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Hasswelle nach CSDs
Foto: iStock / Diy13
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Hasswelle nach CSDs Rund 1.000 Kommentare binnen von zwei Wochen

ms - 09.07.2026 - 13:30 Uhr
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Der LSVD+ Berlin-Brandenburg hat nach eigenen Angaben innerhalb kurzer Zeit eine außergewöhnlich hohe Zahl an Hassnachrichten erhalten. Rund 1.000 Kommentare mit queerfeindlichen und homophoben Inhalten seien innerhalb von zwei Wochen eingegangen. Anlass dafür waren laut Vereinschef Florian Winkler-Schwarz die Aktivitäten des Verbands im Zusammenhang mit den CSDs in Brandenburg.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der LSVD+ Berlin-Brandenburg hat innerhalb von zwei Wochen knapp 1.000 Hasskommentare erhalten.
  • Auslöser waren laut Verband Aktivitäten rund um Christopher Street Days in Brandenburg.
  • Ein großer Teil der Kommentare wurde nach Angaben des LSVD+ mit Klarnamen veröffentlicht.
  • Der Verband spricht von organisierten Hasskampagnen, die teilweise über Telegram-Gruppen gesteuert würden.
  • Mit „QueerSafe Berlin“ wurde eine neue Beratungsstelle gegen queerfeindliche Gewalt im Internet gestartet.

Viele Beiträge mit Klarnamen

Eine solche Dimension habe der Verband bislang nicht erlebt, erklärte Winkler-Schwarz dem Berliner Tagesspiegel. Bei der Analyse der Kommentare sei ein auffälliges Muster festgestellt worden. Rund 99 Prozent der Beiträge seien über Facebook eingegangen. Gemeinsam mit der Polizei habe der LSVD+ bei etwa 80 Prozent dieser Kommentare festgestellt, dass sie unter Klarnamen veröffentlicht worden seien. Nach Angaben des Verbands bewegten sich zahlreiche Äußerungen sehr nah an der Grenze des rechtlich Erlaubten. Die Verfasser würden offenbar genau wissen, welche Aussagen sie treffen könnten. Zudem handele es sich nicht nur um einzelne Beiträge, sondern um koordinierte Aktionen. Die Polizei habe bestätigt, dass entsprechende Hasskampagnen teilweise in Telegram-Gruppen organisiert würden.

Neue Beratungsstelle für Betroffene

Als Reaktion auf die zunehmenden Angriffe im Internet hat der Verband bereits vor kurzem mit „Queer Safe Berlin“ eine neue Fachstelle gegen queerfeindliche Gewalt im Netz eingerichtet. Dort sollen Betroffene psychosoziale und juristische Beratung erhalten. Winkler-Schwarz kritisierte zugleich den Umgang der Politik mit Hass in sozialen Netzwerken. Es werde aus seiner Sicht zu wenig gegen solche Inhalte unternommen. Zuletzt seien innerhalb eines Jahres knapp 800 Fälle queerfeindlicher Gewalt vor Ort registriert worden.

Die Entwicklung im Internet habe Auswirkungen auf das gesellschaftliche Klima und könne sich auch auf das Leben außerhalb digitaler Räume auswirken. „Soziale Medien sind eben nicht sozial“, sagte Winkler-Schwarz. Der Verband empfiehlt Betroffenen unter anderem, die Privatsphäre-Einstellungen ihrer eigenen Profile zu überprüfen und wiederkehrende Begriffe mithilfe der Filterfunktionen von Meta auszublenden.

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