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QueerSafe Berlin
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QueerSafe Berlin LSVD+ im Einsatz gegen digitale Gewalt

ms - 20.05.2026 - 10:00 Uhr
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Der LSVD+ Berlin-Brandenburg hat die neue Fachstelle „QueerSafe Berlin“ gegründet. Die Anlaufstelle wird künftig dabei jene queeren Menschen verstärkt unterstützen, die von digitaler Gewalt betroffen sind – mit psychosozialer Beratung, juristischer Unterstützung und konkreter Begleitung bei der Anzeige von Straftaten.

Das Wichtigste im Überblick

  • LSVD+ Berlin-Brandenburg gründet neue Fachstelle „QueerSafe Berlin“
  • Ziel ist die Unterstützung queerer Menschen bei digitaler Gewalt
  • Angebot umfasst psychosoziale Beratung, juristische Hilfe und Begleitung bei Strafanzeigen
  • Verband warnt vor zunehmender Radikalisierung und queerfeindlicher Gewalt im Netz
  • Besonders betroffen seien trans*, queere und nicht-binäre Menschen
  • Ab Juli sollen Beratungen digital und vor Ort möglich sein
  • Die Fachstelle will Fälle dokumentieren und politischen Handlungsbedarf sichtbar machen

Gewalt – erst digital, dann ganz real 

Zuvor hatte der Verein bereits beim IDAHOBIT am vergangenen Sonntag mittels einer Kundgebung den Schwerpunkt auf digitale Gewalt gelegt und dabei die zunehmende Radikalisierung von Jugendlichen und den Anstieg von queerfeindlicher Gewalt im Internet thematisiert. Diese haben dabei laut dem Verband immer mehr Auswirkungen auf den öffentlichen Raum. Anders gesagt: Die digitale Gewalt wandelt sich schrittweise in reale Gewalt im Alltag um. 

„Ob Misgendering, Deadnaming, queerfeindliche Beleidigungen, Doxxing oder digitale Bedrohungen: Immer mehr queere Menschen erleben gezielte Angriffe im Netz“, so der LSVD+ Berlin-Brandenburg. Besonders betroffen sind dabei laut dem Verein derzeit trans*, queere und nicht-binäre Menschen. Dabei entstehe durch Gewalt in digitalen Räumen dann oftmals Einschüchterungsversuche und körperliche Angriffe im realen Leben. Betroffene ziehen sich deswegen immer stärker aus der Öffentlichkeit zurück. „Die Gewalt gegen queere Menschen auf unseren Straßen beginnt nicht erst dort. Sie radikalisiert sich in Kommentarspalten, Messengergruppen und sozialen Netzwerken. Digitale Gewalt ist reale Gewalt – und sie schafft ein Klima der Angst, das immer häufiger in konkrete Übergriffe mündet“, erklärt Florian Winkler-Schwarz, Geschäftsführer des LSVD+ Berlin-Brandenburg. 

Erste Anlaufstelle für digitale Gewalt 

Winkler-Schwarz betont weiter: „Mit QueerSafe Berlin schaffen wir erstmals in Berlin eine spezialisierte Anlaufstelle, die Betroffene ernst nimmt und konkret unterstützt – psychosozial, juristisch und bei der Durchsetzung ihrer Rechte.“ QueerSafe Berlin verfolge dabei drei zentrale Ziele, so der Geschäftsführer weiter. Zum einen soll queerfeindliche digitale Gewalt dokumentiert werden, zum anderen sollen auch sogenannte Multiplikatoren besser sensibilisiert werden. Darüber hinaus will der Verbund Betroffene stärken. „Die Fachstelle wird Fälle erfassen und erstmals eine systematische Datenlage zu digitaler Gewalt gegen queere Menschen in Berlin schaffen. Die Erkenntnisse sollen künftig politischen Handlungsbedarf sichtbar machen und in die Berliner Landespolitik einfließen“, betont Winkler-Schwarz weiter.

Betroffene gezielt unterstützen

Ab Juli können Betroffene Beratungen digital oder vor Ort wahrnehmen. „Die Fachstelle unterstützt Menschen dabei, sich gegen digitale Queerfeindlichkeit zu wehren, sich von Angriffen zu erholen und Schutzstrategien zu entwickeln. Dazu gehört auch die Möglichkeit, Strafanzeigen gemeinsam mit dem Team einzureichen. Durch eine direkte Schnittstelle zur Staatsanwaltschaft können Verfahren niedrigschwelliger begleitet werden“, so der Verein in seinem Statement., Ziel ist es dabei im Speziellen, Menschen zu unterstützen, die sich ohne Begleitung keinen juristischen Prozess zutrauen oder leisten könnten.

Mehr als eine Randerscheinung

„Queerfeindliche Hetze im Netz ist längst keine Randerscheinung mehr. Besonders trans*, inter* und nicht-binäre Menschen erleben massive digitale Angriffe, Einschüchterung und Bedrohungen. Gleichzeitig wissen viele Betroffene nicht, an wen sie sich wenden können oder ob ihnen überhaupt geglaubt wird“, erklärt Yasmine-Blanche Werder, Mitglied des Landesvorstands des LSVD+ Berlin-Brandenburg. „QueerSafe Berlin arbeitet intersektional, niedrigschwellig und parteilich an der Seite der Betroffenen. Niemand soll mit digitaler Gewalt allein bleiben.“ Neben Beratungsangeboten wird QueerSafe Berlin künftig darüber hinaus auch Workshops, Vorträge und Sensibilisierungsangebote für Organisationen und Multiplikatoren anbieten. Zudem will die Fachstelle verstärkt auf Öffentlichkeitsarbeit und Zivilcourage gegen queerfeindliche Gewalt im Netz setzen.

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