Hass im Senegal Neue homophobe Strafgesetze mit US-Unterstützung
US-amerikanische Lobbyisten, die Homosexualität als Bedrohung für die öffentliche Gesundheit darstellen, haben offenbar senegalesische Behörden bei der Verabschiedung des neuen Gesetzes beraten, bevor die Höchststrafen für Schwule und Lesben massiv verschärft wurden im Land.
Massive Attacke auf Homosexuelle
Die Nationalversammlung Senegals war Anfang März international in die Kritik geraten, nachdem sie ein Gesetz verabschiedete, das die maximale Strafe für gleichgeschlechtliche Beziehungen verdoppelt. Während Homosexualität in dem westafrikanischen Land bereits seit Mitte der 1960er Jahre illegal ist, sieht das neue Gesetz vor, dass bereits ein öffentliches Outing mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden kann. Befürworter des Gesetzes erklärten, dass homosexuelle Bürger künftig nicht mehr „frei in diesem Land atmen“ könnten, und kündigten unter Applaus an, alle Freiheiten dieser Menschen einschränken zu wollen.
Unterstützung aus den USA
Wie ein Bericht von Reuters jetzt aufzeigt, arbeitete die in Massachusetts ansässige Lobbyorganisation MassResistance, die sich selbst als „pro Familie“ bezeichnet, mit senegalesischen Aktivisten zusammen, um die Verabschiedung des Gesetzes zu unterstützen. MassResistance betrachtet LGBTIQ+-Rechte als Angriff auf sogenannte „kulturelle Normen“. Die US-Gruppe kooperierte demnach mit dem senegalesischen islamischen und zivilgesellschaftlichen Netzwerk „Samm Jikko Yi“, einem Zusammenschluss von Anti-LGBTIQ+-Aktivisten, um eine Kampagnenstrategie zur Unterstützung weiterer Einschränkungen für Homosexuelle zu entwickeln. Samm Jikko Yi setzt sich nach eigenen Angaben seit mindestens 2020 für härtere Strafen bei gleichgeschlechtlichen Beziehungen ein. Ababacar Mboup, ehemaliger Koordinator von Samm Jikko Yi, erklärte, Vertreter beider Gruppen hätten über Strategien zur Bewusstseinsbildung, Mobilisierung und Zusammenarbeit mit senegalesischen Behörden gesprochen.
Neue Kampagne in Ghana
Arthur Schaper, Field Director von MassResistance, kündigte indes einen „erneuten Vorstoß“ an, um LGBTIQ+-Rechte international zu beeinflussen und strengere Verbote durchzusetzen. Die Organisation habe deswegen begonnen, in Ghana auf geplante Anti-LGBTIQ+-Gesetze einzuwirken. Das Ziel hier sind ebenso deutlich härtere und radikalere Strafen. Die ghanaische Menschenrechtsorganisation Freedom International bestätigte den Kontakt und berichtete von einem Austausch von „Bildungsmaterialien“.