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Nackte setzen Zeichen Spencer Tunick auf Gran Canaria: Widmung an Berlin

Von ms - 28.07.2026 - 15:30 Uhr
Nackte setzen Zeichen
Foto: Screenshot Spencer Tunick
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Hunderte Menschen haben auf Gran Canaria nackt eine lebende Progress-Pride-Flagge gebildet. Die groß angelegte Kunstinstallation mit dem Titel „Grand Spectrum“ stammt vom US-amerikanischen Fotografen Spencer Tunick, der für seine Arbeiten mit großen Gruppen nackter Menschen im öffentlichen Raum bekannt ist.

Das Wichtigste im Überblick

  • Hunderte Freiwillige formten auf Gran Canaria eine lebende Progress-Pride-Flagge.
  • Die Installation „Grand Spectrum“ stammt vom US-Fotografen Spencer Tunick.
  • Das Kunstprojekt entstand im Rahmen des Festivals „Culture & Business Pride 2026“.
  • Tunick widmete die Aktion der queeren Community in Berlin nach einem gewaltsamen Angriff.
  • Die Installation soll ein Zeichen für Gleichberechtigung, Vielfalt und Menschenrechte setzen.

Nackte Progress-Pride-Flagge

Für das Projekt wurden Mitglieder der LGBTIQ+-Community und ihre Unterstützer in den elf Farben der Progress-Pride-Flagge bemalt. Gemeinsam formten sie im Herzen der Stadt ein lebendes Kunstwerk. Die Installation entstand im Rahmen des Festivals „Culture & Business Pride 2026“ und versteht sich als gemeinsames Statement für Sichtbarkeit, Vielfalt sowie Gleichberechtigung und grundlegende Menschenrechte. In einer Zeit, in der LGBTIQ+-Rechte in vielen Teilen der Welt, auch in Tunicks Heimatland USA, wieder zunehmend unter Druck geraten, fungieren die entstandenen Fotos als künstlerische Antwort auf Hass, Gewalt und Diskriminierung. Die Installation sendet ein unmissverständliches Signal der Sichtbarkeit und des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Widmung für Berlin

Nach dem tödlichen Terroranschlag während der Pride-Feierlichkeiten in Berlin erhielt das Projekt eine zusätzliche Bedeutung. Tunick widmete die Installation der queeren Community in der deutschen Hauptstadt und erklärte: „Niemand sollte jemals Angst um seine Sicherheit haben müssen, nur weil er so sein möchte, wie er ist. Solidarität mit Berlin. Liebe wird immer stärker sein als Hass. Einen Applaus für Gleichberechtigung, Inklusion und Demokratie!“ An dem Projekt nahmen rund 500 LGBTIQ+-Menschen aus 23 Ländern teil. Im Anschluss an das mehrstündige Fotoshooting zeigten sich viele queere Teilnehmer emotional sehr berührt. Immer wieder hoben LGBTIQ+-Menschen dabei auch die besondere Ehre hervor, Vielfalt und Zusammenhalt durch die Sprache der Kunst fördern und dabei überdies gemeinschaftlich erleben zu dürfen. 

Verletzlichkeit des Körpers 

Seit mehr als 30 Jahren realisiert Tunick temporäre, ortsspezifische Installationen in inzwischen mehr als 70 Ländern. Dabei versammeln sich Tausende Freiwillige, die nackt posieren und deren Körper Teil eines großformatigen Kunstwerks werden. Nach Angaben des Künstlers untersucht seine Arbeit das Spannungsverhältnis zwischen der Verletzlichkeit des nackten Körpers und der Strenge öffentlicher sowie privater Räume. Ziel sei es zudem, den menschlichen Körper von seiner üblichen sexuellen Konnotation zu lösen und ihn als reine Form zu zeigen.

Seine bislang größte Installation entstand 2007 auf dem Zócalo-Platz in Mexiko-Stadt. Damals fotografierte Tunick mehr als 18.000 Menschen. Für „Grand Spectrum“ wählte der Fotograf bewusst historische Orte in Las Palmas de Gran Canaria aus. Die Teilnehmer posierten auf der Plaza de Santa Ana sowie in den Straßen rund um die Casa de Colón und die Kathedrale. Durch die Verbindung queerer Identität mit historisch geprägten Orten solle die Installation verdeutlichen, dass Vielfalt ein fester und dauerhafter Bestandteil der Geschichte und Identität der Region ist.

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