Direkt zum Inhalt
Rückschlag in Schottland
ANZEIGE

Rückschlag in Schottland Gesetzesvorhaben gegen die „Homo-Heilungen“ wird auf Eis gelegt

ms - 05.05.2025 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Herber Rückschlag für die LGBTIQ+-Community in Schottland: Konversionstherapien bleiben zumindest vorerst weiter legal, wie die Regierung nun mitteilte. Ein Gesetz gegen die umgangssprachlichen „Homo-Heilungen“, die von den Vereinten Nationen klar als Folter definiert worden sind, wird es vor den Parlamentswahlen im nächsten Jahr nicht mehr geben. 

Ewiger Streitfall Konversionstherapie 

Ebenso auf Eis gelegt wurden Pläne für ein Gesetz, das explizit Frauenfeindlichkeit bekämpfen sollte. Die Parlamentarier erklärten, dass eine Umsetzung in beiden Fällen rechtlich zu komplex sei, um dies noch rechtzeitig genug umsetzen zu können. Im Fall der Konversionstherapien hoffe man auf eine Lösung aus London, einen eigenen Gesetzesvorschlag aus Schottland solle es nun erst einmal nicht mehr geben. Gleichstellungsminister Kaukab Stewart erklärte weiter, wenn sich Schottland, England und Wales nicht binnen eines Jahres auf ein Gesetz einigen könnten, wolle man dann einen neuen eigenen Vorstoß erneut angehen – allerdings nur, sollten die Mehrheitsverhältnisse im Parlament wie bisher erhalten bleiben. 

Große Enttäuschung bei queeren Vereinen

Wie realistisch die Aufforderung Richtung Großbritannien ist, bleibt abzuwarten. Seit 2018 versuchten mehrere englische Premierminister ein Verbot der menschenverachtenden Praktiken durchzusetzen und scheiterten dabei oftmals an Detailfragen und dem Widerstand der Kirchen, die maßgeblich solche „Heilungen“ im Vereinigten Königreich bis heute anbieten. Erst im April dieses Jahres belegte eine Studie, dass rund jeder dritte LGBTIQ+-Brite in seinem Leben bereits mit einer Konversionstherapie konfrontiert gewesen ist

In einer gemeinsamen Erklärung von schottischen LGBTIQ+-Organisationen hieß es, man sei „unglaublich enttäuscht“, dass die Beendigung der Konvertierungspraktiken nicht fortgesetzt werde: „Je länger es dauert, ein Gesetz zur Beendigung von Konvertierungspraktiken zu verabschieden, desto mehr Schaden wird angerichtet, auch für die Schwächsten. Das Versäumnis, diesen Gesetzentwurf voranzubringen, ist ein weiterer Schlag für das Vertrauen unserer Gemeinschaft in die Regierung und die Institutionen, die uns vertreten und schützen sollen.“ 

Im Fall des angedachten Schutzgesetzes für Frauen sei zudem zu bedenken, so die Regierung, dass das jüngste Urteil des Obersten Gerichtshofs zur Definition einer Frau mitberücksichtigt werden müsse. Als kleinstmögliche Lösung solle nun das bestehende Gesetz gegen Hassverbrechen dahingehend erweitert werden, um den Schutz auf der Grundlage des Geschlechts zu verbessern. Frauenrechtlerinnen sprechen von einer „verheerenden Nachricht.“  

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Natur trifft Sehnsucht

Faszination schwule Angler

Schwule Angler stehen für Authentizität und eine Form von Männlichkeit, die in der Community zunehmend als Gegenentwurf zum Großstadtleben fasziniert.
Gregg Araki fordert mehr Mut

Provokation mit Botschaft

Regisseur Gregg Araki sieht sexuelle Unterdrückung als Ursache vieler gesellschaftlicher Probleme und wirbt für mehr Offenheit und queere Sichtbarkeit
ESC-Suche nimmt Fahrt auf

Vorentscheid im Februar geplant

Der SWR plant den deutschen ESC-Vorentscheid erneut für Februar und überträgt dem neuen Musikteam eine Schlüsselrolle. Das Ziel ist der Sieg des ESC.
CSD vor finanzieller Hürde

Pride in Brandenburg in Gefahr

Der CSD Rathenow steht nach dem Wegfall einer staatlichen Förderung vor finanziellen Problemen und erhöht zugleich seine Sicherheitsvorkehrungen.
Boy George sagt Auftritt ab

Musical besetzt Rolle neu

Nach Kritik an einem umstrittenen Pro-Israel-Song zieht sich Boy George kurzfristig aus der Musicalshow „Jesus Christ Superstar“ in London zurück.
Aidshilfe Heidelberg

Finanzielle Zukunft ungewiss

Die Aidshilfe Heidelberg warnt vor finanziellen Einschnitten und sieht ihre Arbeit ohne weitere Zuschüsse gefährdet.
Besonderes Jubiläum

25 Jahre Lebenspartnerschaft

Vor 25 Jahren trat das Lebenspartnerschaftsgesetz in Deutschland in Kraft – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Gleichstellung homosexueller Paare.
Die Angst nimmt zu

Sicherheitsgefühl nach CSD-Anschlag

Nach dem CSD-Anschlag in Berlin fühlen sich laut aktueller Befragung viele Menschen unsicherer und fordern mehr Schutz für die queere Community.
Warnung von Kevin Kühnert

Queere Rechte bleiben verletzlich

Der schwule Ex-Generalsektretär der SPD, Kevin Kühnert, sieht queere Fortschritte nicht als unumkehrbar und warnt vor wachsender Unsicherheit.