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Neue Zensur in Russland

Neue Zensur in Russland Debatte um Regenbogen in Zeichentrickszene von SpongeBob

ms - 08.07.2026 - 09:30 Uhr
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Ein russischer Fernsehsender steht im Verdacht, eine bekannte Szene aus der Zeichentrickserie „SpongeBob Schwammkopf“ verändert zu haben. Wie das unabhängige russische Nachrichtenportal Astra auf Instagram berichtet, soll der Sender 2x2 einen Regenbogen aus einer ikonischen Sequenz entfernt haben.

Das Wichtigste im Überblick

  • Dem russischen Zeichentricksender 2x2 wird Zensur einer Szene aus „SpongeBob Schwammkopf“ vorgeworfen.
  • Statt eines Regenbogens ist in einer bekannten Szene offenbar nur ein verwischter gelber Halbkreis zu sehen.
  • Das unabhängige Nachrichtenportal Astra veröffentlichte ein Video der mutmaßlich veränderten Szene.
  • Russland verschärft seit Jahren sein Vorgehen gegen die LGBTIQ+-Community.
  • Ob die Änderung auf eine Entscheidung des Senders oder auf staatliche Vorgaben zurückgeht, ist bislang unklar.

Ein Regenbogen verschwindet 

In der betreffenden Szene zeichnet die Titelfigur mit beiden Händen einen Halbkreis in die Luft. Während dabei üblicherweise ein Regenbogen erscheint, ist in der ausgestrahlten Fassung nach Angaben des Portals lediglich ein verwischter gelber Halbkreis zu sehen. Zuschauerinnen und Zuschauer hatten die Veränderung demnach bemerkt. Astra veröffentlichte auf seinem Instagram-Kanal ein Video der Szene, das die mutmaßliche Zensur zeigen soll. Überschrieben ist der Beitrag mit den Worten: „Je näher der Zusammenbruch eines Staates rückt, desto wahnsinniger sind seine Gesetze, nicht wahr?“

Zensur bis ins Absurde 

Der Vorfall reiht sich in das verschärfte Vorgehen Russlands gegen die LGBTIQ+-Community ein. Der Oberste Gerichtshof Russlands hatte 2023 entschieden, die internationale öffentliche LGBTIQ+-Bewegung als extremistische Organisation anzuerkennen und ihre Aktivitäten in Russland zu verbieten. Bereits seit 2013 gilt im Land im Rahmen des Anti-Homosexuellen-Gesetzes ein Propaganda-Verbot. Erst Ende Juni hatte ein Gericht in Orenburg nahe der Grenze zu Kasachstan drei Mitarbeiter einer Bar zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Auch anderweitig geht der Staat immer wieder teilweise bis ins Absurde hinein gegen Regenbogenfarben oder auch Buchverlage vor, sobald auch nur ansatzweise der Verdacht besteht, in Verbindung mit LGBTIQ+ stehen zu können.  Ob die mutmaßlich neuste Zensurmaßnahme in der „SpongeBob Schwammkopf“-Szene auf eine eigenständige Entscheidung des Senders 2x2 oder auf Vorgaben russischer Behörden zurückgeht, ist bislang unklar.

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