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Dobrindt zu Social-Media Debatte über Jugendschutz im Netz nimmt Fahrt auf

Von ms - 26.05.2026 - 10:30 Uhr
Dobrindt gegen Social-Media-Verbot
Foto: IMAGO / Bernd Elmenthaler
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Bundesinnenminister Alexander Dobrindt steht einem generellen Verbot sozialer Medien für Jugendliche kritisch gegenüber. Der CSU-Politiker erklärte gegenüber der Funke-Mediengruppe, ein pauschales Verbot sei aus seiner Sicht „schwer durchsetzbar“ und deshalb „wenig zielführend“. Viele Vereine und Fachverbände im Bereich Jugend sowie auch queere Organisationen lehnen ein generelles Verbot ebenso ab. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Innenminister Alexander Dobrindt lehnt ein pauschales Social-Media-Verbot für Kinder ab.
  • Mehrere EU-Staaten planen strengere Regeln für Plattformen wie Tiktok und Instagram.
  • Experten sehen vor allem Eltern und Familien in der Verantwortung.
  • Queere Vereine und viele Fachverbände lehnen ein generelles Verbot ab.

Verantwortung bei Familien 

Nach Ansicht des Ministers liegt die Verantwortung in erster Linie bei den Familien. Es sei eine grundlegende Entscheidung von Eltern, wann Kinder ein Smartphone erhalten. Möglichkeiten zur Begleitung und Kontrolle der Nutzung seien bereits vorhanden. Gleichzeitig mahnte Dobrindt: „Aber die Notwendigkeit der Beschäftigung der Eltern damit, wie die Nutzung der Kinder mit Smartphones ausschaut, ist dazu ebenfalls notwendig.“

Der Innenminister betonte zudem, Verantwortung könne nicht vollständig auf den Staat oder ausschließlich auf Familien übertragen werden. „Die Verantwortung lässt sich nicht komplett abschieben, weder in die eine noch in die andere Richtung. Aber staatliches Handeln an dieser Stelle funktioniert eben nicht ohne die Begleitung der Familien“, sagte Dobrindt. Soziale Netzwerke seien inzwischen fest im Informations- und Alltagsverhalten der Gesellschaft verankert. Deshalb greife es zu kurz, allein auf staatliche Verbote zu setzen.

Debatte über Verbot in Deutschland 

Die Debatte über strengere Altersgrenzen für soziale Medien hat zuletzt deutlich an Fahrt aufgenommen. Seit Australien im Dezember 2025 ein Verbot sozialer Netzwerke für unter 16-Jährige eingeführt hat, werden ähnliche Maßnahmen auch in Europa diskutiert. Mehrere EU-Staaten, darunter Dänemark, Frankreich, Spanien und Griechenland, setzen sich inzwischen für Einschränkungen bei Plattformen wie Tiktok und Instagram für Jugendliche unter 15 oder 16 Jahren ein.

Auch in Deutschland beschäftigt sich die Politik intensiver mit dem Thema. Eine von Bundesfamilienministerin Karin Prien eingesetzte Expertenkommission arbeitet derzeit an Empfehlungen zum „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“. Die Ergebnisse sollen im Sommer vorgestellt werden, erste Erkenntnisse deuten allerdings bereits vorab daraufhin, dass auch die Experten von einem generellen Verbot eher absehen. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte sich indes bereits öffentlich für ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren ausgesprochen. Nebst Fachverbänden sowie Lehrer- und Schülerorganisationen lehnen auch LGBTIQ+-Vereine ein Verbot ab. Das queere Netzwerk Lambda warnte davor, dass homosexuelle und queere Jugendliche so noch weiter in die Isolation getrieben würden und wichtige Kommunikations- und Informationswege so beschnitten würden. 

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