Direkt zum Inhalt
Neue Festnahmen in Russland

Neue Festnahmen in Russland Polizei stürmt Verlag wegen Verbreitung von Jugendbüchern

ms - 15.05.2025 - 13:00 Uhr
Loading audio player...

Russland geht weiter mit harter Hand gegen die Community und mögliche Unterstützer vor – jetzt wurden elf Mitarbeiter des größten russischen Verlags Eksmo festgenommen. Nach Angaben der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass sollen die Angestellten gegen das Anti-Homosexuellen-Gesetz verstoßen haben. Die Verlagsmitarbeiter hätten demnach Propaganda für Homosexualität betrieben. 

Verlagsmitarbeiter als „Extremisten“

Besonders bedrohlich für die Angestellten: Als mögliche Unterstützer der Community können sie juristisch als Extremisten eingestuft werden, zugrundeliegend ist dabei die Definition der LGBTIQ+-Bewegung insgesamt als „extremistische Vereinigung“. Unter den Inhaftierten soll auch der Vertriebsleiter des Verlags sein.

Nach bisherigen Informationen sollen die Festnahmen in Zusammenhang mit dem Verlag Popcorn Books stehen, mit dem Eksmo zusammengearbeitet hat. Der Verlag hat in der Vergangenheit in Büchern Aspekte wie Geschlecht, psychische Gesundheit und Rassismus thematisiert und sich dabei an junge Erwachsene gerichtet. Die Benennung von sexuellen Orientierungen wie auch Geschlechtsidentitäten könnte dabei bereits als Grund für die Polizeimaßnahme ausgereicht haben. Bei einer Verurteilung drohen hohe Geld- und Gefängnisstrafen

Radikaler Kurs 

Russland geht in den letzten  Jahren immer radikaler gegen LGBTIQ+ vor, gerade Homosexualität darf thematisch weder in der Öffentlichkeit noch in Filmen, Büchern, an Schulen oder in Medien aufgegriffen werden. Immer wieder kam es bereits zu Verhaftungen, die sich seit der Extremismus-Einstufung 2023 noch einmal radikalisiert haben. Parallel dazu finden immer wieder brutale Razzien in queeren Einrichtungen und schwulen Clubs statt. In Eilverfahren kommen viele Betroffene in Gefängnisse. Männlichen Homosexuelle stellt man zudem vor die Wahl, entweder ins Gefängnis zu kommen oder „freiwillig“ als Soldat um Ukraine-Krieg zu dienen. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Viel Gewalt in Berlin

Rekordniveau der Attacken

Die Attacken gegenüber queeren Menschen bleiben in Berlin auf Rekordniveau, für 2025 meldete die Beratungsstelle Maneo über 700 gemeldete Fälle.
Zwangsarbeit wegen Gay-Story

Urteil wegen schwuler Fan-Fiction

Eine junge Autorin wurde in Russland zu 18 Monaten Zwangsarbeit verurteilt, weil sie schwule Fan-Fiction der K-Pop-Gruppe Stray Kids geschrieben hatte
EuGH stärkt Minderheitenrechte

24 Stunden Programm geplant

Der ungarische Fernsehsender Szivárvány TV, das erste LGBTQ‑Programm des Landes, steht unmittelbar vor dem Start.
Keine heile Welt?

Queere Kanadier in Not

Kanada war lange Zeit das Sinnbild für LGBTIQ+-Akzeptanz, ein neuer Bericht zeigt nun, dass viele queere Jugendliche massive Probleme haben.
Landesweite Signalwirkung

Religionsfreiheit vor Aufklärung

Eltern im Montgomery County, Maryland können laut Gerichtsurteil ihre Kinder künftig vom Schulunterricht zu LGBTIQ+-Themen abmelden.
Streit am Gartenzaun

Regenbogen vor US-Gericht

Ein lesbisches Paar verklagte jetzt ihre Heimatstadt Key West, deren Bürokraten ihnen verboten, den eigenen Gartenzaun in Regenbogenfarben zu bemalen.
Tödliche Messerstecherei

Mord an Universität in Washington

Eine 19-jährige trans* Studentin wurde an der Universität in Washington mit einem Messer ermordet, die Polizei fahndet derzeit nach dem Täter.
Neuer Anlauf in Colorado

Verbot von Homo-Heilungen

Nachdem der US-Supreme Court das Verbot von Konversionstherapien in Colorado gestoppt hat, hat die Regierung nun ein neues Gesetzesvorhaben vorgelegt.
Jubiläum in Italien

Zehn Jahre zivile Partnerschaft

In Italien wird zehn Jahre zivile Partnerschaft gefeiert. Nicht genug, betonen queere Verbände und fordern die gleichgeschlechtliche Ehe.