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Schuldspruch im Fall Sibley Hassverbrechen in New York, Jury spricht Angeklagten von Mord frei

Von ms - 10.06.2026 - 09:30 Uhr
Schuldspruch im Fall O’Shae Sibley
Foto: Courtesy Tondra Sibley privat / Bildbearbeitung FASH Medien
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Ein Geschworenengericht in New York hat jetzt ein Urteil im Mordfall O’Shae Sibley (✝28)  gesprochen und den Angeklagten Dmitriy Popov (20) für schuldig befunden. Popov wurde nach einem Verfahren vor dem New York State Supreme Court wegen Totschlags ersten Grades im Rahmen eines Hassverbrechens verurteilt, vom Vorwurf des Mordes an dem schwulen Tänzer wurde er jedoch freigesprochen, wodurch ihm möglicherweise eine lebenslange Freiheitsstrafe erspart bleibt.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Jury in New York verurteilt Dmitriy Popov wegen eines homophoben Hassverbrechens.
  • Schuldspruch wegen Totschlags ersten Grades, Freispruch vom Mordvorwurf.
  • Der schwule Tänzer O’Shae Sibley wurde 2023 nach einer Auseinandersetzung an einer Tankstelle in Brooklyn getötet.
  • Staatsanwaltschaft sieht homophobe Motive als Auslöser der Tat.
  • Popov drohen bis zu 25 Jahre Haft.
  • Das Strafmaß soll Ende Juni verkündet werden.

Gewalteskalation an Tankstelle 

Dem Urteil ging ein dreiwöchiger Prozess voraus. Während des Verfahrens sagte Popov selbst aus und bestritt, den schwarzen schwulen Tänzer Sibley mit homophoben und rassistischen Beleidigungen beschimpft zu haben. Anfangs hatte er noch auf nicht schuldig plädiert und zuletzt versucht, Notwehr geltend zu machen, auch wenn Videos von Überwachungskameras am Tatort den Vorfall sichtbar anders darstellten. Die Staatsanwaltschaft vertrat folgerichtig die Auffassung, Popov und eine Gruppe seiner Freunde hätten die gewaltsame Auseinandersetzung provoziert. Sibley habe versucht, die Situation zu entschärfen. Nach Darstellung der Anklage verspottete und provozierte Popov den Tänzer, bevor der Konflikt tödlich endete. Zum Tatzeitpunkt war Popov 17 Jahre alt.

Videoaufnahmen zeigen Sibley kurz vor dem Vorfall beim Tanzen zu Liedern aus Beyoncés Album „Renaissance“. Der 28-Jährige wurde am 29. Juli 2023 an einer Mobil-Tankstelle im New Yorker Stadtteil Midwood getötet. Er hatte sich dort gemeinsam mit drei Freunden aufgehalten, um ein Fahrzeug zu betanken. Nach Angaben der Polizei kam es zwischen ihnen und einer weiteren Gruppe zu einem Konflikt. Die Staatsanwaltschaft erklärte, Sibley habe versucht, die Lage zu beruhigen. „Ihr kennt uns nicht. Wir haben einfach nur eine gute Zeit und genießen unser Leben. Alles geschieht mit Respekt. Wir dürfen genauso hier sein wie ihr“, sagte Sibley laut den Ermittlern. Kurz darauf sei es jedoch zu einer weiteren Auseinandersetzung gekommen, die tödlich endete.

Auf Überwachungsvideos ist zu sehen, wie Popov die Begegnung zeitweise mit seinem Mobiltelefon filmte. Vor Gericht sagte er aus, dies getan zu haben, weil einer von Sibleys Freunden „mit entblößtem Gesäß tanzte“. Zudem erklärte Popov, die von seinen Freunden verwendeten Beleidigungen nicht gutgeheißen zu haben. Die Videoaufnahmen zeigen nach Angaben der Ermittler jedoch auch, dass Popov nach dem Ende der ersten Auseinandersetzung weiterhin vor Ort blieb und das Gespräch mit Sibley fortsetzte. Popov erklärte, er habe sich bedroht gefühlt, als ihn Freunde des Tänzers umringten. Daraufhin habe er Sibley mit einem Messer verletzt. Ärzte des Maimonides Medical Center erklärten Sibley kurze Zeit später für tot.

Trost für die Community 

Der Bezirksstaatsanwalt von Kings County, Eric Gonzalez, bezeichnete den Schuldspruch als einen Schritt hin zu Gerechtigkeit: „O’Shae Sibley zog nach New York, um seinen Traum zu verwirklichen, Tänzer und Choreograf zu werden. Sein Leben wurde beendet, als er von diesem Angeklagten getötet wurde, der es nicht ertragen konnte, O’Shae und seine Freunde dabei zu sehen, wie sie einfach sie selbst waren und ihr Leben offen als schwarze schwule Männer lebten“, so Gonzalez. Weiter erklärte er: „Mit dem Urteil der Jury wird dieser Angeklagte nun zur Verantwortung gezogen. Ich hoffe, dass dieses Urteil O’Shaes Familie, seinen Freunden und der gesamten Gemeinschaft ein gewisses Maß an Trost spenden wird, während die LGBTIQ+-Community den Beginn des Pride-Monats begeht. Hass hat keinen Platz in Brooklyn, und meine Behörde wird alles in ihrer Macht Stehende tun, um unsere gefährdeten Gemeinschaften zu schützen.“

Sibley galt als talentierter Künstler. Er tanzte für die Kompanie PHILADANCO! und absolvierte eine Ausbildung im Ailey Extension-Programm des Alvin Ailey American Dance Theater in New York. Zu seiner Beerdigung kamen Hunderte Trauernde. Nach seinem Tod würdigten ihn zudem zahlreiche prominente Persönlichkeiten, darunter Beyoncé und Spike Lee. Wie die Nachrichtenagentur Associated Press berichtete, beriet die Jury rund eine Woche lang, bevor sie ihr Urteil fällte. Neben dem Schuldspruch wegen Totschlags verurteilten die Geschworenen Popov auch wegen Bedrohung zweiten Grades, schwerer Belästigung zweiten Grades sowie unerlaubten Waffenbesitzes vierten Grades. Vom Mordvorwurf wurde er freigesprochen. Die Verkündung des Strafmaßes ist für den 30. Juni angesetzt. Popov drohen bis zu 25 Jahre Gefängnis.

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