Direkt zum Inhalt
Mehr Einsatz gegen Hasskriminalität
ANZEIGE

Mehr Einsatz gegen Hass! Innenministerkonferenz beschließt langfristiges Vorgehen gegen Hasskriminalität!

ms - 16.06.2023 - 11:28 Uhr
Loading audio player...

Bei der Innenministerkonferenz (IMK) haben sich heute die Innenminister der Bundesländer sowie die Bundesinnenministerin Nancy Faeser darauf verständigt, die Bekämpfung von LGBTI*-feindlicher Gewalt kontinuierlich weiter verbessern zu wollen. Als Grundlage dafür sollen die Handlungsempfehlungen des Arbeitskreises „Bekämpfung homophober und transfeindlicher Gewalt“ dienen. In zwei Jahren soll dann erneut über den Umsetzungsstand der Handlungsempfehlungen berichtet werden.

Maßnahmen gegen steigende Hasskriminalität

Wie wichtig ein klares Vorgehen gegen die LGBTI*-feindliche Hasskriminalität in Deutschland ist, belegten zuletzt die neusten Daten des Bundesinnenministeriums: Erneut waren die Fallzahlen binnen eines Jahres um rund 35 Prozent angestiegen. Insgesamt wurden offiziell 1.422 Vorfälle verzeichnet, die tatsächliche Zahl wird zehnmal so hoch eingeschätzt (Quelle Europäische Grundrechteagentur).

Der Arbeitskreis gegen die Bekämpfung von LGBTI*-feindlicher Gewalt, ein Zusammenschluss von Behörden und LGBTI*-Verbänden, hatte 22 konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, darunter eine bessere Prävention, mehr Klarheit bei der Erfassung der Fälle gerade auch im Dunkelfeld, bessere polizeiliche Schulungen oder auch mehr LGBTI*-Ansprechpartner bei der Polizei. Ebenso angedacht ist die Verschärfung des Strafrechts.

Faeser übt Selbstkritik und fordert besseren Schutz von LGBTI*

Bundesinnenministerin Faeser äußerte sich dabei heute durchaus auch selbstkritisch bei der Innenministerkonferenz: „Wir müssen all diejenigen noch besser schützen und unterstützen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität Hass, Diskriminierung und Gewalt erleben (…) Queerfeindliche Gewalt muss als solche klar benannt und gezielt von der Polizei und den Staatsanwaltschaften verfolgt werden. Die Zunahme an queerfeindlichen Straftaten in den vergangenen Jahren ist erschreckend.“

Dabei hofft Faeser auch darauf, dass sich künftig immer mehr Opfer trauen, Anzeige zu erstatten: „Wir müssen mehr Bewusstsein, mehr Sensibilität und somit auch mehr Unterstützung für die Betroffenen schaffen. Das erhöht auch die Bereitschaft, sich an die Polizei zu wenden und Schutz zu suchen.“

Lehmann fordert: Worten müssen Taten folgen

Der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann, zeigte sich erfreut über die beschlossenen Maßnahmen und erklärte weiter: „Die IMK hat Handlungsbedarf anerkannt, nun müssen diesen Worten auch konkrete Taten folgen. Die Bundesländer sind jetzt am Zug. Die Empfehlungen des Arbeitskreises müssen ernst genommen und umgesetzt werden. Prävention, Erfassung und Bekämpfung queerfeindlicher Hasskriminalität muss flächendeckend ausgebaut werden.“

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

CSD-Attentäter erschossen

SEK stellt Täter in Spandau

Die Polizei in Berlin hat den mutmaßlichen Attentäter des CSD Berlin gefasst. Nach rbb-Informationen wurde der 21-Jährige in Spandau erschossen.
Reaktionen auf Amokfahrt

Entsetzen in der Community

Nach dem Terroranschlag auf den Berliner CSD läuft die Fahndung. Politik und Community reagieren mit Entsetzen.
Anschlag auf CSD Berlin

Eine Tote, mehrere Schwerverletzte

Bei einer Amokfahrt beim CSD in Berlin starb eine Frau, mehrere Menschen wurden lebensgefährlich verletzt. Der mutmaßliche Täter ist ein Islamist.
CSD Berlin abgebrochen

Auto rast in Menschenmenge

Der CSD in Berlin wurde am Samstagabend gegen 22 Uhr abgebrochen. Nach ersten Informationen ist ein Auto in eine Menschenmenge gerast.
Der schwule Gentleman-Dieb

Gegenentwurf zu Sherlock Holmes

Der viktorianische Meisterdieb Raffles gilt als schwuler Gegenentwurf zu Sherlock Holmes und wurde von realen schwulen Persönlichkeiten inspiriert.
War Chopin schwul?

Neue Studie über den Komponisten

Eine neue Studie untersuchte Chopins Briefe an Männer und stellt traditionelle Erzählungen über sein Liebesleben infrage. War der Komponist schwul?
Templo zeigt Kraft und Kunst

Schwuler Pole-Star auf Welttour

Der costa-ricanische schwule Pole-Performer Templo bringt beim World Pride 2026 queere Kunst, Athletik und lateinamerikanische Kultur auf die Bühne.
Glamour trotz Hitze

Drag-Queens in der CSD-Sonne

Wenn die Temperaturen wieder Rekorde brechen, liefern sich Make-up, Mode und Sommerhitze bei CSDs einen Kampf, den meist nur der Humor gewinnt.
Team LGBTIQ+ in Glasgow

Commonwealth Games 2026

Bei den Commonwealth Games 2026 in Glasgow treten mehrere LGBTIQ+-Athleten an und setzen trotz kleinerem Teilnehmerfeld ein Zeichen für Vielfalt.