Mpox in Berlin Fallzahlen bleiben hoch, gefährlichere Variante in Umlauf
Das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) empfiehlt angesichts der laufenden CSD- und Pride-Saison bestimmten Personengruppen erneut eine Impfung gegen Mpox, insbesondere sexpositiven schwulen und bisexuellen Männern. Zwar sind die Infektionszahlen in den vergangenen Wochen leicht zurückgegangen, dennoch liegt die Gesamtzahl der registrierten Fälle weiterhin sehr deutlich über den Werten der letzten Jahre.
Das Wichtigste im Überblick
- In Berlin wurden in diesem Jahr bislang 125 Mpox-Fälle registriert.
- Die Fallzahlen sind zuletzt leicht zurückgegangen.
- Im Vergleich zu 2024 und 2023 wurden jedoch deutlich mehr Infektionen gemeldet.
- Betroffen sind überwiegend schwule und bisexuelle Männer.
- Das Landesamt für Gesundheit und Soziales wirbt während der CSD-Saison verstärkt für die Mpox-Impfung.
- Die Erkrankung wird vor allem durch engen (sexuellen) Körperkontakt übertragen.
- Mehrheitlich breitet sich derzeit die gefährliche Variante Klade Ib aus.
Verbreitung unter schwulen Männern
Nach dem aktuellen Wochenbericht zu Infektionskrankheiten wurden in Berlin seit Jahresbeginn 125 Mpox-Infektionen erfasst. Nachdem die Zahl der Erkrankungen zu Beginn des Jahres deutlich über den Vorjahreswerten gelegen hatte, ist inzwischen ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Mit derzeit 125 Fällen bewegt sich das Infektionsgeschehen nahezu auf dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums, in dem binnen eines ganzes Jahres 127 Fälle registriert wurden – die gleiche Anzahl wurde bisher in Berlin im Jahr 2026 in einem halben Jahr bereits erreicht. Verglichen mit den Jahren davor bleibt die Zahl der Infektionen deutlich höher. Im gleichen Zeitraum des Jahres 2024 waren 29 Fälle gemeldet worden, 2023 lediglich zehn.
Nach Angaben des Lageso sind überwiegend schwule und bisexuelle Männer betroffen. Die Infizierten waren in diesem Jahr zwischen 19 und 66 Jahre alt. Bei 110 Erkrankten war der Impfstatus bekannt. Von ihnen waren 53 Prozent mindestens einmal gegen Mpox oder Pocken geimpft. Die vergleichsweise hohen Fallzahlen könnten nach Einschätzung des Lageso darauf hindeuten, dass sich Mpox weiterhin in sexuellen Netzwerken von schwulen und bisexuellen Männern ausbreitet.
Appell zur Pride-Saison
Vor dem Hintergrund der aktuellen Pride-Saison informiert das Landesamt derzeit deswegen verstärkt über die Schutzimpfung. Dazu nutzt die Behörde unter anderem Dating-Apps, soziale Medien sowie Postkarten und Plakate in deutscher und englischer Sprache. In einem Instagram-Beitrag wirbt das Amt mit den Worten: „Wenn dein Sommer aus CSD-Saison, Clubnacht, Darkroom oder Dating-App und spontanen Begegnungen besteht, dann gehört eine Mpox-Impfung genauso dazu wie dein Outfit für die Nacht.“ Für bestimmte Personengruppen in Deutschland wird daher mit Nachdruck die zweifache Schutzimpfung empfohlen. Dazu zählen unter anderem Männer, die Sex mit Männern haben und häufig den Partner wechseln, sowie Sexarbeiter.
Gefährlichere Variante in Umlauf
Mpox wurde in den letzten vor allem durch sexuellen Kontakt übertragen, beinahe ausschließlich unter schwulen und bisexuellen Männern. Die Mehrheit der aktuell auftretenden Fälle sind die Kalde Ib, eine deutlich gefährlichere Variante als beim ersten großen Ausbruch in Europa im Jahr 2022. Die aktuelle Virusvariante ist leichter übertragbar und zeichnet sich durch einen schwereren Krankheitsverlauf aus. Die Sterblichkeitsrate ist laut der US-Seuchenbehörde CDC rund 25 mal höher, besonders für Menschen mit HIV – das bestätigte zuletzt auch die WHO in einer neuen Studie. In diesem Jahr trat die neue Virusvariante auch in Nachbarländern wie der Schweiz oder Österreich auf. Zu den typischen Krankheitszeichen gehören Hautausschlag, Fieber sowie Kopf- und Muskelschmerzen.