Direkt zum Inhalt
Verbot von Social Media

Verbot von Social Media Scheitert ein Verbot am Veto der CSU?

ms - 23.02.2026 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Der Beschluss der CDU für ein gesetzliches Mindestalter von 14 Jahren bei der Nutzung sozialer Netzwerke und der damit verpflichtenden Registrierung aller Nutzer stößt beim Koalitionspartner CSU in Bayern auf deutliche Kritik. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte sogar von einer Klarnamen-Pflicht gesprochen. Unterstützung kam zuvor in Teilen auch aus der SPD

CSU und Grüne betonen Medienkompetenz

CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann sagte dagegen jetzt der „Augsburger Allgemeinen“, die Verbotsdebatte gehe an der Wirklichkeit vorbei. Parteichef Markus Söder bezeichnete das Vorhaben als realitätsfremd. Stattdessen brauche es mehr Medienkompetenz für Kinder und Jugendliche sowie einen besseren Schutz vor jugendgefährdenden Angeboten. Dafür müsse die Politik die Betreiber der Plattformen stärker in die Pflicht nehmen. 

Unterstützung für diese Position kam von der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katharina Dröge. Sie sagte im Deutschlandfunk, Verbote allein lösten das Problem nicht. Es gebe unterschiedliche Ansätze wie abgestufte Altersvorgaben und eine Stärkung der Medienkompetenz. Zudem müsse man junge Menschen in die Debatte einbeziehen.

Vielfältige Kritik von Verbänden 

Auch zahlreiche Fachverbände, Jugendorganisationen, Pädagogen und Schüler äußerten Vorbehalte gegen pauschale Verbote, ebenso wie queere Vereine. Sie plädieren stattdessen für mehr Medienbildung, eine strengere Regulierung der Plattformen und die Wahrung der Teilhaberechte junger Menschen an Information, politischer Mitwirkung, Bildungsangeboten und Unterhaltung. Bürgerrechtsaktivisten betonen dabei überdies immer wieder den simplen Fakt, dass für eine tatsächliche Umsetzung eines Verbots alle Nutzer und Nutzerinnen sich online registrieren lassen müssten, das Ende der Anonymität im digitalen Raum und ein hohes Potenzial für Datenmissbrauch wären die Folge. Rund 78 Prozent der Menschen in Deutschland (Stand 2025), etwa 65,5 Millionen Menschen, nutzen aktiv soziale Netzwerke.

Queere Verbände haben überdies mehrfach in den letzten Monaten davor gewarnt, dass ein Social-Media-Verbot LGBTIQ+-Jugendliche weiter in eine gefährliche Isolation treiben werde, insbesondere auch im ländlichen Raum – digitale Anlaufstellen sind für viele oft die einzige Möglichkeit, sich auszutauschen, Unterstützung zu finden und Vorbilder kennenzulernen, gerade wenn ihr unmittelbares Umfeld wenig Akzeptanz bietet. Der Zugang zu Informationen über Identität, Coming-Out oder Beratungsangebote kann für ihr psychisches Wohlbefinden entscheidend sein. Wird dieser Zugang pauschal eingeschränkt, drohen Unsichtbarkeit und ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Gedenken an NS-Opfer

Kerkeling warnt vor Wegsehen

Hape Kerkeling hat gestern in einer Rede bei der Gedenkveranstaltung zur Befreiung des KZ Buchenwald an die Verantwortung jedes Einzelnen appelliert.
Machtwechsel in Ungarn

Orbán hat die Wahl klar verloren

Victor Orbán hat die Parlamentswahlen in Ungarn eindeutig verloren. Doch was bedeutet der Machtwechsel für die LGBTIQ+-Community?
Staffel 3 für Heated Rivalry?

Neue Details von Regisseur Tierney

Freudige Nachricht für alle Fans von "Heated Rivalry": Offenbar wird intern bereits an einer dritten Staffel gearbeitet, Staffel 2 erscheint 2027.
Filmfestival Cannes 2026

Viele queere Filme im Programm

Im Mai kämpfen viele queere Filme um die begehrte Palme d'Or beim Filmfestival in Cannes, jetzt wurden alle Teilnehmer bekannt gegeben.
Akzeptanzverlust in Community

Betroffen sind asexuelle Menschen

Das Gefühl von Akzeptanz ist innerhalb der asexuellen Community im letzten Jahr stark gesunken, so das Ergebnis einer neuen Studie.
30 Jahre "Day of Silence"

Mobbing von LGBTIQ+-Schülern

Der "Day of Silence" feiert in den USA 30-jähriges Jubiläum und soll den Fokus auf das Mobbing von LGBTIQ+-Schülern richten.
Bunter Widerstand in Miami

Regenbogen aus Pflastersteinen

Miami rebelliert mit einem Regenbogen aus Pflastersteinen im Park gegen die skurrilen Verbote von Floridas Gouverneur DeSantis.
Neues Verbot im Profisport

Dart-Verband sperrt trans* Frauen

Der größte Dart-Verband PDC hat jetzt trans* Frauen von Frauenwettkämpfen ausgeschlossen und betont geschlechtsspezifische Unterschiede.
Dating-Masche in der Schweiz

Hohe Haftstrafen für Kriminelle

Zwei junge Männer wurden in der Schweiz jetzt zu hohen Haftstrafen verurteilt, sie hatten schwule Männer bei vorgetäuschten Dates brutal ausgeraubt.