Neue Verbote für Jugendliche Ab Herbst sollen neue Richtlinien für Social Media greifen
Auch Deutschlands Nachbar Frankreich bastelt derzeit an einem neuen Social-Media-Verbot für Jugendliche: Die französische Regierung hat nun einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Nutzung von Social-Media-Plattformen wie Instagram und TikTok für Jugendliche unter 15 Jahren ab dem 1. September 2026 verbieten soll. Laut dem Entwurf, aus dem die Nachrichtenagentur AFP zitiert, sollen die Plattformen für diese Altersgruppe gesperrt werden, um den Risiken einer exzessiven Nutzung entgegenzuwirken.
Hintergrund des Gesetzentwurfs
Das geplante Verbot basiert demnach auf zahlreichen Studien und Berichten, die auf die Gefahren einer intensiven Nutzung von Online-Plattformen durch Minderjährige hinweisen. Besonders genannt werden der Zugang zu „unangemessenen Inhalten“, die Zunahme von „Online-Mobbing“ sowie die Auswirkungen auf den Schlaf von Jugendlichen. Die französische Behörde Arcom, zuständig für die Regulierung digitaler Kommunikation, soll mit der Überwachung des Verbots betraut werden. Darüber hinaus sieht der Gesetzentwurf auch vor, dass das Verbot von Handynutzung auf Gymnasien ausgeweitet wird. Diese Maßnahme gilt in Frankreich bereits seit 2018 für die Vorschule sowie andere Schulen.
Internationale Diskussion über Mindestalter
Mit Frankreich tritt nun ein weiteres Land in die Diskussion ein, ein Mindestalter für die Nutzung von Social Media festzulegen. Im Dezember 2025 trat in Australien ein striktes Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren in Kraft. Auch in anderen Ländern wird das Thema diskutiert, besonders im Hinblick auf den Schutz von Minderjährigen vor den negativen Auswirkungen von Online-Plattformen. In Deutschland findet die Idee in sowohl bei SPD wie auch bei der Union Befürworter. Indes haben Fachverbände, Lehrer-Organisationen sowie auch queere Jugendorganisationen und die die Bundesschülerkonferenz (BSK) in Deutschland davor gewarnt.
Auswirkungen auf queere Jugendliche
Während das geplante Verbot vor allem als Maßnahme zum Schutz vor Online-Mobbing und schädlichen Inhalten betrachtet wird, könnte es gerade für homosexuelle und queere Jugendliche zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen. Für diese Jugendlichen bieten Plattformen wie Instagram, TikTok und andere Social-Media-Kanäle eine wichtige Möglichkeit, ihre Identität auszudrücken, Gleichgesinnte zu finden und sich mit einer unterstützenden Community zu vernetzen. Insbesondere in konservativen oder weniger offenen Umfeldern können diese Plattformen als Zufluchtsorte dienen, an denen sie Unterstützung finden, sich mit anderen queeren Menschen austauschen und ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität ohne Angst vor Diskriminierung erkunden können. Gleiches gilt für den ländlichen Raum.
Das Verbot könnte für diese Jugendlichen eine zusätzliche Isolation bedeuten, da sie wichtige Räume verlieren würden, um sich selbst zu entdecken und sich mit einer unterstützenden Gemeinschaft zu verbinden. Gleichzeitig könnte die Einschränkung des Zugangs zu sozialen Netzwerken ihre Möglichkeiten zur Aufklärung und zum Zugang zu positiven, inklusiven Darstellungen von sexuellen und geschlechtlichen Identitäten einschränken. Die Diskussion um ein Mindestalter für Social Media erfordert daher eine differenzierte Betrachtung, um den Schutz der Privatsphäre und der mentalen Gesundheit von Jugendlichen mit der Förderung von Inklusion und Selbstentfaltung in der digitalen Welt in Einklang zu bringen.