Direkt zum Inhalt
Kölner Sparhaushalt

Kölner Sparhaushalt Entsetzen beim queeren Jugendzentrum und den LGBTI*-Jugendlichen

ms - 02.12.2024 - 08:30 Uhr
Loading audio player...

Der neue Haushaltsentwurf der Stadt Köln für 2025/2026 sieht Einsparungen von 191.000 Euro bei der LGBTI*-Jugendanlaufstelle anyway vor – sowohl die Betreiber wie auch die betroffenen Jugendlichen selbst sind entsetzt. 

Keine Jugendberatung mehr?

„Wegfallen soll ausgerechnet die Jugendberatungsstelle. Sie unterstützt Jugendliche im Coming-Out und besonders Jugendliche, die trans, inter* und nicht-binär sind. Sie stehen unter größtem Druck, da sie verstärkt unter Diskriminierung in Elternhaus, Schule und Gesellschaft leiden. Zusätzlich soll die Fachberatung des anyway nicht weiter finanziert werden. Sie sensibilisiert Kölner Jugendeinrichtungen für die Belange von queeren Jugendlichen und sorgt dafür, Queerfeindlichkeit abzubauen sowie Vielfalt und Demokratie zu fördern“, so das anyway-Team in ihrem Statement. Die Einsparungspläne trifft das Jugendzentrum tatsächlich überraschend, denn bisher hatte die Stadtpolitik erklärt, bei den Angeboten der Jugendarbeit nicht einsparen zu wollen.  

Der geschäftsführende Vorstand Jürgen Piger betont: „Die Einsparungen kommen zur absoluten Unzeit. Seit Anfang des Jahres mahnen wir an, dass die Queerfeindlichkeit in der Stadtgesellschaft steigt und besonders LSBTIQ*- Jugendliche davon betroffen sind. Nun soll ausgerechnet bei ihnen gespart werden.“ 

Entsetzen bei den Jugendlichen 

Auf der kurzfristig einberufenen Hausversammlung des anyway sorgten die Pläne der Stadt für Entsetzen. Die Kürzungen wollen weder die Betreiber, noch die ehrenamtlichen Helfer sowie auch die queeren Jugendlichen selbst auf keinen Fall hinnehmen, so das anyway weiter. Sie fordern von der Politik, den Haushaltsentwurf anzupassen und Sparpläne zurückzunehmen. Die Notlagen und Herausforderungen von LGBTI*-Jugendlichen seien nicht geeignet dazu, um Haushaltslöcher zu schließen, betonten die Besucher bei der Hausversammlung übereinstimmend.

Appell ans Grüne und CDU

Die Hoffnungen sind groß, dass das Ratsbündnis von Grünen, CDU und Volt den Haushaltsentwurf der Stadtverwaltung noch einmal ändert. Im Bündnisvertrag von 2021 hatten die Parteien noch bekräftigt, das anyway stärken zu wollen, wie Piger betont: „Wir gehen davon aus, dass das Ratsbündnis sein Versprechen halten wird. Für uns bedeutet dies andernfalls, dass ein Fünftel unserer Förderung wegfällt. Das können wir durch Spenden nicht auffangen. Am Ende gibt es dann keine Jugendberatung und auch keine Fachberatung mehr. Der Standort Köln-Ehrenfeld wäre in der Konsequenz gefährdet und könnte ebenfalls wegfallen.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Erleichterte Stiefkindadoption

Neues Gesetz in der Schweiz

Freude in der Schweiz: Der Nationalrat wird die Stiefkindadoption für lesbische Paare erleichtern, aufwendige Verfahren wie bisher entfallen künftig.
Folgen für trans* Personen

LGBTIQ+-Soldaten in Gefahr

Die Ankündigung von Trump, ohne Zustimmung des Kongresses militärische Operationen gegen den Iran einzuleiten, sorgt für Sorgen auch bei LGBTIQ+.
Keine Männer im Bau?

Die Männchen werden nicht gebraucht

Bei der in Japan heimischen Ameisenart Temnothorax kinomurai existieren ausschließlich Königinnen – Arbeiterinnen und Männchen fehlen vollständig.
Humorvolle Selbstironie

Erik Bottcher mit „twinkigem“ Look

Mit Rekordergebnis hat Erik Bottcher, offen schwuler Politiker der Demokraten, die Nachwahl zum Senat des Bundesstaates New York für sich entschieden.
Mann bringt Sexpartner um

Neun Jahre Haft

Ein 43 Jahre alter Mann ist in Berlin wegen der Tötung seines Sexpartners zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt worden.
Dauererektion dank Honig?

Warnung vor besonderer Honigpaste

Das Landratsamt Tübingen warnt vor einer Honigpaste, die bei Amazon erhältlich war. Die Nebenwirkung? Eine mögliche Dauererektion.
Soziale Medien in Deutschland

Starker Zuwachs in vier Jahren

Die Mehrheit der Deutschen (59%) nutzt inzwischen soziale Medien, besonders immer mehr junge queere Menschen, bestätigt das Bundesamt für Statistik.
Neue Spielklasse im US-Rugby

Kategorie für queere Athleten

Der Dachverband USA Rugby führt eine offene Spielklasse für queere und trans* Sportlerinnen ein, um ihnen so die Möglichkeit der Teilhabe anzubieten.
Kritik an US-Regierung

Neue Regeln bei Entwicklungshilfe

Die USA haben Richtlinien zur Entwicklungshilfe angepasst: Geld bekommt, wer nicht gegen die Trump-Agenda verstößt. Der LSVD+ kritisiert die Maxime.