Eklat bei Aids-Konferenz Peinlicher Kartenfehler und Debatte über HIV-Hilfen
Mit einer fehlerhaften Afrika-Karte hat die US-Regierung unter Präsident Donald Trump auf der Welt-AIDS-Konferenz AIDS 2026 für Aufsehen gesorgt. Bei einer Veranstaltung des US-Außenministeriums zeigten Regierungsvertreter eine Karte, auf der sämtliche eingezeichneten Länder falsch beschriftet oder falsch verortet waren.
Das Wichtigste im Überblick
- Trump-Regierung präsentiert auf der AIDS 2026 eine fehlerhafte Afrika-Karte.
- Das US-Außenministerium entschuldigt sich für den Fehler.
- HIV-Expertin Emily Bass sieht darin ein Symbol für gravierendere Probleme.
- Kritik richtet sich auch gegen den Umgang der Regierung mit HIV-Hilfsprogrammen.
- Eine Studie berichtet von massiven Folgen der Kürzungen bei PEPFAR.
Peinliche Darstellungen
So wurde Nigeria als Binnenstaat dargestellt, Mosambik nördlich von Uganda eingezeichnet und die Elfenbeinküste ins südliche Afrika verschoben. Uganda und Malawi befanden sich zwar ungefähr in der richtigen Region, ihre Landesgrenzen waren jedoch falsch dargestellt. Kamerun war zwar beschriftet, ließ sich auf der Karte jedoch keinem Land eindeutig zuordnen. Die Trump-Regierung hatte die Veranstaltung genutzt, um ihre Strategie für die globale Gesundheitspolitik vorzustellen. Das US-Außenministerium entschuldigte sich später für den Vorfall und erklärte, ein Mitarbeiter habe die Präsentation kurzfristig geändert. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters trug die Karte ein Wasserzeichen, das darauf hindeutete, dass sie mithilfe von OpenAI-Technologie erstellt worden war.
Die HIV-Politikexpertin Emily Bass, die an der Veranstaltung teilnahm und Bilder der Folie veröffentlichte, sieht in dem Vorfall mehr als nur einen peinlichen Fehler. In einem Beitrag auf Substack schrieb sie, die Präsentation spiele die Arbeit der US-Gesundheitsbehörde CDC herunter und stelle bereits bestehende Programme als Neuerungen der Trump-Regierung dar. „Das Büro für Globale Gesundheitssicherheit und Diplomatie des US-Außenministeriums zeichnet die Landkarte neu und schreibt die Geschichte um“, schrieb Bass. Als Beispiel nannte sie das öffentliche Gesundheitsnotfallzentrum in Malawi, dessen Aufbau von den Behörden hervorgehoben worden sei, ohne die Unterstützung der CDC zu erwähnen.
Massive Folgen der Sparpolitik
Die Kritik fällt in eine Phase erheblicher Einschnitte bei internationalen HIV-Programmen. Eine zur Konferenz veröffentlichte Studie der Organisation amfAR kommt zu dem Ergebnis, dass verzögerte oder gestrichene Mittel aus dem US-Hilfsprogramm PEPFAR zur Schließung von 1.700 HIV-Versorgungszentren geführt und 16.000 Beschäftigte im Gesundheitswesen ihren Arbeitsplatz verloren haben. Rund drei Viertel der Organisationen, die Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter, schwule und bisexuelle Männer, trans* Personen sowie Menschen betreuen, die Drogen injizieren, hätten ihre Angebote eingestellt, um den Vorgaben der Regierung zu entsprechen.
Bass widersprach zudem der Darstellung der Trump-Regierung, die neuen Vereinbarungen seien ein Schritt hin zu einer stärker von den Partnerländern gesteuerten, mehrjährigen Planung. Bereits 2024 hätten afrikanische Regierungsvertreter die Planungssitzungen des PEPFAR-Programms geleitet, zudem sei das Programm schon auf einen Zweijahresrhythmus umgestellt worden. Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund weitreichender Kürzungen und Unterbrechungen internationaler HIV-Hilfen infolge des von der Trump-Regierung verhängten Stopps bei der Auslandshilfe. Bass warnte deshalb vor den Folgen eines solchen Kurses: „Eine Karte muss korrekt beschriftet sein, damit überhaupt jemand sein Ziel erreichen kann.“ Die 26. Welt-Aids-Konferenz geht heute zu Ende.