Direkt zum Inhalt
Rekordlauf in Rom
ANZEIGE

Rekordlauf in Rom Schwuler US-Leichtathlet Trey Cunningham begeistert

ms - 08.06.2026 - 15:30 Uhr
Loading audio player...

Trey Cunningham (27) hat bei der Golden Gala in Rom für eines der sportlichen Highlights der bisherigen Leichtathletik-Saison gesorgt. Der schwule US-amerikanische Hürdensprinter gewann die 110 Meter Hürden in 12,98 Sekunden und stellte damit einen neuen Meetingrekord auf. Gleichzeitig erzielte der 27-Jährige die bislang schnellste Zeit des Jahres weltweit.

Das Wichtigste im Überblick

  • Trey Cunningham gewann die 110 Meter Hürden bei der Golden Gala in Rom in 12,98 Sekunden.
  • Der US-Amerikaner unterbot erstmals in seiner Karriere die Marke von 13 Sekunden.
  • Mit seinem Lauf stellte er eine persönliche Bestzeit, einen Meetingrekord und die Jahresweltbestleistung auf.
  • Der bisherige Rekord stammte von Allen Johnson und hatte 27 Jahre Bestand.
  • Der 2024 öffentlich als schwul hervorgetretene Athlet zählt zu den erfolgreichsten Hürdensprintern der Saison.
  • Als nächstes peilt er den Titel bei den World Athletics Ultimate Championships an.

Schwierigkeiten bei der Anreise

Für Cunningham war es ein besonderer Meilenstein. Er blieb erstmals in seiner Karriere unter der prestigeträchtigen Marke von 13 Sekunden und stellte neben dem Veranstaltungsrekord auch eine persönliche Bestleistung auf. „Das hat lange auf sich warten lassen“, sagte Cunningham nach dem Rennen. „Den Meetingrekord zu brechen, den vor 27 Jahren Allen Johnson aufgestellt hat, der zu den Größten aller Zeiten gehört, ist etwas Besonderes.“

Der Rekordlauf gelang dem US-Amerikaner unter erschwerten Bedingungen. Kurz vor dem Wettkampf war sein Gepäck auf der Reise nach Italien verloren gegangen. „Ich hatte Probleme auf meiner Reise; mein Gepäck ging verloren. Aber ich bin immer vorbereitet. Ich habe immer ein zusätzliches Paar Spikes und meine Wettkampfausrüstung im Rucksack dabei“, erklärte Cunningham. Die unerwarteten Schwierigkeiten hielten ihn jedoch nicht davon ab, seine bislang beste Leistung auf die Bahn zu bringen.

Erfolgreiche Saison setzt sich fort

Cunningham gehört seit seiner starken Saison 2025 zu den auffälligsten Athleten der internationalen Leichtathletik. Wegen seiner Erfolge auf der Bahn und seines markanten Aussehens wurde er in Medienberichten bereits als „track’s new lover boy“ bezeichnet, der neue Herzensbrecher und Publikumsliebling in der Leichtathletik – für seine zahlreichen schwulen Fans dürfte das definitiv stimmen. Auch bei den Hallen-Weltmeisterschaften im vergangenen Winter bestätigte er seine starke Form. Dort gewann Cunningham die Silbermedaille über 60 Meter Hürden. Mit dem Erfolg in Rom setzt er seine beeindruckende Entwicklung fort und zählt aktuell zu den Favoriten auf internationale Titel.

Der aus einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Alabama stammende Athlet machte seine Homosexualität im Jahr 2024 öffentlich. Seitdem gilt Cunningham als einer der bekanntesten offen schwulen Sportler in der internationalen Leichtathletik. Seine sportlichen Leistungen haben ihn in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Vorbild innerhalb und außerhalb des Sports gemacht.

Nächste große Herausforderung

Nach seinem Rekordlauf richtet Cunningham den Fokus bereits auf das nächste Großereignis. Sein Ziel ist der Sieg über 110 Meter Hürden bei den erstmals ausgetragenen World Athletics Ultimate Championships. Bei dem Wettbewerb treten die jeweils 16 besten Athletinnen und Athleten jeder Disziplin gegeneinander an. Für die Siegerin oder den Sieger jeder Konkurrenz ist ein Preisgeld von 150.000 US-Dollar vorgesehen.

„Ich freue mich sehr auf die World Ultimate Championships“, sagte Cunningham. „Dort werden die 16 schnellsten Menschen antreten und es wird nur einen Sieger geben. Wir haben nicht oft die Gelegenheit, gegeneinander zu laufen, deshalb werde ich es genießen. Das Motto in diesem Jahr lautet, das zu genießen, was gerade passiert.“ Mit seiner Jahresweltbestleistung von Rom dürfte Cunningham bei dem neuen Elite-Wettbewerb zu den aussichtsreichsten Titelkandidaten gehören.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Hasskriminalität in Österreich

Kritik an Bundesregierung wächst

Die Zahl der Hassverbrechen in Österreich bleibt hoch. Homophobe Straftaten nehmen zu, transfeindliche Delikte gehen zurück.
Indien vor Grundsatzfrage

Zukunft der LGBTIQ+-Rechte

Grundsatzentscheidung: Ein Urteil des indischen Obersten Gerichtshofs könnte bestimmen, wie weit der Schutz von LGBTIQ+-Rechten künftig reicht.
Sperre des CSD Magdeburg

Instagram sperrt dauerhaft Account

Meta hat den Instagram-Account des CSD Magdeburg „dauerhaft gesperrt“, eine konkrete Begründung gab es bisher nicht – und es ist kein Einzelfall.
Alarm bei Aids-Konferenz

Kampf gegen HIV stockt

UNAIDS warnt: Kürzungen bei weltweiten HIV-Programmen könnten den Kampf gegen Aids um Jahre zurückwerfen.
Lady Gaga hilft Community

100.000 US-Dollar für queere Jugend

Starkes Signal von Lady Gaga: Eine Spende von 100.000 US-Dollar soll die psychische Gesundheit queerer Jugendlicher in Polen stärken.
Queere Verbände erhöhen Druck

Forderungen nach CSD-Amokfahrt

Nach dem tödlichen Anschlag auf den Berliner CSD verlangen queere Verbände umfassende politische Maßnahmen gegen Hasskriminalität und Diskriminierung.
Streit ums Grundgesetz

Union weist Vorstoß zurück

Der Vorstoß der SPD zur Ergänzung des Diskriminierungsverbots im Grundgesetz stößt nach dem Berliner CSD-Anschlag auf scharfe Kritik aus der Union.
Polen blockiert Homo-Ehe

Streit mit der EU wächst massiv

Polnische Gerichte streiten erneut über die Anerkennung gleichgeschlechtlicher EU-Ehen, während auch die Slowakei in einen Konflikt mit der EU gerät.
Weltmeister im Fokus

Spekulationen um Ibiza-Küsse

Neue Ibiza-Fotos von Ferran Torres und Marcos Llorente lösen Spekulationen aus – die beiden spanischen WM-Weltmeister flirten und küssen sich dabei.