Direkt zum Inhalt
Gerichtsurteil nach Olympia
Foto: IMAGO / Starface
ANZEIGE

Gerichtsurteil nach Olympia Die homophoben Attacken im Umfeld des Sportevents in Paris haben jetzt ein Nachspiel - sieben Personen wurden verurteilt

ms - 06.05.2025 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Die massive Welle von Hasskommentaren nach der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele in Paris im letzten Jahr haben nun final ein juristisches Nachspiel: Sieben Männer und Frauen im Alter zwischen 22 und 79 Jahren wurden nun wegen Cybermobbings zu Geld- und Bewährungsstrafen verurteilt. Die Angeklagten hatten vor allem den schwulen Regisseur der Eröffnungsspiele, Thomas Jolly, in extremer Weise antisemitisch und homophob beschimpft und ihm sogar mit Mord gedroht.

Ärger um die Eröffnungsfeier 

Ausgangspunkt der Hassattacken war der Ärger über das angeblich „queere Abendmahl“, eine Szene während der Eröffnungsshow, bei der mehrere Drag-Queens an einem langen Tisch saßen. Sowohl Jolly wie auch die Olympia-Organisatoren hatten zeitnah klargestellt, dass es sich bei der Szene nicht um eine Attacke auf Christen handelte, sondern um die Darstellung eines Festgelages aus der griechischen Mythologie rund um den Gott Dionysos. Sowohl der Vatikan wie auch hunderttausende Christen ließen sich davon allerdings nicht beruhigen.

Weitere Anklagen möglich

Drei der sieben verurteilten Personen wurden nun zu Geldstrafen von bis zu 3.000 Euro verurteilt, die übrigen vier Angeklagten bekamen Bewährungsstrafen von bis zu vier Monaten. Jolly selbst hatte zu den homophoben Angriffen erklärt: „Es hat mich destabilisiert, dass ich zur Zielscheibe von Hass, Drohungen und Beleidigungen geworden bin.“ 

Während die klagende Staatsanwältin betont hatte, dass andere Menschen mit solchen hasserfüllten Äußerungen zu Taten aufgehetzt werden können, hatten die Verteidiger erklärt, ihre Mandanten seien geschockt gewesen und es gebe eben nebst den Menschen, die ins Theater gehen, auch solche in Frankreich, die auf dem Land leben und wenig Verständnis für diese Art von Event aufbringen können. Die französische Justiz hat indes angekündigt, gegen weitere Personen vorgehen zu  wollen, die Hass und Hetze online verbreitet haben. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Wiesn-Start in München

Kreislaufprobleme beim schwulen OB

Kreislaufprobleme stoppen Münchens schwulen Oberbürgermeister Krause beim Trachtenzug, während Heidi Klum und Bill Kaulitz beim Gay Sunday feiern.
CDU verliert, AfD im Aufwind

Erste Reaktionen zum Wahlabend

Der Tag danach: Die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern bringen schwere Verluste für CDU und SPD, während AfD und Linke deutlich zulegen.
Trey Cunningham selbstbewusst

Hürdenläufer mit Starpotenzial

Der schwule Sportstar Trey Cunningham beendet seine Saison mit Rekord, Modeljobs und viel Selbstbewusstsein – und hat bereits Olympia 2028 im Blick.
Kerle in besonderer Tracht

Lederhose, Lust und Lebensfreude

September ist Oktoberfestzeit. Für schwule Jungs liegt dabei eine besondere Faszination bei Männern in Lederhosen. Doch warum eigentlich?
Netflix und LGBTIQ+

Die zehn erfolgreichsten Serien

Netflix' meistgesehene Serien zeigen viele LGBTIQ+-Figuren und Geschichten – an der Spitze steht ein sexy Werwolf mit rund 252 Millionen Aufrufen.
Mordversuch mit Bierflasche

Junger Mann in Minnesota attackiert

Ein Mann aus Minnesota wurde mit einer zerbrochenen Bierflasche attackiert und schwer verletzt, weil sein Angreifer ihn fälschlich für schwul hielt.
Nationale Krise auf Fidschi

Massiv steigende HIV-Zahlen

Der Staat Fidschi reagiert auf stark steigende HIV-Zahlen mit einem nationalen Notstand und will Tests, Prävention und Behandlung ausweiten.
Suizide in der EU

Männer deutlich häufiger betroffen

Die Suizidrate in der EU sinkt langsam, doch Männer und sexuelle Minderheiten bleiben besonders stark betroffen, insbesondere in Deutschland.
Kritik an Bundesregierung

LSVD+ betont fehlenden Schutz

Der LSVD+ kritisiert fehlende Maßnahmen der Bundesregierung gegen Queerfeindlichkeit und fordert mehr Beteiligung der queeren Zivilgesellschaft.