Direkt zum Inhalt
Ende im Fall Anastasia Biefang

Ende im Fall Anastasia Biefang Bundesverfassungsgericht lehnt Klage der trans* Soldatin ab

ms - 17.04.2025 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Die trans* Bundeswehroffizierin Anastasia Biefang ist final mit ihrer Klage gegen einen disziplinarischen Verweis gescheitert – das Bundesverfassungsgericht entschied in dieser Woche, die Klage nicht anzunehmen: „Die Verfassungsbeschwerde ist unzulässig, weil sie den Anforderungen an eine hinreichend substantiierte Begründung nicht genügt“, so die Begründung.  

Jahrelanger Streitfall der Gerichte 

Seit 2019 war der Fall durch die Medien gegangen, die ehemalige Bundeswehrkommandeurin hatte aufgrund ihres Tinder-Profils einen Verweis ihres Vorgesetzten bekommen. Darin hatte sie mit den Worten „Spontan, lustvoll, trans*, offene Beziehung und auf der Suche nach Sex. All genders welcome“ nach möglichen Sexualpartnern gesucht. Mit ihrem Verhalten habe Biefang der Deutschen Bundeswehr nachhaltig geschadet – zu diesem Urteil kamen nach Widerstand von Biefang mehrere gerichtliche Instanzen. Mit der jetzt erfolgten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts dürfte der Fall nun final beendet sein.  

Das Bundesverfassungsgericht erklärte dazu weiter: „Die Verfassungsbeschwerde ist unzulässig, weil die Beschwerdeführerin ein fortbestehendes Rechtsschutzbedürfnis nicht in der erforderlichen Weise dargelegt hat. Ausführungen dazu waren geboten, weil die angegriffene Disziplinarmaßnahme bereits vor Erhebung der Verfassungsbeschwerde nach den einschlägigen Bestimmungen der Wehrdisziplinarordnung zu tilgen war.“

Debatte um Soldatengesetz

Der Fall sorgte in den letzten Jahren auch deswegen immer wieder für Schlagzeilen, weil er Debatten über die Privatsphäre von Soldaten in der Bundeswehr aufwarf. Hintergrund ist der Paragraf 17 des Soldatengesetzes, der bestimmt, dass ein Soldat die „Disziplin zu wahren und die dienstliche Stellung des Vorgesetzten in seiner Person auch außerhalb des Dienstes zu achten“ habe.

Biefang hatte zu dem Fall im Ende 2022 gegenüber Buzzfeed News erklärt: „Ich hatte anfangs beim Schreiben der Beschwerde ja noch gedacht, dass in der nächst höheren Instanz dann die Einsicht kommt, dass man hier als Bundeswehr übers Ziel hinausgeschossen ist. Als dann aber meiner Beschwerde nicht stattgegeben wurde und in den schriftlichen Begründungen dann sinngemäß erklärt wurde, was für ein nicht integrer und unmoralischer Mensch ich sei, der sexbesessen durch das Leben rennt, wurde mir klar, dass das ein langer Weg werden wird. Meine Welt brach mit jeder weiteren Instanz, die das erneut bestätigt hat, immer mehr zusammen“ 

Und weiter: „Ich würde immer wieder eine Beschwerde einlegen, weil ich immer noch den Verweis für falsch halte. Wir als queere Menschen leben unsere Sexualität zumeist etwas anders aus und ich habe das Gefühl, man wollte mir als trans* Frau und queere Person zeigen, dass das so nicht geht. So etwas wie sie wollen wir nicht! Ich habe von anderen Kollegen immer wieder gehört: Das wäre dir als Mann nicht passiert.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Wahlverhalten in Amerika

Gespaltene Einstellungen in den USA

Jeder dritte US-Wähler wünscht sich Politiker, die sich gegen LGBTIQ+ aussprechen. Dabei ist LGBTIQ+ allerdings so gut wie nie wahlentscheidend.
Angriff nach WM-Partie

Deutscher Fan in Toronto verletzt

Ein deutscher Fußballfan berichtet von einem mutmaßlich homophoben Übergriff nach dem Besuch eines WM-Spiels in Kanada.
Festnahme in Thailand

Adult-Creator inhaftiert

Ein südkoreanischer Content-Creator von Erwachsenen-Inhalten ist in Thailand wegen expliziter Online-Inhalte und Drogenbesitzes festgenommen worden.
Italienische Pride-Kampagne

Video-Clip berührt hoch emotional

Ein Pride-Video eines italienischen Immobilienportals sorgt mit einer sehr emotionalen Geschichte über Akzeptanz für große Resonanz im Netz.
Anti-LGBTIQ+-Gesetze weltweit

Religiöser Einfluss ist prägend

Die weltweite Verteilung von Staaten mit Anti-Homosexuellen-Gesetzen verschiebt sich zunehmend zwischen Christentum und Islam.
Homosexuelle Veteranen

Entschädigungsfrist läuft ab

Mehr als 1.000 homosexuelle Veteranen könnten in Großbritannien trotz Anspruchs auf Entschädigung leer ausgehen, weil die Antragsfrist bald endet.
Neue Debatte über Nmecha

Ein homophober Nationalspieler?

Erneute Debatte: DFB-Präsident Bernd Neuendorf erklärte jetzt, er sieht bei Nationalspieler Felix Nmecha keine homophoben Einstellungen.
Flucht aus den USA

Queere Menschen verlassen das Land

Immer mehr LGBTIQ+-Menschen aus den USA suchen wegen politischer Entwicklungen Schutz im Ausland, während die US-Asylpolitik immer restriktiver wird.
Zehn Jahre Kyiv Pride

Tausende protestierten in Kiew

In Kiew demonstrieren Tausende für LGBTIQ+-Rechte und rechtliche Gleichstellung, insbesondere der Wackel-Politik der ukrainischen Regierung.