Statement gegen Homophobie Punkteabzug im Fußball nach homophoben Parolen von Fans
Immer wieder kommt es bis heute weltweit bei Fußballspielen zu homophoben Aktionen: Schwule Spieler werden beschimpft und hasserfüllte Gesänge angestimmt. Im besten Fall drohen daraufhin Geldstrafen für die Vereine, die diese zumeist problemlos bezahlen können. Bis jetzt.
Punkteabzug nach homophoben Gesängen
Der Oberste Sportgerichtshof (STJD) in Brasilien hat nun erstmals eine neue Taktik angewandt – den Punkteabzug. Der Vorfall ereignete sich bei einem Serie-D-Spiel zwischen Maracanã und Iguatu. Ersterer gewann zwar nach Toren das Match, ging aber trotzdem als Verlierer vom Platz. Der STJD strich die Siegtreffer aufgrund von diskriminierenden und homophoben Demonstrationen von Seiten der Fans auf der Tribüne. „Diese Entscheidung spiegelt das ernsthafte Engagement der Sportbehörden wider, ein sicheres und einladendes Umfeld für alle Menschen zu schaffen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung. Homophobie wird im Fußball, einer der traditionellsten und beliebtesten Sportarten Brasiliens, nicht geduldet“, so ein Sprecher des Sportgerichtshofs.
Eine Idee auch für Deutschland?
Die Maßnahme ist bis heute beispiellos und könnte als Vorbild weltweit dienen. Am Ende kann das Aberkennen von Toren und damit Punkten für einen Fußballverein das frühzeitige Ende bei nationalen wie internationalen Wettkämpfen bedeuten. Eine tatsächlich gefährliche Drohkulisse, die vielleicht deutlich mehr die Verantwortlichen in den Vereinen dazu motiviert, tatsächlich aktiv gegen Homophobie im Umfeld der Clubs vorzugehen – jenseits von wohlfeinen und zumeist inhaltsleeren Statements.