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Homosexualität bei Tieren
Foto: IMAGO / Cover-Images
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Homosexualität bei Tieren Russische Behörden untersagen Fachverlag Berichterstattung

ms - 09.02.2026 - 15:30 Uhr
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In Russland ist ein weiterer Fall von bizarrer Zensur im Zusammenhang mit dem Gesetz gegen „LGBT-Propaganda“ bekannt geworden. Der Herausgeber einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift erklärte, sein Verlag habe offenbar auf Druck der russischen Behörden verlangt, ein Buch über tierisches Sexualverhalten zu überarbeiten, weil darin auch homosexueller Sex im Tierreich ohne wertende Kommentare beschrieben werde.

Alles Propaganda im Tierreich 

Viktor Kovylin, Chefredakteur der naturwissenschaftlichen Zeitschrift Batrachospermum, schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Telegram, ihm sei mitgeteilt worden, dass neutrale Darstellungen homosexuellen Verhaltens bei Tieren gegen geltendes Recht verstieße, da sie keinen „Ekel oder eine Kritik“ enthielten. „Offenbar fallen neutrale wissenschaftliche Beschreibungen homosexuellen Verhaltens ohne Ekel oder Kritik nun bereits unter die Kategorie der Propaganda für nicht-traditionelle Beziehungen!“, schrieb Kovylin.

Auch biologische Besonderheiten wie Hermaphroditismus seien betroffen, fügte er ironisch hinzu. „Hermaphroditen sind ebenfalls der Zensur zum Opfer gefallen: Schnecken, Nacktschnecken und Planarien müssen sich nun in Rollkragenpullovern entschuldigen und zu getrennten Geschlechtern wechseln, damit das Buch veröffentlicht werden kann“, schrieb er weiter. „Die Vielfalt der Geschlechtsorgane ist ebenfalls verboten… Pedipalpen, Aedeagus, Hektokotylus und Phallosomen mit Gynosomen sind Propaganda für nicht-traditionelle Genitalien!“

Radikalisierung in Russland

Den Namen des verantwortlichen Verlags nannte Kovylin nicht. Die Zeitung Nowaja Gaseta verwies jedoch darauf, dass frühere Publikationen der Zeitschrift beim Verlagshaus Eksmo-AST erschienen seien. In Russland ist sogenannte LGBTIQ+-„Propaganda“ seit 2013 zunächst für Minderjährige, seit 2022 für alle Menschen verboten. Faktisch ist damit jede öffentliche Darstellung von LGBTIQ+ untersagt. Im Jahr 2023 erklärte zudem das Oberste Gericht die „internationale LGBT-Bewegung“ zu einer „extremistischen Organisation“. In den vergangenen Monaten hat Russland die Maßnahmen gegen die Community immer weiter verschärft und radikalisiert

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