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Boy George sorgt für Kritik Neuer Song entfacht Streit um Israel und Gaza

Von ms - 28.07.2026 - 14:30 Uhr
Boy George sorgt für Kritik
Foto: IMAGO / Future Image
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Der britische Sänger Boy George (65) sieht sich erneut mit öffentlicher Kritik konfrontiert. Grund ist ein neuer Song, den der Frontmann der Pop-Band Culture Club veröffentlicht hat und der als pro-israelische Stellungnahme verstanden wird.

Das Wichtigste im Überblick

  • Boy George steht wegen seines neuen Songs „Od Nirkod (We Will Dance Again)“ in der Kritik.
  • Das Lied bezieht sich auf den Hamas-Angriff auf das Supernova-Festival am 7. Oktober 2023.
  • Kritiker werfen dem Sänger vor, mit dem Song den Vorwurf eines Genozids im Gazastreifen zurückzuweisen.
  • Boy George verteidigt das Lied und bezeichnet es als „pro Frieden“. 
  • Der Musiker hatte sich bereits zuvor öffentlich solidarisch mit Israel gezeigt.

Song stellt Genozid-Vorwurf infrage

Der Titel des Liedes lautet „Od Nirkod (We Will Dance Again)“. Boy George veröffentlichte den Track auf seinem X-Konto mit der Bildunterschrift „Shalom“. Der reggae-inspirierte Song nimmt Bezug auf den Angriff der Hamas auf das Supernova-Festival am 7. Oktober 2023, bei dem 1.195 Menschen getötet wurden und der eine israelische Militäroffensive im Gazastreifen auslöste. Der Name des Liedes erinnert zugleich an eine Dokumentation aus dem Jahr 2024, die den Angriff auf das Festival thematisiert.

In den ersten Zeilen des Liedes weist Boy George die Darstellung zurück, dass im Gazastreifen ein Genozid stattfinde. Dort heißt es: „You say genocide / I say war / When you're attacked / That's what the army is for / Does it get ugly? / You bet it does / When I know you want to kill / Every last one of us...“ („Du sagst Genozid / Ich sage Krieg / Wenn du angegriffen wirst / Dafür ist die Armee da / Wird es hässlich? / Darauf kannst du wetten / Wenn ich weiß, dass du jeden Einzelnen von uns töten willst …“). Einige Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International oder Human Rights Watch bewerten die Sachlage indes anders und werfen Israel schwere Verstöße gegen das Völkerrecht vor.

Heftige Reaktionen online 

Nach der Veröffentlichung des Liedes füllten sich die Kommentare unter Boy Georges Beitrag einerseits mit Zustimmung und Lob, andererseits aber auch mit viel Kritik. Nutzer warfen ihm unter anderem vor, mit dem Song die Tötungen im Gazastreifen zu verharmlosen. Einige Kritiker verwiesen zudem auf einen früheren juristischen Fall aus dem Jahr 2009. Damals war Boy George wegen der Freiheitsberaubung eines männlichen Escorts zu 15 Monaten Haft verurteilt worden. Ihm wurde vorgeworfen, den Mann an eine Wand gefesselt und mit einer Metallkette geschlagen zu haben. George trat die Strafe an und wurde nach rund vier Monaten wegen guter Führung vorzeitig entlassen. Was die frühere Haftzeit des Sängers mit seinem aktuellen Song zu tun haben soll, blieb indes offen. 

Boy George selbst reagierte auf einige Kommentare und verteidigte seine Veröffentlichung. Er erklärte unter anderem: „Ich nenne es ‚pro Frieden‘!“. Zudem deutete er an, dass der Song mithilfe künstlicher Intelligenz produziert worden sei, was ebenfalls Kritik von Fans auslöste. Des Weiteren erklärte er bereits zuvor bei einer Veranstaltung in London: „Ich habe viele, viele jüdische Freunde, die ich seit meinem 15. oder 16. Lebensjahr habe. Verlangen die Menschen von mir als prinzipientreuem Menschen, dass ich mich von meinen jüdischen Freunden abwende? Das wird nicht passieren, es wird niemals passieren.“

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