Direkt zum Inhalt
Allein und einsam
ANZEIGE

Allein und einsam Alleinlebend in Deutschland - ein Problem gerade auch für ältere Homosexuelle

ms - 02.07.2024 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Zuletzt erst im Juni dieses Jahres zeigte eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung auf, dass vor allem junge Menschen im Alter zwischen 19 und 22 Jahren von Einsamkeit betroffen sind, insbesondere auch junge LGBTI*-Menschen. Fast die Hälfte der 19-bis-22-Jährigen kennt das Gefühl der Einsamkeit gut. Die neusten Daten des Bundesamtes für Statistik in Zusammenarbeit mit der europäischen Statistikbehörde Eurostat verdeutlichen nun die brenzliche Situation überdies: In Deutschland leben anteilig deutlich mehr Menschen allein als in den meisten anderen Staaten der Europäischen Union. 

Jeder fünfte LGBTI*-Mensch lebt allein

Im Jahr 2023 betrug der Anteil Alleinlebender an der Bevölkerung hierzulande 20,3 Prozent – und lag damit deutlich über dem EU-Durchschnitt von 16,1 Prozent. Umgerechnet auf die LGBTI*-Community bedeutet dies, dass rund 2,07 Millionen homosexuelle und queere Menschen in Deutschland allein leben (Ipsos Studie 2024) – jeder Fünfte. Die, im europäischen Vergleich sehr hohe Rate von alleinlebenden LGBTI*-Menschen dürfte die Problematik rund um Gefühle der Einsamkeit bis hin zur Depression wahrscheinlich noch einmal mit befeuern. 

Singleleben im europäischen Norden

Nur in den fünf europäischen nördlich gelegenen Staaten Finnland (25,8%), Litauen (24,6%), Schweden (24,1%), Dänemark (23,5%) und Estland (21,5%) wohnen im EU-Vergleich anteilig noch mehr Menschen allein. Besonders gesellig sind die Menschen indes in der Slowakei (3,8%), Zypern (8,0 %) und Irland (8,3%), wo die wenigsten Einwohner allein leben. 

Bedenklich dabei ist auch ein Trend: Der Anteil der alleinlebenden Personen stieg zwischen 2013 und 2023 in fast allen Staaten der EU deutlich an. Lebten 2013 im EU-Durchschnitt noch 14,2 Prozent der Bevölkerung allein, waren es 2023 bereits 16,1 Prozent. Den größten Anstieg in diesem Zeitraum verzeichneten Bulgarien (+9,3 Prozentpunkte), gefolgt von Litauen (+8,5 Prozentpunkte) und Finnland (+6,2 Prozentpunkte).

Allein leben im Alter

Ein weiteres Problem, von dem besonders auch ältere Homosexuelle oft betroffen sind: Ältere Menschen leben fast doppelt so häufig allein wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Im Jahr 2023 lebten so in der EU 31,6 Prozent der Menschen ab 65 Jahren allein in einem Haushalt. In Deutschland lag der Anteil in dieser Altersgruppe sogar bei 34,6 Prozent.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Proteste in Hamburg

Trans* Block plant Die-In

Beim CSD Hamburg wollen trans* Menschen und Sexarbeiter mit einem Die-In auf Gefahren, politische Forderungen und Versorgungslücken hinweisen.
Attacken bei World Pride

Über 70 Angriffe gemeldet

Bei den Feierlichkeiten zur World Pride in Amsterdam kam es bereits am ersten Wochenende zu mehr als 70 LGBTIQ+-feindlichen Angriffen.
Trans-Verbot im Militär

Vorhaben scheitert im US-Kongress

Ein republikanischer Vorstoß zur dauerhaften Festschreibung von Trumps Trans-Verbot im US-Militär scheiterte jetzt im Repräsentantenhaus.
Grausamer Mord in Italien

Sportjournalist lebendig verbrannt

In Italien wurde der vermeintlich schwule Sportjournalist Luigi Esposito lebendig verbrannt. Der Täter nennt sexuelle Annährungen als Motiv.
Forderung nach Reform

Petition für Gleichstellung

Rund 120.000 Menschen fordern jetzt eine Reform des Abstammungsrechts, damit Kinder aus Regenbogenfamilien endlich rechtlich gleichgestellt werden.
Mehr Schutz beim CSD

Hamburg reagiert auf Anschlag

Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD verschärft Hamburg die Sicherheitsvorkehrungen für die Pride-Demonstration am kommenden Wochenende.
Debatte nach dem Anschlag

Deutliche Kritik an der Justiz

Nach dem CSD-Anschlag fordern Politik und Experten Konsequenzen – von einer Grundgesetzänderung bis zur Aufarbeitung der Justizentscheidung.
Community unter Schock

LSVD+ fordert Konsequenzen

Nach dem tödlichen Anschlag auf den Berliner CSD fordert der LSVD+ mehr Schutz vor queerfeindlicher Gewalt und warnt vor Instrumentalisierung.
Details über CSD-Todesopfer

Polnische Mutter starb bei Amoklauf

Das Todesopfer des Terroranschlags auf den Berliner CSD stammt aus Polen. Die Tochter der 65-Jährigen überlebte verletzt, Polen ermittelt nun selbst.