ersten fünf Plätzen. Diese Bundesstaaten hätten laut Bericht „über die gesamte Geschichte des Index hinweg durchgehend zur Spitzengruppe“ gehört.

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