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Streit um Olympia
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Ewiger Streit um Olympia Hunderttausende Gläubige fordern Konsequenzen ums "queere Abendmahl" - ein Benediktiner sagt indes, diesen Menschen haben „einen Mangel an Glauben“

ms - 06.08.2024 - 16:00 Uhr
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Eineinhalb Wochen nach Beginn der Olympischen Sommerspiele rumort es noch immer heftig über eine Szene bei der Eröffnungsfeier, die in der Presse als das „queere Abendmahl“ bezeichnet wird. Jetzt fordern rund 380.000 Menschen in einer Petition, dass sich das Olympische Komitee IOC entschuldigen müsse. 

Ein „queeres Abendmahl“?

Erst eine Woche nach der Eröffnungsfeier hatte sich zuvor auch der Vatikan zu Wort gemeldet, der Heilige Stuhl ließ wissen, man sei betrübt über einige Szenen gewesen und würde sich den Stimmen anschließen, die einige Show-Passagen als Beleidigung vieler Christen beklagt hätten. In der betreffenden Szene sitzen mehrere Drag-Queens an einem langen Tisch, in der Mitte die in Frankreich sehr beliebte DJane und lesbische Aktivistin Barbara Butch samt Strahlenkranz.

Drag-Queens als Kritikpunkt 

Der Vatikan ließ dazu wissen: „Bei einem prestigeträchtigen Ereignis, bei dem sich die ganze Welt um gemeinsame Werte versammelt, sollte es keine Anspielungen geben, die die religiösen Überzeugungen vieler Menschen lächerlich machen. Die Meinungsfreiheit, die selbstverständlich nicht in Frage gestellt wird, findet ihre Grenze im Respekt vor anderen.“ Drag-Queens in die Nähe der zwölf Apostel zu rücken, stellt für den Vatikan laut eigener Aussage damit eine Lächerlichkeit dar – ein Menschenbild, das seinerseits wieder für viel Unmut in der LGBTI*-Community sorgte.

Petition fordert Entschuldigung

Zuletzt haben jetzt rund 380.000 Menschen eine Petition online unterzeichnet, die von dem Präsidenten des IOC, Thomas Bach, sowie den Mitgliedern des Olympischen Komitees eine offizielle Entschuldigung einfordert, denn hier sei der „christliche Glaube auf die beleidigenste Art und Weise“ verspottet worden. „Halbnackte Transsexuelle und Drag Queens waren dabei zu beobachten, wie sie etwas den Christen so Heiliges wie das letzte Abendmahl entweihten. Das war abscheulich und widerwärtig anzusehen.“ 

Zudem waren bei der Show auch Kinder und Jugendliche zu sehen, auch dies sei ein „verstörender Punkt“ gewesen. Einmal mehr ist die Rede von der „Sexualisierung“ von Kindern. Inzwischen fordern auch 24 Bischöfe und drei Kardinäle eine Entschuldigung.  

Kritiker haben „einen Mangel an Glauben“

Die Kritik seitens einiger Gläubiger wird indes selbst innerhalb der Glaubensgemeinschaft nicht von allen geteilt. Der Benediktiner Martin Werlen erklärte so jetzt gegenüber dem Internetportal kath.ch, dass die Darstellung prophetisch gewesen sei – gerade die Aufregung treffe dabei aber den Kern der Kritik. „Wir stören uns daran, dass die Menschen am Rande der Gesellschaft beim Abendmahl um Jesus versammelt sind. Das war über viele Jahrhunderte ein Skandal unseres Glaubenslebens, offenbar bis heute.“ 

Dabei betont Werlen, wie lange die Kirche Menschen nur aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verachtet habe: „Die Künstlerinnen und Künstler wecken uns auf und zeigen in aller Deutlichkeit, dass wir in der Nachfolge Jesu nicht gegeneinander, aber auch nicht nebeneinander, sondern miteinander auf dem Weg sind.“ Wer damit Mühe habe, sei weniger in seinen religiösen Gefühlen verletzt, sondern habe einen Mangel an Glauben, so der Schweizer Benediktiner weiter. 

Der Regisseur der Eröffnungszeremonie, Thomas Jolly, erklärte indes inzwischen, man habe bei der Szene gar nicht an das Christentum oder das Abendmahl gedacht – die Szene sollte ein Gelage des griechischen Gottes Dionysos darstellen, der zuvor auch in der Show zu sehen gewesen war. Die deutsche Bischofskonferenz hatte daraufhin erklärt, man möge sich jetzt bitte wieder auf die Leistungen der Athleten konzentrieren. 

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