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Queere Jugend macht Politik LGBTIQ+-Jugendliche in den USA werden aktiv

Von ms - 21.10.2026 - 13:00 Uhr
Queere Jugend macht Politik
Foto: iStock / Somsak Siripatcharathorn
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Viele LGBTIQ+-Jugendliche in den USA fühlen sich von politischen Entscheidungen unmittelbar betroffen, haben aber selbst noch kein Wahlrecht. Eine neue Initiative will das jetzt ändern – zumindest hinsichtlich ihrer Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen. Mit „Queer the Ballot“ haben fünf Highschool-Schüler eine überparteiliche Kampagne gegründet, die junge queere Menschen zu politischem Engagement ermutigen soll.

Das Wichtigste im Überblick

  • Politische Teilhabe: Fünf US-amerikanische Schüler haben die überparteiliche Initiative „Queer the Ballot“ gegründet, um LGBTIQ+-Jugendlichen mehr politischen Einfluss zu ermöglichen.
  • Mehr als 2.000 Jugendliche: Mit über zehn Workshops und mehr als 200 Informationspaketen sollen junge Menschen lernen, sich politisch einzubringen.
  • Sorgen um LGBTIQ+-Rechte: Politische Angriffe auf queere Menschen beschäftigen die Organisatoren.
  • Praktische Unterstützung: Die Jugendlichen lernen unter anderem, Politiker und Schulbehörden zu kontaktieren, Gesetzestexte zu verstehen und sicher zu demonstrieren.
  • Langfristiges Ziel: Die Initiative soll über die US-Zwischenwahlen im November 2026 hinaus bestehen und Jugendliche befähigen, ihr Wissen weiterzugeben.

Gleichaltrige erreichen

Es geht bei der Aktion nicht nur darum, Jugendliche auf spätere Wahlen vorzubereiten. Die Organisatoren wollen zeigen, dass politische Beteiligung bereits vor dem 18. Geburtstag möglich ist – etwa durch Gespräche mit Entscheidungsträgern, öffentliche Stellungnahmen oder die Mitarbeit in lokalen Initiativen. Die Kampagne ist Teil der internationalen Jugendorganisation „Dear Queer Youth“. Gegründet wurde sie von Sophia Wong aus Los Angeles, Jay Roy und Bekah Garlikov aus der San Francisco Bay Area, Christopher Grady aus Virginia sowie Alex Howard aus North Carolina. Die Jugendlichen wollen vor allem Gleichaltrige erreichen, die angesichts der politischen Auseinandersetzungen über ihre Rechte zunehmend resignieren.

Der Frust wächst 

Zu den Initiatoren gehört der 17-jährige Bekah Garlikov, der eine Highschool in der San Francisco Bay Area besucht. Bereits in der achten Klasse begann er, täglich Screenshots von Nachrichtenüberschriften über queere Menschen zu sammeln. Er wollte nachvollziehen, welchen Herausforderungen Menschen wie er ausgesetzt sind. Die Beschäftigung mit den Nachrichten führte zunächst allerdings dazu, dass er sich machtlos fühlte. „Ich habe nicht mehr das Gefühl, die Kontrolle zu haben. Und ich hasse das, denn es ist mein Leben, mein Körper und es sind meine Erfahrungen. Aber die Menschen, die darüber entscheiden, haben diese Erfahrungen und Perspektiven nicht.“ Besonders frustrierend ist für ihn, dass er selbst bei den anstehenden Zwischenwahlen im November 2026 noch nicht abstimmen darf. Seinen 18. Geburtstag feiert er erst im April 2027. Gerade deshalb möchte er anderen Jugendlichen zeigen, dass ihre Möglichkeiten zur politischen Einflussnahme nicht erst mit dem Wahlrecht beginnen.

Sophia Wong, die „Queer the Ballot“ ins Leben gerufen hat, beobachtet in ihrem Umfeld eine zunehmende politische Erschöpfung. Als Vorsitzende der Gay-Straight Alliance (GSA) ihrer Schule sprach sie mit zahlreichen Jugendlichen, die sich durch politische Angriffe auf LGBTIQ+-Rechte verunsichert fühlten. Viele hätten begonnen, entsprechende Nachrichten und Debatten bewusst zu meiden. „Ich würde sagen, die Mehrheit meiner Freunde und der Menschen, die ich kenne, blendet das inzwischen wirklich aus“, erklärte Wong. Ähnliche Erfahrungen machten die übrigen Organisatoren in ihren Heimatregionen. Die Initiative soll deshalb nicht nur politische Informationen vermitteln, sondern auch das Gefühl überwinden helfen, gesellschaftlichen Entwicklungen hilflos ausgeliefert zu sein.

Konkrete Handlungsmöglichkeiten 

Geplant sind mehr als zehn Workshops sowie die Verteilung von über 200 Informations- und Werkzeugpaketen zur politischen Beteiligung. Insgesamt möchte die Kampagne mehr als 2.000 junge Menschen erreichen. Die Angebote sollen über Schulen, schulische LGBTIQ+-Gruppen, Bibliotheken sowie Jugend- und LGBTIQ+-Zentren verbreitet werden. In den Veranstaltungen lernen die Teilnehmer unter anderem, wie sie Kontakt zu Schulbehörden aufnehmen, Sitzungen von Stadträten besuchen, politische Botschaften kritisch bewerten oder sich sicher an Demonstrationen beteiligen können. Auch das Verfassen überzeugender Briefe an politische Entscheidungsträger und das Verständnis von Gesetzestexten gehören zu den vorgesehenen Themen. 

Die Initiative versteht sich ausdrücklich als überparteilich. Sie möchte Jugendlichen keine bestimmten politischen Ansichten vorgeben, sondern sie dazu befähigen, ihre eigenen Interessen zu erkennen und zu vertreten. „Wir fragen: Was ist euch wichtig? Was soll die Regierung für euch tun?“, erklärte Garlikov. Für die Umsetzung erhielt das Projekt eine Förderung in Höhe von 7.500 US-Dollar über das „Carnegie Young Leaders for Civic Preparedness Program“. Hinzu kommt Unterstützung durch Mentoren. Teammitglieder, die mit dem Programm „Youth Voices“ der Organisation „It Gets Better“ verbunden sind, holten sich außerdem Beratung und Rückmeldungen über dieses Netzwerk.

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