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Razzia bei russischem Verlag Tausende LGBTIQ+-Bücher beim größten Verlag Eksmo beschlagnahmt

Von ms - 22.04.2026 - 08:00 Uhr
Razzia bei russischem Verlag
Foto: IMAGO / SNA
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In Russland haben Sicherheitskräfte Medienberichten zufolge den größten Verlag des Landes, Eksmo, durchsucht. Hintergrund sind Vorwürfe, der Verlag habe Bücher mit homosexuellen und queeren Inhalten verbreitet. Seit über einem Jahrzehnt ist in Russland die Publikation von Büchern über gleichgeschlechtliche Beziehungen verboten. Die Regierung geht dabei immer rabiater vor. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Russische Sicherheitsbehörden haben beim Verlag Eksmo eine Razzia durchgeführt.
  • Tausende Bücher mit LGBTIQ+-Inhalten wurden beschlagnahmt.
  • Der Generaldirektor sowie mehrere Führungskräfte des Unternehmens wurden festgenommen.
  • Die Ermittlungen betreffen auch die Untermarke Popcorn, die Bücher zu Geschlechtsidentität, psychischer Gesundheit und Rassismus veröffentlicht.
  • In Russland gilt die Verbreitung von Literatur über gleichgeschlechtliche Liebe als verboten.

Festnahme des Generaldirektors

Wie der Fernsehsender Ren-TV berichtete, wurden der Generaldirektor Jewgeni Kapjew und mehrere weitere Manager des Verlags festgenommen. Eine Sprecherin von Eksmo erklärte, dass Mitarbeiter zur Vernehmung vor das russische Ermittlungskomitee geladen wurden, das für besonders schwere Straftaten zuständig ist. Bereits 2025 hatte es Festnahmen innerhalb des Verlags gegeben. Laut Ren-TV beschlagnahmten die Sicherheitskräfte diesmal Tausende Bücher, die der Verlag offenbar außerhalb offizieller Kanäle vertrieben hatte. 

Die Sprecherin von Eksmo sagte, die Befragungen seien Teil eines „Strafverfahrens wegen Extremismus im Zusammenhang mit der Verbreitung von Büchern des Verlags Popcorn“. Popcorn, eine Untermarke von Eksmo, hatte in der Vergangenheit Werke für junge Erwachsene zu Themen wie Geschlechtsidentität, psychischer Gesundheit und Rassismus veröffentlicht. Eksmo selbst wurde 1991 gegründet und publiziert Bücher für Kinder und Erwachsene.

Gleichzeitig wies der Verlag Berichte zurück, nach denen seine Räumlichkeiten durchsucht worden seien. AFP-Reporter vor Ort beobachteten keine entsprechenden Maßnahmen. Schon im Mai des vergangenen Jahres waren mehrere Mitarbeiter von Popcorn festgenommen worden, ebenfalls wegen des Verdachts, sogenannte queere Propaganda verbreitet zu haben.

Angriffe auf Kunst und Kultur 

Die Situation für LGBTIQ+-Personen in Russland bleibt angespannt. Die russische Regierung hat die queere Bewegung auf die Liste verbotener extremistischer Organisationen gesetzt. Aktivisten droht damit die Verfolgung als Extremisten, im Extremfall sogar Haft in Straflagern. Dazu kommen die Auswirkungen des Anti-Homosexuellen-Gesetzes. Literaturverlage sind gezwungen, Bücher, in denen gleichgeschlechtliche Liebe thematisiert wird, aus ihren Programmen zu streichen. 

Zensur erstreckt sich in Russland zudem auf andere kulturelle Werke: Kürzlich wurde bekannt, dass Biografien des Schriftstellers Michail Bulgakow sowie Werke des Poeten und Sängers Wladimir Wyssozki speziell gekennzeichnet werden müssen, weil sie angeblich den Drogenkonsum fördern. Zuletzt waren die Behörden erst zu Beginn des Jahres aus ähnlichen Gründen gegen die Buchhandelskette Chitay Gorod vorgegangen. Im Februar wurde einem Fachverlag dann verboten, in Publikationen zu erwähnen, dass es homosexuelles Verhalten unter Tieren gibt. 

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